Herzinfarktrisiko, Minuten

Herzinfarktrisiko: 120 Minuten Krafttraining senken Risiko um 44%

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Studien zeigen: Mehr IntensitĂ€t und Krafttraining senken das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich. Bewegungstherapie hilft auch Krebspatienten.

Studien belegen: Krafttraining und IntensitÀt senken Herzrisiko deutlich
Eine Person joggt in einem modernen Park bei Sonnenuntergang als Symbol fĂŒr Herz-Kreislauf-PrĂ€vention durch Sport. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Wer regelmĂ€ĂŸig trainiert, lebt lĂ€nger und gesĂŒnder. Neue Studien zeigen: Entscheidend ist nicht nur die Dauer, sondern vor allem die IntensitĂ€t der Bewegung. Schon moderate AktivitĂ€t senkt das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich – wer mehr tut, profitiert noch stĂ€rker.

Mehr IntensitÀt, weniger Risiko

Eine im European Heart Journal veröffentlichte Auswertung der UK-Biobank-Studie mit ĂŒber 96.000 Teilnehmern im Durchschnittsalter von 62 Jahren liefert klare Ergebnisse: Ein höherer Anteil intensiver körperlicher AktivitĂ€t reduziert das Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€re Ereignisse, Vorhofflimmern, Typ-2-Diabetes und Demenz – unabhĂ€ngig von der gesamten Bewegungsdauer.

Eine weitere Kohortenstudie mit rund 17.000 Teilnehmern ĂŒber fast acht Jahre zeigt: Bereits 150 Minuten moderate bis intensive AktivitĂ€t pro Woche senken das kardiovaskulĂ€re Risiko um 8 bis 9 Prozent. Wer eine Reduktion von ĂŒber 30 Prozent anstrebt, muss jedoch deutlich mehr investieren: Etwa 560 bis 610 Minuten pro Woche sind laut Studiendaten dafĂŒr nötig.

Krafttraining als Herzschutz

Neben Ausdauereinheiten rĂŒckt Krafttraining zunehmend in den Fokus der PrĂ€ventionsforschung. Langzeitbeobachtungen an ĂŒber 117.000 Frauen ĂŒber rund 15 Jahre belegen: 120 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 20 Prozent, das Herzinfarktrisiko sogar um 44 Prozent. Jede weitere Trainingsstunde pro Woche bringt zusĂ€tzliche fĂŒnf Prozent Risikominderung.

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Das British Journal of Sports Medicine bestĂ€tigt diesen Trend fĂŒr breitere Bevölkerungsgruppen. Bei 90 bis 120 Minuten wöchentlichem Krafttraining sank die allgemeine Sterblichkeit um 13 Prozent, die neurologisch bedingte – etwa durch Alzheimer – um 27 Prozent. Über 120 Minuten hinaus war kein zusĂ€tzlicher Nutzen feststellbar. Besonders effektiv: die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining, die das Sterberisiko um bis zu 45 Prozent senkte.

Die richtige Dosis finden

Trotz der positiven Effekte warnen Mediziner vor ĂŒbertriebenem Ehrgeiz. Forscher der CharitĂ© untersuchten im August 2026 die Risiken von extremem Ausdauersport fĂŒr den Herzrhythmus – mit besonderem Fokus auf Frauen.

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Bei bestehenden Vorerkrankungen wie Bluthochdruck gelten spezifische Empfehlungen. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2023 zeigt: Isometrische Übungen wie Planks oder der Wandsitz senken den Blutdruck signifikant. Die EuropĂ€ische Gesellschaft fĂŒr Kardiologie (ESC) empfiehlt 150 bis 300 Minuten moderates oder 75 bis 150 Minuten intensives Training pro Woche, ergĂ€nzt durch KraftĂŒbungen. Bei sehr hohen Werten ist Vorsicht geboten: Ab 180/110 mmHg sollte auf intensiven Sport verzichtet werden.

Bewegung in der Krebstherapie

Strukturierte Bewegungsprogramme finden zudem verstĂ€rkt Einzug in die Tumortherapie. Ein seit Mai 2025 bestehender Versorgungsvertrag zwischen der FPZ GmbH und der Debeka ermöglicht vollversicherten Krebspatienten den Zugang zu evidenzbasierter Bewegungstherapie. Die bis zu sechs Monate dauernde Intervention stabilisiert die körperliche Verfassung wĂ€hrend der ambulanten Behandlung – etwa bei Lungen-, Brust- oder Prostatakrebs.

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