Helios Kliniken: Bedside-Scan verhindert Medikationsfehler
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 22:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Helios Kliniken führen ein System für ein geschlossenes Medikationsmanagement ein, um die Sicherheit bei der Verabreichung von Arzneimitteln im Klinikalltag zu verbessern. Das sogenannte Closed-Loop-Medikationsmanagement setzt dabei auf die Überprüfung unmittelbar am Krankenbett durch einen digitalen Bedside-Scan.
Vier Schritte für lückenlose Arzneimittelsicherheit
Das Konzept des geschlossenen Medikationskreislaufs gliedert sich in vier aufeinander abgestimmte Phasen. Den Ausgangspunkt bildet die digitale Verordnung durch das ärztliche Personal. Daran schließt sich eine fachliche Prüfung an, bevor die Medikamente im Rahmen einer patientenindividuellen Neuverpackung als Unit-Dose bereitgestellt werden. Den Abschluss des Prozesses bildet der Bedside-Scan unmittelbar vor der Verabreichung.
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Bei diesem Schritt scannt die zuständige Pflegekraft sowohl das Armband der behandelten Person als auch den vorbereiteten Medikamentenbeutel. Die Software führt daraufhin einen automatisierten Echtzeit-Abgleich mit der hinterlegten Verordnung durch. Dabei kontrolliert das System fünf zentrale Kriterien: die Identität der Person, das konkrete Präparat, die verordnete Dosis, die Darreichungsform sowie den vorgesehenen Verabreichungszeitpunkt. Sollten Unstimmigkeiten oder Verwechslungen vorliegen, stoppt das System den Vorgang automatisch und verhindert so eine fehlerhafte Medikamentengabe.
Schrittweiser Roll-out an rund 80 Standorten
Aktuell befindet sich das neue Verfahren bei Helios in zwei Kliniken im regulären Einsatz. Parallel dazu läuft bereits der Roll-out in zwölf weiteren Einrichtungen des Krankenhausbetreibers. Die Implementierung soll in den kommenden Monaten schrittweise ausgeweitet werden: Bis Ende 2027 planen die Helios Kliniken den flächendeckenden Einsatz des Systems an rund 80 Klinikstandorten in ganz Deutschland.
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Mit der Einführung des geschlossenen Systems folgt Helios einem Trend in der klinischen Versorgung, digitale Sicherheitsbarrieren gegen Medikationsfehler zu etablieren.
Auch andere Träger und Einrichtungen setzen bereits auf Closed-Loop-Medikationsmanagement, darunter die Mühlenkreiskliniken, das Uniklinikum Erlangen, das Marienhospital Gelsenkirchen sowie die Bezirkskliniken Mittelfranken. Die digitale Nachverfolgung vom Rezept bis zur Verabreichung soll das Pflegepersonal entlasten und Behandlungsrisiken minimieren.
