Herbstspaziergänge: Schon 45 Minuten im Grünen können das Wohlbefinden steigern
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit dem Beginn der dunkleren Jahreszeit leiden viele Menschen unter saisonalen Stimmungstiefs. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, empfiehlt die Therapeutin Deb Dana das bewusste Fokussieren auf sogenannte Glimmer. Dabei handelt es sich um kleine, oft unscheinbare Alltagsmomente, die gezielt wahrgenommen werden, um emotionale Stabilität zu fördern und das seelische Wohlbefinden in belastenden Phasen zu stärken.
Die Wirkung von Naturaufenthalten und Alltagsroutinen
Neben der Achtsamkeit für Mikro-Glücksmomente bieten auch Aktivitäten im Freien Unterstützung. Spaziergänge im Herbst vereinen Bewegung, Tageslicht und Naturerleben.
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen die physiologischen Effekte: Eine Untersuchungsreihe des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung aus dem Jahr 2024 zeigte, dass Naturaufenthalte und Naturgeräusche die Aktivität der Amygdala im Gehirn dämpfen, was mit einer reduzierten Stressreaktion einhergeht.
Bereits eine begrenzte Verweildauer im Grünen kann messbare Effekte erzielen. Eine Untersuchung der National Taiwan University aus dem Jahr 2023 berichtete von einem sprunghaften Anstieg des Wohlbefindens ab 45 Minuten im Grünen, während ein Zeitraum von 46 bis 60 Minuten das volle Potenzial entfalte.
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Ebenso tragen persönliche Interessen zur Entlastung bei. Hobbys können Freude und Entspannung vermitteln, soziale Kontakte festigen und das Risiko für depressive Beschwerden senken, sofern sie mit Freude ausgeübt werden. Eine australische Übersichtsarbeit fasste 2025 insgesamt 11 Studien zusammen.
In einer Untersuchung mit knapp 3.000 Berufstätigen wiesen Personen mit Hobbys niedrigere Depressionswerte sowie ein besseres psychisches Wohlbefinden auf. Zudem brachte eine UCL-Studie mit mehr als 93.000 Menschen ab 65 Jahren aus 16 Ländern regelmäßige Freizeitbeschäftigungen mit einem höheren Maß an Lebenszufriedenheit und Glück in Verbindung.
Wechselwirkungen zwischen Schlaf und psychischer Gesundheit
Für die seelische Stabilität spielt auch die Schlafqualität eine entscheidende Rolle. Bis zu 10 % der Erwachsenen in Europa leiden an einer chronischen Schlafstörung. Diese liegt definitionsgemäß vor, wenn Ein- oder Durchschlafprobleme mindestens drei Monate lang an mindestens drei Tagen pro Woche auftreten und die Leistungsfähigkeit am Tag beeinträchtigen.
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Dieter Riemann betont, dass anhaltend schlechter Schlaf langfristig das Risiko für Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie neurodegenerative Erkrankungen erhöhen kann.
Umfragen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass depressive und Angstsymptome in Deutschland seit 2020 zunehmen. Im Jahr 2024 lagen depressive Symptome bei Erwachsenen bei rund 22 %, während ambulante Diagnosen depressiver Störungen 2023 bei etwa 17 % lagen. 2024 bewerteten 28 % der Befragten ihr psychisches Wohlbefinden als eher schlecht und rund 11 % als eher gut, wobei junge Erwachsene und insbesondere junge Frauen überproportional betroffen sind.
Laut Andreas Meyer-Lindenberg weisen jährlich rund 30 % der Bevölkerung in Deutschland eine behandlungsbedürftige, diagnostizierbare psychische Erkrankung auf. Fachleute weisen darauf hin, dass Depressionen behandelbar sind und anhaltende Beschwerden ärztlich oder psychotherapeutisch abgeklärt werden sollten. Bei akuter Selbstgefährdung stehen der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 sowie die psychiatrische Notfallversorgung bereit.

