Herz-, Nierenerkrankung

Herz- und Nierenerkrankung: Kaliumbinder verdreifacht Chance auf Zieldosis

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In einer 14-wöchigen Studie erreichten mehr Patienten mit SZC die RAASi-Zieldosis, ohne eine ausgeprägte Hyperkaliämie zu entwickeln.

Natrium-Zirkonium-Cyclosilikat erleichtert RAASi-Therapie bei Herz- und Nierenerkrankung
Moderne medizinische Laborausstattung mit Zentrifuge und Glasgefäßen in einer klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Bei Patienten mit gleichzeitiger Herzinsuffizienz und chronischer Nierenerkrankung steht die medikamentöse Behandlung vor einem wiederkehrenden Dilemma. Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAASi) bilden eine zentrale Säule der kardiovaskulären Versorgung, erhöhen jedoch häufig das Risiko für erhöhte Kaliumwerte im Blut.

Eine randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie unter der Leitung von Debasish Banerjee vom St George's University Hospitals NHS Foundation Trust und der City St George's University of London liefert nun konkrete Daten dazu, wie sich diese therapeutische Hürde überwinden lässt: Der Einsatz des Kaliumbinders Natrium-Zirkonium-Cyclosilikat (SZC) ermöglicht eine schnellere und sicherere Optimierung der RAASi-Therapie.

Deutlich höhere Erfolgsrate bei der Medikamentendosierung

Die Untersuchung umfasste 112 erwachsene Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) sowie chronischer Nierenerkrankung (CKD) der Stadien 3 bis 5. Bei den Studienteilnehmern lag zu Beginn ein Serum-Kaliumwert zwischen 5,0 und 5,5 mmol/L vor; die Nachbeobachtungsdauer betrug 14 Wochen.

In der Per-Protokoll-Analyse erreichten 24 von 43 Patienten (56 Prozent) in der mit SZC behandelten Gruppe die vorgegebene Ziel-RAASi-Dosis, ohne dass eine Hyperkaliämie mit Kaliumwerten von 5,6 mmol/L oder höher auftrat. In der Placebogruppe gelang dies lediglich 15 von 53 Teilnehmern, was einem Anteil von 28 Prozent entspricht (p=0,006; ITT p=0,007).

In der Intention-to-Treat-Auswertung (ITT) zeigte sich, dass Patienten unter SZC die angestrebte Zieldosis der RAAS-Inhibitoren mit einer mehr als dreifach höheren Wahrscheinlichkeit erreichten (Odds Ratio 3,16; 95%-Konfidenzintervall 1,35–7,39; p=0,008). Hinsichtlich der Häufigkeit unerwünschter Ereignisse verzeichneten die Studienautoren keine signifikanten Unterschiede zwischen der Behandlungsgruppe und der Kontrollgruppe.

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Einordnung und Studiendaten

Vorläufige Ergebnisse der Untersuchung waren bereits auf dem World Congress of Nephrology im Jahr 2025 vorgestellt worden, bevor detaillierte Auswertungen in Fachpublikationen folgten.

Die wissenschaftliche Arbeit wurde durch AstraZeneca finanziert (Studienkennung ESR-19-20174) und ist unter den Registernummern NCT05004363 sowie EudraCT 2020-002946-18 registriert.

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Kardiorenale Erkrankungen stellen die klinische Praxis vor wachsende Herausforderungen. Fachgesellschaften weisen darauf hin, dass bei mindestens 40 Prozent der Patienten mit Herzinsuffizienz zugleich eine chronische Nierenerkrankung vorliegt. Das gemeinsame Auftreten beider Erkrankungen verstärkt den Krankheitsverlauf wechselseitig, weshalb internationale Leitlinien – darunter gemeinsame Empfehlungen europäischer Fachgesellschaften wie der European Society of Cardiology (ESC) und der European Renal Association (ERA) – eine koordinierte interdisziplinäre Betreuung anmahnen.

Bisher führte die Furcht vor einer Hyperkaliämie häufig dazu, dass lebensverlängernde RAAS-Inhibitoren in der Praxis unterdosiert oder bei ersten Kaliumanstiegen vorzeitig abgesetzt wurden. Die aktuellen Daten zur SZC-Gabe verdeutlichen, dass eine gezielte Kontrolle des Kaliumspiegels dazu beitragen kann, die kardioprotektive Medikation auch bei fortgeschrittenen Nierenschäden auf das empfohlene Zieldosierungsniveau anzuheben.

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