Herzbericht, KHK-Sterberate

Herzbericht: KHK-Sterberate sinkt um 7 Prozent auf 118,3

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 17:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Herzbericht 2026 zeigt weniger KHK-TodesfÀlle, zugleich aber mehr Klinikaufnahmen wegen Herzrhythmusstörungen und regionale Unterschiede.

Deutscher Herzbericht 2026: KHK-Sterblichkeit sinkt deutlich
Ein minimalistischer, modern ausgestatteter medizinischer Untersuchungsraum in einer deutschen Klinik mit neutralem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Der aktuelle Deutsche Herzbericht liefert detaillierte statistische Einblicke in die kardiologische Versorgungslage und die MortalitÀtsentwicklung in der Bundesrepublik. Die im September 2026 vorgestellten Daten, die primÀr das Berichtsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr betrachten, zeigen eine signifikante Entlastung bei der Sterblichkeit durch koronare Herzkrankheiten (KHK).

WĂ€hrend die Sterberate pro 100.000 Einwohner im Jahr 2023 noch bei 127,3 gelegen hatte, sank dieser Wert fĂŒr das Jahr 2024 auf 118,3. Dies entspricht einem RĂŒckgang von mehr als 7 Prozent.

Sinkende MortalitÀt bei koronaren Herzkrankheiten

Die Gesamtzahl der TodesfĂ€lle infolge von KHK verringerte sich laut dem Bericht von 119.795 im Jahr 2023 auf 113.473 im Jahr 2024. Innerhalb dieser Gruppe entfielen 41.258 TodesfĂ€lle auf akute Herzinfarkte, was ebenfalls einen RĂŒckgang gegenĂŒber dem Vorjahr (43.839 Verstorbene) darstellt.

Betrachtet man die gesamte Sterblichkeit durch Herzkrankheiten ĂŒber alle Diagnosegruppen hinweg, verzeichnete die Statistik fĂŒr das Jahr 2024 fast 205.000 TodesfĂ€lle. Im Jahr 2023 hatte dieser Wert noch bei ĂŒber 211.000 gelegen.

Trotz der sinkenden Sterberaten bleibt die Inanspruchnahme stationĂ€rer Leistungen hoch. Im Jahr 2024 wurden ĂŒber 1,65 Millionen herzbedingte Krankenhausaufenthalte registriert, was einen leichten Anstieg gegenĂŒber den vorangegangenen Erhebungen bedeutet.

Vorhofflimmern als zentrale klinische Herausforderung

Ein wesentlicher Treiber der Hospitalisierungen sind Herzrhythmusstörungen. FĂŒr diese Diagnosegruppe wurden 509.490 vollstationĂ€re Aufnahmen im Jahr 2024 gemeldet, nachdem es im Jahr 2023 noch 493.636 gewesen waren. Die Zahl der TodesfĂ€lle durch Herzrhythmusstörungen belief sich auf 29.759.

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Besonderes Augenmerk legt die Analyse auf das Vorhofflimmern, von dem in Deutschland ĂŒber 1,6 Millionen Menschen betroffen sind. Im Jahr 2024 wurden 360.800 stationĂ€re Behandlungen aufgrund dieser spezifischen Rhythmusstörung durchgefĂŒhrt.

Die klinische Relevanz zeigt sich insbesondere in der SchlaganfallprĂ€vention: Den Daten zufolge sind 20 bis 30 Prozent der ischĂ€mischen SchlaganfĂ€lle auf Vorhofflimmern zurĂŒckzufĂŒhren. Die Hospitalisierungsrate lag in diesem Bereich bei 532 pro 100.000 Einwohner und bewegt sich damit auf einem Ă€hnlichen Niveau wie im Jahr 2019, als der Wert 535,6 betragen hatte.

Regionale DisparitÀten und geschlechtsspezifische Unterschiede

Die statistische Auswertung offenbart deutliche regionale Unterschiede bei der Herzinfarktsterblichkeit im Jahr 2024. Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete mit 63,4 TodesfÀllen pro 100.000 Einwohner die bundesweit höchste Rate, gefolgt von Berlin mit 60,4, Sachsen-Anhalt mit 55,8 und Bremen mit 55,1. Die niedrigste Sterberate wurde hingegen in Hamburg mit 26,2 ermittelt.

Zudem weist der Bericht auf signifikante Unterschiede bei der Kliniksterblichkeit nach einem Herzinfarkt hin. Bei Frauen lag die Sterblichkeitsrate in den KrankenhÀusern im Jahr 2024 bei 14,4 Prozent, wÀhrend sie bei MÀnnern mit 10,1 Prozent deutlich niedriger ausfiel.

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Differenzierung der SterbefÀlle nach Diagnosegruppen

Neben der koronaren Herzkrankheit tragen weitere schwere Erkrankungen zur GesamtmortalitĂ€t bei. Bei der Herzinsuffizienz wurden fĂŒr das Jahr 2024 insgesamt 37.663 TodesfĂ€lle dokumentiert. Herzklappenerkrankungen fĂŒhrten im selben Zeitraum zu 23.195 SterbefĂ€llen. Diese Zahlen unterstreichen die anhaltende Bedeutung einer differenzierten kardiologischen Diagnostik und Therapieplanung angesichts einer alternden Gesellschaft.

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