HemaGuide, KI-System

HemaGuide: KI-System erreicht 82% Expertenqualität bei Blutkrebs

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 08:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Nur noch 63 Prozent bewerten das Gesundheitssystem positiv, während 81 Prozent KI in der Medizin befürworten.

Deutsche Gesundheitszufriedenheit sinkt, KI-Akzeptanz steigt
Eine futuristische, leuchtende Darstellung eines menschlichen Gehirns mit digitalen Datenströmen überlagert, schwebend in einer modernen medizinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Laut dem Stada Health Report 2026 bewerten nur noch 63 Prozent der Befragten das System positiv – 2020 waren es noch 80 Prozent.

Gleichzeitig wächst die Offenheit für technologische Unterstützung. 81 Prozent der Deutschen stehen dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin aufgeschlossen gegenüber. Bereits 45 Prozent nutzen KI-Anwendungen für gesundheitliche Fragen.

Die häufigsten Einsatzbereiche: Diagnosen verstehen (26 Prozent), Arzttermine vorbereiten (17 Prozent) und Zweitmeinungen einholen (13 Prozent).

Vorbehalte bleiben – trotz hoher Nutzungsbereitschaft

Trotz der Offenheit gibt es Bedenken. 58 Prozent der Befragten fĂĽrchten Fehldiagnosen durch KI-Systeme. 45 Prozent sorgen sich um Datenmissbrauch.

Dennoch: 41 Prozent wären bereit, sämtliche Gesundheitsdaten zu teilen, wenn dadurch die Versorgung besser wird.

Schweiz und Ă–sterreich: Hohe Zufriedenheit, groĂźe Skepsis

Im europäischen Vergleich zeigen sich krasse Unterschiede. In der Schweiz liegt die Zufriedenheit bei stolzen 90 Prozent. Gleichzeitig lehnen dort 48 Prozent eine KI-gestützte Beratung ab. Grund: die starke Bindung an Hausärzte.

Ähnlich in Österreich: 87 Prozent bevorzugen Arzttermine vor Ort. Die Hälfte lehnt KI-Diagnosen ab.

Doch auch die Schweiz kämpft mit Problemen. Die Gesundheitsausgaben erreichten 2024 zwölf Prozent des BIP. Die durchschnittliche Prämie stieg auf 423 Franken pro Monat – rund sieben Prozent des Einkommens. 20 Prozent der älteren Erwachsenen verzichten deshalb auf notwendige Behandlungen.

HemaGuide: KI-Assistent fĂĽr Blutkrebsdiagnostik

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Während die Gesellschaft diskutiert, macht die Forschung Fortschritte. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat HemaGuide entwickelt – ein KI-System für Therapieentscheidungen bei Blutkrebs.

Die Anwendung analysiert Arztbriefe, Leitlinien und Fallberichte. Eine molekulare Analyse dauert weniger als eine Minute.

In Tests mit 555 Fällen erreichte das System 82 Prozent Übereinstimmung mit Expertenempfehlungen. Entscheidend: Assistenzärzte erreichen mit HemaGuide das Niveau erfahrener Oberärzte. Eine klinische Studie ist geplant.

„KI entlastet bei Papierkram – nicht beim Patientenkontakt“

Branchenexperten sehen das größte Potenzial bei administrativen Aufgaben. Der Hausärzteverband fordert standardisierte Schnittstellen für KI in Praxisverwaltungssystemen.

Gleichzeitig bleibt der persönliche Kontakt zentral. Der Erfolg von Präventionsmaßnahmen hängt maßgeblich von der Bindung zwischen Arzt und Patient ab.

Wissenschaftler der RWTH Aachen warnen vor Verzerrungen durch einseitige Trainingsdaten. Ihr Vorschlag: Informationsblätter nach Beipackzettel-Vorbild für KI-Anwendungen.

„Kritisches Denken nicht delegieren“

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Trotz aller Potenziale mahnt der Wissenschaftsrat zur Vorsicht. Der Vorsitzende betont: Fachliche Kompetenz und kritisches Denken dürfen nicht vollständig an KI delegiert werden.

Die Gefahr: Kompetenzverlust und Fehlinformation, wenn die menschliche Urteilskraft durch Technik ersetzt wird. Der Rat empfiehlt, in der Ausbildung KI-freie PrĂĽfungsformate beizubehalten und die Lernwirksamkeit der Technologien kontinuierlich zu prĂĽfen.

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