Helios, AMDs

Helios: AMDs Milliarden-Angriff auf Nvidias KI-Dominanz

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 01:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AMD präsentiert das Helios-Rack-System und sichert sich milliardenschwere Partnerschaften mit Anthropic und OpenAI im KI-Wettbewerb.

AMD Helios: Neues KI-System fordert Nvidia mit Milliarden-Deals heraus
Hochtechnologischer Serverrack für KI-Computing in professioneller Rechenzentrumsumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

AMD setzt im Wettlauf um die KI-Vorherrschaft zum Großangriff an. Der Chipkonzern präsentierte auf seiner Advancing AI 2026 ein neues Rechenzentrum-System, das es mit Nvidia aufnehmen soll – und sicherte sich gleich zwei milliardenschwere Partnerschaften.

Helios: Ein Rechenmonster für die KI-Ära

Am 23. Juli stellte AMD in San Francisco das Helios-System vor – eine Komplettlösung für KI-Rechenzentren. Die Zahlen, die CEO Lisa Su präsentierte, können sich sehen lassen: Das Rack-System vereint 72 Instinct MI455X-GPUs mit 18 EPYC Venice-CPUs und liefert 2,9 Exaflops Rechenleistung. 31 Terabyte HBM4-Speicher mit einer Bandbreite von 1,7 Petabyte pro Sekunde sorgen für den nötigen Datendurchsatz.

Jeder einzelne MI455X-Beschleuniger enthält 320 Milliarden Transistoren und 432 Gigabyte HBM4-Speicher. Laut AMD bietet das System rund 15 Prozent mehr Rechenleistung und 50 Prozent mehr HBM-Kapazität als vergleichbare Konkurrenzarchitekturen.

Die EPYC Venice 9006-Serie basiert auf der Zen-6-Architektur, wird im 2-Nanometer-Verfahren gefertigt und unterstützt bis zu 512 Threads. Die Auslieferung der Helios-Racks soll Ende des dritten Quartals 2026 beginnen – der Preis pro Einheit liegt zwischen fünf und 5,5 Millionen Euro.

Milliarden-Deal mit Anthropic

Nur einen Tag später folgte die nächste Ansage: AMD gab eine strategische Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen Anthropic bekannt. Der mehrjährige Vertrag umfasst eine mögliche Investition von bis zu fünf Milliarden Euro. Anthropic plant, bis zu zwei Gigawatt Instinct MI450-GPUs in Helios-Systemen zu betreiben – die erste Phase mit einem Gigawatt ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.

Gleichzeitig arbeiten beide Unternehmen daran, Anthropics Claude-Modelle für AMDs ROCm-Software zu optimieren. Ein klarer Schlag gegen Nvidias dominantes CUDA-Ökosystem.

OpenAI steigt ebenfalls ein

Auch mit OpenAI hat AMD einen mehrjährigen Vertrag abgeschlossen. Die Organisation betreibt bereits seit mehreren Monaten GPT-Workloads auf Helios-Systemen und plant den formellen Produktionsstart für das vierte Quartal 2026. Die Vereinbarung ist Teil eines größeren Sechs-Gigawatt-Abkommens zwischen den Partnern.

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Microsoft und Cerebras als strategic Partner

Microsoft hatte bereits am 20. Juli angekündigt, AMDs neueste Technologie in seine Azure-Cloud zu integrieren. Zwei neue virtuelle Maschinen-Serien mit EPYC Venice-Prozessoren sind geplant. Zudem will Microsoft Helios-Infrastruktur für das Training seiner fortschrittlichsten Modelle nutzen und Pensando-Datenverarbeitungseinheiten in sein Netzwerk einbinden.

Für besonders zeitkritische KI-Anwendungen suchte AMD die Zusammenarbeit mit Cerebras. Die Lösung: Helios-Racks übernehmen die Prompt-Verarbeitung, während Cerebras' Wafer-Scale Engine die eigentliche Textgenerierung übernimmt. Diese hybride Architektur soll die Effizienz bei Tokens pro Sekunde pro Watt um das Fünffache steigern. Verfügbar wird die Lösung in der zweiten Jahreshälfte 2026 über die Cerebras Cloud – gedacht für autonome Agenten und Echtzeit-Code-Assistenten.

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Der Blick nach vorn: MI500, MI600 und Zen 7

AMDs langfristige Hardware-Strategie ist ambitioniert: Die MI500-Serie kommt 2027, der MI600 folgt 2028. Bei den Serverprozessoren plant AMD Zen 7 für 2028 und Zen 8 für 2030.

Für die Speicherversorgung setzt der Konzern offenbar auf Samsung. Nach einer Absichtserklärung vom März 2026 steht ein endgültiger Liefervertrag für HBM4-Speicher kurz bevor – Samsung hatte bereits im Februar mit der Auslieferung der neuen Speichergeneration begonnen.

Weitere frühe Kunden oder Tester des Helios-Portfolios sind Meta, AT&T und Cisco. Lisa Su selbst sieht den gesamten KI-Markt bis 2030 bei umgerechnet rund zwei Billionen Euro – ein Kuchen, von dem AMD ein gewaltiges Stück abhaben will.

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