Herzerkrankung, Kaffee

Herzerkrankung: Kaffee verdoppelt Risiko bei schwerem Bluthochdruck

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 08:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die American Heart Association bestätigt 400 mg Koffein als sicher, warnt aber vor erhöhtem Sterberisiko bei schwerem Bluthochdruck.

AHA-Update: Sichere Koffeinmengen und Risiken bei Bluthochdruck
Eine Tasse schwarzer Kaffee neben einem medizinischen Stethoskop und einem Blutdruckmessgerät auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die American Heart Association hat ihre Empfehlungen aktualisiert. Für gesunde Erwachsene gilt eine tägliche Koffeinaufnahme von bis zu 400 Milligramm als sicher – das entspricht etwa drei bis fünf Tassen Filterkaffee.

Moderater Konsum in diesem Bereich senkt das Risiko für Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und Vorhofflimmern. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft 200 Milligramm pro Einzeldosis und 400 Milligramm über den Tag verteilt als unbedenklich ein. Schwangere sollten die Menge auf maximal 200 Milligramm halbieren.

Statistiken deuten zudem darauf hin: 3,5 bis 5 Tassen täglich reduzieren das Risiko für Typ-2-Diabetes um 20 bis 30 Prozent. Die niedrigste Sterblichkeitsrate liegt bei zwei bis vier Tassen pro Tag.

Gefahr bei schwerem Bluthochdruck

Doch Vorsicht für bestimmte Patientengruppen: Eine Studie im Journal of the American Heart Association zeigt, dass Menschen mit schwerem Bluthochdruck (Werte ab 160/100 mmHg) aufpassen müssen. Bei ihnen verdoppelt der Konsum von zwei oder mehr Tassen Kaffee pro Tag das Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben. Bei einer Tasse täglich fand sich kein erhöhtes Risiko.

Für Patienten mit gut eingestelltem Blutdruck gelten weniger Einschränkungen. Zwar verursacht Koffein einen kurzzeitigen Blutdruckanstieg für ein bis drei Stunden, führt aber nicht zu chronischem Bluthochdruck. Das bestätigen die ESC-Leitlinien von 2024: Regelmäßiger Kaffeekonsum erhöht das allgemeine Hypertonie-Risiko nicht.

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Wichtig: Blutdruckmedikamente sollten nicht unmittelbar mit Kaffee eingenommen werden. Während Kaffee die Wirkung von Betablockern abschwächen kann, sind bei ACE-Hemmern, Kalziumkanalblockern oder Diuretika keine Wechselwirkungen bekannt.

Filterkaffee ist die beste Wahl

Die Zubereitungsart entscheidet mit. Fachleute empfehlen Filterkaffee. Ungefilterte Varianten wie French Press oder türkischer Kaffee enthalten Cafestol, das den LDL-Cholesterinspiegel erhöht. Seine schützende Wirkung entfaltet Kaffee am besten schwarz oder mit wenig Zucker und Sahne. Sirup oder viel Milch mindern die positiven Effekte.

Interessant: Grüner Tee zeigte selbst bei Patienten mit schwerem Bluthochdruck kein erhöhtes Risiko. Die enthaltenen Polyphenole neutralisieren offenbar die potenziell negativen Koffein-Wirkungen.

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Energy-Drinks: Gefahr für junge Menschen

Einigkeit herrscht in der Forschung über die Gefahren von Energy-Drinks und konzentriertem Koffeinpulver. Energy-Drinks enthalten oft die drei- bis vierfache Menge an Koffein im Vergleich zu herkömmlichem Kaffee. Laut AHA können sie Blutdruckspitzen, Herzrhythmusstörungen und im Extremfall einen Herzstillstand auslösen – besonders bei jungen Menschen. Von reinem Koffeinpulver wird wegen der hohen Überdosis-Gefahr generell abgeraten.

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