Herzinfarkt-Sterblichkeit: Rückgang um 7 Prozent in Deutschland
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 15:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Sterblichkeit infolge von Herzinfarkten und koronaren Herzkrankheiten in Deutschland verzeichnet eine rückläufige Entwicklung. Das geht aus dem Deutschen Herzbericht mit den Daten für das Jahr 2024 hervor.
Trotz dieser positiven Tendenz bei den Todesfällen bleibt die Belastung des Gesundheitssystems hoch: Die Zahl der stationären Aufnahmen wegen Herzerkrankungen stieg zuletzt leicht an, zudem bestehen weiterhin ausgeprägte regionale Unterschiede und geschlechtsspezifische Divergenzen bei der Behandlung.
Deutlicher Rückgang bei koronaren Herzkrankheiten
Die Sterberate bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) sank binnen eines Jahres von 127,3 auf 118,3 Fälle pro 100.000 Einwohner, was einem Rückgang von über 7 Prozent entspricht.
Insgesamt starben im Jahr 2024 in Deutschland 113.473 Menschen an einer KHK, nachdem im Jahr 2023 noch 119.795 Todesfälle registriert worden waren. Von den KHK-Sterbefällen entfielen 41.258 auf einen akuten Herzinfarkt; im Vorjahr lag dieser Welt noch bei 43.839 Fällen.
Über alle Herzerkrankungen hinweg verzeichnete die Statistik für 2024 fast 205.000 Todesfälle, verglichen mit über 211.000 im Jahr 2023. Eine Ausnahme vom allgemeinen Rückgang bildeten angeborene Herzfehler, bei denen die Zahlen für 2024 gegenüber 2023 leicht erhöht waren.
Parallel zur gesunkenen Sterblichkeit stieg die Inanspruchnahme der Kliniken leicht: Mehr als 1,65 Millionen herzbedingte Krankenhausaufenthalte wurden für das Jahr 2024 dokumentiert.
Geschlechterunterschiede und regionales Gefälle
Der Bericht verdeutlicht zudem deutliche Unterschiede beim Ausgang von Herzinfarkten während des Klinikaufenthalts. Die Kliniksterblichkeit nach einem Herzinfarkt lag 2024 bei Frauen bei 14,4 Prozent, während sie bei Männern 10,1 Prozent betrug.
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Auf Länderebene zeigt sich ein ausgeprägtes Gefälle bei der Herzinfarktsterberate je 100.000 Einwohner. Den höchsten Wert verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern mit 63,4, gefolgt von Berlin mit 60,4, Sachsen-Anhalt mit 55,8 und Bremen mit 55,1. Die mit Abstand niedrigste Herzinfarktsterberate wies Hamburg mit 26,2 auf.
Herzrhythmusstörungen und operative Eingriffe
Neben der koronaren Herzkrankheit forderten auch andere kardiologische Erkrankungen zahlreiche Todesopfer. Im Jahr 2024 starben 37.663 Menschen an einer Herzinsuffizienz, 23.195 an Erkrankungen der Herzklappen und 29.759 an Herzrhythmusstörungen.
Bei den Herzrhythmusstörungen ging die Sterberate leicht von 30,0 pro 100.000 Einwohner im Jahr 2023 auf 29,2 im Jahr 2024 zurück. Demgegenüber stiegen die stationären Behandlungen wegen Rhythmusstörungen von 493.636 Fällen im Jahr 2023 (Rate: 520) auf 509.490 Behandlungen im Jahr 2024 (Rate: 532 pro 100.000 Einwohner).
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Die häufigste Rhythmusstörung bleibt das Vorhofflimmern, von dem über 1,6 Millionen Menschen betroffen sind. Im Berichtsjahr 2024 führte dies zu rund 360.800 stationären Behandlungen sowie zu 23.184 Todesfällen. Damit gingen 77,9 Prozent aller Todesfälle durch Herzrhythmusstörungen auf Vorhofflimmern zurück.
Bei den operativen Therapien setzte sich der Trend zu invasiven Eingriffen fort: Die Zahl der Katheterablationen stieg um 12,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 139.941 Eingriffe, wovon 88.739 aufgrund von Vorhofflimmern durchgeführt wurden.
