Heizspiegel, Euro

Heizspiegel 2026: Ölheizung kostet 900 Euro mehr als Wärmepumpe

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Heizspiegel zeigt große Kostenunterschiede: Öl und Pellets verteuerten sich 2025, während Wärmepumpen günstiger blieben und Einsparungen möglich sind.

Heizkosten 2025: Wärmepumpe deutlich günstiger als Öl und Gas
Ein modernes, energieeffizientes Wohnhaus an einem frostigen Herbstmorgen mit Fokus auf nachhaltige Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Der aktuelle Heizspiegel 2026, der unter anderem von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online, dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund getragen wird, zeigt eine deutliche Divergenz bei den Heizkosten privater Haushalte auf.

In Berichten vom 21. und 22. September 2026 wird deutlich, dass insbesondere Nutzer von fossilen Brennstoffen sowie Pelletheizungen im Jahr 2025 mit erheblichen Kostensteigerungen konfrontiert waren. Gleichzeitig identifizieren die Daten massive Potenziale für Effizienzsteigerungen.

Kostenvergleich der Heizsysteme im Jahr 2025

Die Auswertungen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einer Fläche von 130 Quadratmetern offenbaren Preisunterschiede von bis zu 900 Euro pro Jahr. Während für eine Wärmepumpe im Durchschnitt Heizkosten in Höhe von 1.260 Euro anfielen, lagen diese bei einer Ölheizung bei 2.145 Euro.

Letzteres entspricht laut einem Bericht vom 22. September 2026 einer Steigerung von 600 Euro gegenüber dem Vorjahr. Nutzer einer Erdgasheizung zahlten in diesem Segment durchschnittlich 2.040 Euro.

Für eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit 70 Quadratmetern Fläche stiegen die Kosten für Erdgas im Jahr 2025 um 14 Prozent auf 1.170 Euro. Die Fernwärmekosten erhöhten sich um 6 Prozent auf 1.295 Euro.

Besonders stark betroffen waren Haushalte mit Holzpellets, bei denen die Kosten um 20 Prozent auf 735 Euro anstiegen. Stabil blieben dagegen die Kosten für Heizöl mit 1.030 Euro und für Wärmepumpen mit 715 Euro.

Prognosen für 2026 und langfristige Preisrisiken

Für das Jahr 2026 zeichnen sich laut den Analysen weitere Verschiebungen ab. In einem Bericht vom 21. September 2026 wird für eine 70-Quadratmeter-Wohnung eine Preissteigerung beim Heizöl um 24 Prozent auf 1.275 Euro prognostiziert, was unter anderem auf den Irankrieg zurückgeführt wird. Auch bei Holzpellets wird ein Anstieg um 17 Prozent auf bis zu 870 Euro erwartet, bedingt durch eine Rohstoffknappheit infolge der schwachen Baukonjunktur.

Demgegenüber könnte Erdgas im Jahr 2026 um 4 Prozent auf 1.120 Euro sinken, was durch geringere Beschaffungskosten und den Wegfall der Gasspeicherumlage begründet wird.

Anzeige

Wer sich mit steigenden Heizpreisen befasst, sollte auch die anderen Umlagen genau prüfen, um jährlich bares Geld zu sparen. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber erklärt Ihnen in nur 5 Minuten, wie Sie eine rechtssichere Betriebskostenabrechnung erstellen und alle zulässigen Kosten korrekt umlegen. Betriebskosten 2026: Jetzt rechtssicheren Report gratis herunterladen

Marktforscher weisen jedoch darauf hin, dass spätere Steigerungen möglich seien. Bei Fernwärme (+1 Prozent auf 1.310 Euro) und Wärmepumpen (+3 Prozent auf 735 Euro) werden moderate Zuwächse erwartet.

Langfristig prognostiziert co2online bis zum Jahr 2045 eine potenzielle Verdopplung der Kosten für Gas- und Ölheizungen. Als wesentliche Treiber werden steigende CO2-Preise, höhere Netzentgelte und die schrittweise Verpflichtung zur Beimischung biogener Brennstoffe (Bio-Treppe) genannt. Die Wärmepumpe wird in diesen Modellen voraussichtlich dauerhaft das kosteneffizienteste System bleiben.

Strategien zur Verbrauchsreduzierung und staatliche Entlastung

Laut co2online verfügen rund 90 Prozent der Haushalte über ungenutzte Einsparpotenziale. In einem Einfamilienhaus könne ein Wechsel auf erneuerbare Energien die Kosten um etwa 1.000 Euro pro Jahr senken. In Wohnungen liege das Sparpotenzial bei durchschnittlich 465 Euro. Zudem könnten einfache Verhaltensänderungen den Verbrauch um bis zu 10 Prozent reduzieren.

Experten empfehlen folgende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung:
* Temperaturanpassung: Laut Verbraucherzentralen senkt jedes Grad weniger Raumtemperatur den Energieverbrauch um etwa 6 Prozent.

Empfohlen werden 20 Grad im Wohnzimmer und 16 bis 18 Grad im Schlafzimmer.
* Hydraulischer Abgleich: Nach Angaben des Energiedienstleisters Enercity spart diese Maßnahme im Schnitt 10 bis 15 Prozent der Heizkosten.
* Technische Wartung: Das Entlüften von Heizkörpern vor der Heizperiode und die Dämmung von Rohrleitungen, die laut Fachleuten bis zu 10 Euro pro Meter und Jahr sparen kann, werden als kurzfristige Maßnahmen angeführt.

Anzeige

Neben der energetischen Optimierung ist die vertragliche Absicherung von Kostenpositionen wie der Gartenpflege oder Heizkosten für Vermieter essenziell. Erfahren Sie in diesem Experten-Report, welche oft vergessenen Betriebskosten Sie rechtssicher im Mietvertrag vereinbaren können. Kostenlosen Betriebskosten-Report 2026 hier anfordern

Flankiert werden diese Bemühungen durch politische Entscheidungen. Das Bundeskabinett beschloss Anfang September 2026 die Fortzahlung des Strom-Netzzuschusses bis 2029. Dafür stellt der Klima- und Transformationsfonds jährlich 5,525 Milliarden Euro bereit.

Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden bedeutet dies laut Regierungsangaben eine jährliche Entlastung von rund 100 Euro durch sinkende Übertragungsnetzkosten. Die Gesamtersparnis könne bis zu 160 Euro pro Haushalt betragen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70154778 |