Herzinfarkt-PrÀvention: PCSK9-Inhibitor senkt MortalitÀt um 20%
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Chronische systemische EntzĂŒndungen gelten als zentraler Treiber kardiovaskulĂ€rer Erkrankungen. Neue Studiendaten aus der Phase-3-Studie VESALIUS-CV des Biotechnologieunternehmens Amgen liefern nun Hinweise darauf, dass eine konsequente Cholesterinsenkung ĂŒber den PCSK9-Inhibitor Repatha (Evolocumab) nicht nur kardiovaskulĂ€re Ereignisse, sondern auch die GesamtmortalitĂ€t von Hochrisikopatienten deutlich reduzieren kann. Die Ergebnisse wurden auf dem Kongress der European Society of Cardiology (ESC) in MĂŒnchen vorgestellt.
Deutliche Reduktion der GesamtmortalitÀt
Laut Amgen senkte Repatha in der VESALIUS-CV-Studie die GesamtmortalitĂ€t um 20 Prozent bei mehr als 12.000 untersuchten Hochrisikopatienten. Besonders bemerkenswert: Die eingeschlossenen Teilnehmer hatten zuvor keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten â es handelte sich also um eine Population mit erhöhtem kardiovaskulĂ€rem Risiko, aber ohne bereits manifestiertes Ereignis. Damit ist Repatha nach Angaben von Amgen der erste PCSK9-Inhibitor, fĂŒr den in einer Studie dieser GröĂenordnung ein MortalitĂ€tsvorteil gezeigt werden konnte.
Wirkung auf kardiovaskulÀre Ereignisse und Herzinfarktrisiko
Neben der GesamtmortalitÀt wurde in der Studie auch eine Reduktion der kardiovaskulÀren MortalitÀt sowie der kardiovaskulÀren Ereignisse insgesamt beobachtet. Bereits nach sechs Monaten zeigte sich laut den Studiendaten eine Senkung des Herzinfarktrisikos. Der Effekt auf die MortalitÀt wurde nach eineinhalb Jahren Behandlungsdauer erfasst, wobei die mediane Nachbeobachtungszeit der Studie 4,6 Jahre betrug.
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Bedeutung fĂŒr das VerstĂ€ndnis systemischer EntzĂŒndungsprozesse
Die Ergebnisse fĂŒgen sich in ein gröĂeres Forschungsfeld ein, das sich mit den zellulĂ€ren Auslösern systemischer EntzĂŒndungsprozesse und deren Rolle bei der Entstehung kardiovaskulĂ€rer Erkrankungen befasst.
PCSK9-Inhibitoren wie Evolocumab setzen an der Regulierung des LDL-Cholesterins an, dessen Ablagerung in GefĂ€ĂwĂ€nden als einer der Mechanismen gilt, die entzĂŒndliche Prozesse in BlutgefĂ€Ăen begĂŒnstigen.
Dass sich eine aggressive Senkung des LDL-Cholesterins nun auch in einer messbaren Reduktion der GesamtmortalitĂ€t niederschlĂ€gt, wird von Amgen als Beleg dafĂŒr gewertet, dass eine frĂŒhzeitige Intervention bei Hochrisikopatienten â noch bevor es zu einem ersten schweren kardiovaskulĂ€ren Ereignis kommt â einen relevanten Unterschied machen kann.
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Einordnung der Studienpopulation
Die Tatsache, dass die untersuchte Patientengruppe zuvor keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hatte, unterscheidet VESALIUS-CV von vielen frĂŒheren Studien zu lipidsenkenden Therapien, die hĂ€ufig auf die SekundĂ€rprĂ€vention nach einem bereits eingetretenen Ereignis fokussiert waren.
Die auf dem ESC-Kongress in MĂŒnchen prĂ€sentierten Daten deuten darauf hin, dass der Nutzen einer PCSK9-Hemmung auch im Bereich der PrimĂ€rprĂ€vention bei Hochrisikopatienten mit erhöhtem kardiovaskulĂ€rem Risikoprofil relevant sein könnte.
Weitere Auswertungen der Studiendaten dĂŒrften in den kommenden Monaten im Rahmen von Fachpublikationen folgen, um die Mechanismen hinter der beobachteten MortalitĂ€tsreduktion detaillierter zu beleuchten.
