Herzinsuffizienz: Myosin-Hemmer Aficamten verbessert Belastbarkeit
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 09:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Behandlung der symptomatischen nicht-obstruktiven hypertrophen Kardiomyopathie steht vor neuen therapeutischen Möglichkeiten. Klinische Untersuchungen unter Beteiligung von Northwestern Medicine in Chicago belegen, dass der Myosin-Hemmer Aficamten sowohl die körperliche Belastbarkeit als auch den allgemeinen Gesundheitszustand von Betroffenen verbessern kann.
Die Ergebnisse zweier relevanter Studien liefern neue Einblicke in das Potenzial dieser Substanzklasse der nächsten Generation für eine Patientengruppe, für die bisherige Therapieoptionen oft begrenzt waren.
Ergebnisse der Phase-III-Studie ACACIA-HCM
Im Zentrum der klinischen Überprüfung steht die Phase-III-Studie ACACIA-HCM, die auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) 2026 vorgestellt und im Fachjournal The New England Journal of Medicine publiziert wurde.
An dieser Untersuchung nahmen 517 Patienten mit symptomatischer nicht-obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie (nHCM) teil. Die Teilnehmenden wiesen ein mittleres Alter von 55,1 Jahren auf, wobei der Frauenanteil bei 53,6 Prozent lag.
Im Rahmen der randomisierten Studie erhielten die Probanden entweder Aficamten mit einer Anfangsdosis von 5 mg bis zu einer maximalen Dosis von 20 mg oder ein Placebo.
Wenn Treppensteigen oder ein Spaziergang zur Anstrengung werden, obwohl Sie in Behandlung sind, lohnt ein zweiter Blick auf neue Optionen. Die Phase-III-Studie ACACIA-HCM zeigt: Bei symptomatischer nicht-obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie verbesserte der Myosin-Hemmer Aficamten die maximale Sauerstoffaufnahme und den Gesundheitszustand der Teilnehmenden messbar gegenüber Placebo. Was das konkret für Ihren Alltag bedeuten kann, lesen Sie in unserem kostenlosen Patientenratgeber. Patientenratgeber zu neuen HCM-Therapien jetzt anfordern
Nach einem Behandlungszeitraum von 36 Wochen zeigte sich beim primären Endpunkt der maximalen Sauerstoffaufnahme (peak VO2) ein messbarer Unterschied: In der Aficamten-Gruppe stieg der Wert um 0,64 ml/kg/min (95%-Konfidenzintervall 0,32 bis 0,95), während in der Placebogruppe ein Rückgang um 0,03 ml/kg/min (95%-Konfidenzintervall -0,35 bis 0,28) verzeichnet wurde. Dies entspricht einer statistisch signifikanten Differenz von 0,67 ml/kg/min (95%-Konfidenzintervall 0,22 bis 1,11; P=0,003).
Auch bei der Lebensqualität und dem Symptomstatus ergaben sich signifikante Verbesserungen. Der Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire (KCCQ) stieg unter Aficamten um 11,4 Punkte (95%-Konfidenzintervall 9,6 bis 13,2) im Vergleich zu einem Zuwachs von 8,4 Punkten (95%-Konfidenzintervall 6,6 bis 10,2) unter Placebo. Die ermittelte Differenz von 3,0 Punkten (95%-Konfidenzintervall 0,5 bis 5,5) erreichte ein Signifikanzniveau von P=0,02.
Physiologische Effekte und langfristige Beobachtung
Ergänzend zu den funktionellen Daten der ACACIA-HCM-Studie wurden in der Fachzeitschrift Circulation weitere detaillierte kardiologische Parameter veröffentlicht. Diesen Auswertungen zufolge verbesserte Aficamten die diastolische Funktion des Herzens und senkte messbare Anzeichen einer übermäßigen Kontraktion des Herzmuskels.
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Die nicht-obstruktive Verlaufsform betrifft Schätzungen zufolge rund 30 Prozent aller Patienten mit hypertropher Kardiomyopathie. Während die obstruktive Form durch eine Einengung der linksventrikulären Ausflussbahn gekennzeichnet ist, führt die nicht-obstruktive Variante primär über diastolische Funktionsstörungen und erhöhte Wandspannungen zu einer eingeschränkten Belastbarkeit.
Um die Sicherheit und die dauerhafte Wirksamkeit des Myosin-Inhibitors weiter zu überprüfen, wird derzeit eine Langzeit-Extensionsstudie durchgeführt.
