Berlin, Deutschland

Die Farbe eines Konzertsaals verÀndert die Klangwahrnehmung

05.04.2026 - 08:00:05 | dpa.de

Helle oder dunkle WĂ€nde – und plötzlich klingt das Orchester anders. Eine Studie zeigt, wie die Gestaltung eines Konzertsaals die Klangwahrnehmung beeinflusst. Architekten dĂŒrfte das interessieren.

Die Farbe von Sesseln und WÀnden können einen Unterschied machen. (Symbolbild). - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Farbgestaltung eines Konzertsaals kann beeinflussen, wie Zuhörerinnen und Zuhörer Musik klanglich wahrnehmen. Eine Studie zeigt: In dunkleren SÀlen mit weniger gesÀttigten Farben gefÀllt Musik vielen Menschen besser als in RÀumen mit eher hellen und knalligen Farben. Zudem werde der Klang der Musik in helleren RÀumen mit knalligeren Farben eher als kalt empfunden, wie Studienautor Stefan Weinzierl von der Technischen UniversitÀt (TU) Berlin der Deutschen Presse-Agentur erklÀrt. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift «Journal of the Acoustical Society of America» veröffentlicht. 

Raumakustik werde nicht eindimensional wahrgenommen, so der Physiker und Experte fĂŒr Audiokommunikation. «Wir hören, ob ein Saal eher laut oder leise, hallig oder trocken ist, aber auch, welche klangliche FĂ€rbung er hat. Ein Raum kann warm, brillant oder metallisch wirken», so Weinzierl. «Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Wahrnehmung stĂ€rker mit visuellen EindrĂŒcken verknĂŒpft ist als bislang angenommen.»

Untersuchung mit VR-Brillen 

An der Studie nahmen 48 Versuchspersonen teil. FĂŒr die Untersuchung setzten sie VR-Brillen (Virtual Reality) auf, die sie in virtuelle Varianten des Kammermusiksaals im Berliner Konzerthaus versetzten. Der Saal erschien in unterschiedlichen Farbtönen sowie in unterschiedlicher Helligkeit und SĂ€ttigung. Insgesamt wurden den Angaben nach zwölf unterschiedlich gestaltete Farbumgebungen in Rot-, GrĂŒn- und Blautönen getestet – etwa durch unterschiedliche Farbgestaltungen von SitzbezĂŒgen und BĂŒhnenhintergrund. 

Die Teilnehmenden hören vier MusikstĂŒcke aus unterschiedlichen Epochen mit unterschiedlichem Tempo. Anschließend bewerteten sie diese auf einer Skala von 1 bis 10 unter anderem nach Kriterien wie persönlichem Gefallen, wahrgenommener LautstĂ€rke, WĂ€rme, Halligkeit und Klangfarbe.

Am stÀrksten beeinflusste die Raumgestaltung die wahrgenommene Klangfarbe. Auf die Wahrnehmung der LautstÀrke hatte die Farbgebung hingegen keinen messbaren Effekt.

Farbgestaltung sollte grĂ¶ĂŸere Rolle fĂŒr Planung von SĂ€len spielen

Dunklere RĂ€ume mit gedeckten Farben lenkten die Aufmerksamkeit stĂ€rker auf die Musikerinne und Musiker auf der BĂŒhne, sagt Weinzierl. Viele KonzertsĂ€le seien bereits entsprechend gestaltet auch genau so gestaltet – daran hĂ€tten sich offenbar viele Menschen gewöhnt. Demnach habe die Bewertung der Studienteilnehmer auch eine psychologische Komponente: «Man mag eher das, was man kennt, als das, was man noch nie gesehen hat.»

Was können Architektinnen und Akustikplaner von der Studie fĂŒr die Planung und Gestaltung von KonzertsĂ€len, Theatern und anderen AuffĂŒhrungsrĂ€umen lernen? Der visuelle Eindruck mĂŒsse stĂ€rker mit bedacht werden, wenn man einen Raum akustisch plane, so der Experte.

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