Herz-Kreislauf-TodesfÀlle: 70 Prozent in China mit Stoffwechsel verbunden
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 19:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf der 4. Internationalen Kardiometabolischen Konferenz im chinesischen Kunming diskutierten Fachleute ĂŒber zeitgemĂ€Ăe Strategien gegen Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Die Zusammenkunft stand unter dem Leitthema einer VerknĂŒpfung von kĂŒnstlicher Intelligenz und prĂ€ziser PrĂ€vention.
Experten aus China, Deutschland, Italien und Serbien tauschten sich in knapp 30 Foren ĂŒber aktuelle Herausforderungen der kardiometabolischen Medizin aus. Im Rahmen der Konferenz tagte zudem ein deutsch-chinesisches Expertenkomitee.
Hohe MortalitÀt durch metabolische Anomalien erfordert neue Strategien
Die Dringlichkeit interdisziplinĂ€rer AnsĂ€tze unterstrichen neue Datenerhebungen. Prof. Huang Kai vom Renmin-Krankenhaus der Wuhan-UniversitĂ€t legte gemeinsam mit dem Chinesischen Zentrum fĂŒr Krankheitskontrolle und -prĂ€vention Studienergebnisse vor, wonach rund 70 Prozent der kardiovaskulĂ€ren TodesfĂ€lle in China mit metabolischen Anomalien im Zusammenhang stehen.
Angesichts dieser Dimensionen forderte Prof. Huo Yong von der Peking-UniversitĂ€t, Interventionen zeitlich deutlich vorzuverlegen und die fĂ€cherĂŒbergreifende Zusammenarbeit zu intensivieren.
Den Wandel der Behandlungsstrategien erörterte Prof. Zhang Yun vom Qilu-Krankenhaus. Da instabile Plaques als wesentliche Auslöser fĂŒr GefĂ€ĂverschlĂŒsse gĂ€lten, vollziehe sich in der Praxis ein Wechsel von der reinen Lipidsenkung hin zu einer kombinierten Therapie aus Lipidsenkung und EntzĂŒndungshemmung.
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Neben dem klassischen Cholesterin rĂŒckten weitere ZielmolekĂŒle wie Lipoprotein(a) und Triglyceride verstĂ€rkt in den Fokus. DarĂŒber hinaus eröffne die Einbindung von Werkzeugen der kĂŒnstlichen Intelligenz neue Möglichkeiten, Risikopatienten frĂŒher und prĂ€ziser zu identifizieren.
Modellprojekte in der PrimÀr- und Notfallversorgung
Zur praktischen Umsetzung der wissenschaftlichen AnsÀtze brachten die Veranstalter, darunter die Yunnan-UniversitÀt, das CKM-Projekt Yunnan auf den Weg, das auf eine StÀrkung der kardiometabolischen Versorgung auf der Ebene der PrimÀrmedizin abzielt.
Im klinischen Bereich wurde zudem die PAIRS-STEMI-Studie gestartet. Das Forschungsvorhaben vergleicht das Verfahren einer Lyse mit anschlieĂendem Transfer zur perkutanen Koronarintervention (PCI) gegenĂŒber dem direkten PCI-Transfer bei Patienten mit einem ST-Hebungsinfarkt.
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Dass regionale koordinierte Versorgungsinitiativen messbare Erfolge erzielen können, illustrieren Daten aus der chinesischen Provinz Hubei. Die dort seit 2021 laufende Aktion â323" fĂŒhrte zu einem RĂŒckgang der kardiovaskulĂ€ren Sterblichkeit von 236,6 pro 100.000 im Jahr 2019 auf 190,7 pro 100.000 im Jahr 2025. Das Programm stĂŒtzt sich auf 1404 Brustschmerzeinheiten an der Versorgungsbasis und registrierte ĂŒber 4000 Basis-Lysen, was jeweils den landesweit höchsten Werten entspricht.
Die verzeichnete Zeitspanne von der Aufnahme bis zur Rekanalisation (D2W) lag bei durchschnittlich 64,7 Minuten. Die KonferenzbeitrĂ€ge verdeutlichen, dass neben neuen medikamentösen und technischen AnsĂ€tzen vor allem gut strukturierte Versorgungsnetzwerke ausschlaggebend fĂŒr eine nachhaltige Senkung kardiometabolischer Risiken sind.
