Herzrhythmusstörungen: 3D-Mapping erreicht 93% Erfolgsquote bei AVNRT
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 08:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Behandlung von komplexen Herzrhythmusstörungen stellt die klinische Elektrophysiologie vor anhaltende Herausforderungen. Eine im Fachjournal JACC: Clinical Electrophysiology publizierte Forschungsarbeit aus dem Jahr 2023 befasst sich eingehend mit dem Einsatz des dreidimensionalen Mappings (3D-Mapping) zur exakteren Lokalisierung von Zielorten bei Katheterablationen.
Im Fokus der Untersuchung stand die sogenannte nicht-typische AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (nicht-typisches AVNRT), bei der anatomische und elektrophysiologische Varianzen den Eingriff hÀufig erschweren.
PrÀzise Bestimmung elektrischer AusgÀnge
Bei der nicht-typischen Form der AV-Knoten-Reentry-Tachykardie weichen die Erregungsleitungsmuster von der klassischen Variante ab, was das Auffinden des optimalen Ablationsorts mittels herkömmlicher Methoden verkompliziert. Das in der Untersuchung analysierte 3D-Mapping soll diese LĂŒcke schlieĂen, indem es hochauflösende rĂ€umliche Rekonstruktionen des Erregungsablaufs im Herzen ermöglicht.
Die wissenschaftliche Untersuchung umfasste eine Kohorte von 14 FÀllen mit insgesamt 19 Tachykardien. Im Rahmen der elektrophysiologischen Kartierung konnten die Forscher spezifische elektrische Austrittspunkte identifizieren. Als relevante AusgÀnge wurden dabei der linke inferiore Ausgang (LIE im Koronarsinus) sowie der rechte inferiore Ausgang (RIE am Trikuspidalring) bestÀtigt.
Bei der nicht-typischen AVNRT weichen die Erregungsmuster von der klassischen Variante ab â der optimale Ablationsort ist mit herkömmlicher Kartierung oft schwer zu treffen. Der kostenlose Praxisleitfaden zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie LIE und RIE sauber identifizieren und die Energie zielgerichtet abgeben. Praxisleitfaden zur kartierten AVNRT-Ablation anfordern
Eine zentrale Erkenntnis der Arbeit bestand darin, dass der Ausgang RIE am Trikuspidalring bei etwa der HÀlfte der FÀlle beteiligt war. Diese Differenzierung der Reentry-Bahnen ermöglichte es den behandelnden Teams, die Ablationsenergie zielgerichtet an den entscheidenden anatomischen Strukturen abzugeben.
Hohe Erfolgsrate und interventionsbezogene Sicherheit
Die Ergebnisse der gezielten Katheterablation zeigten ein ausgesprochen hohes Erfolgsniveau. Dem Studienbericht zufolge war der Eingriff bei 13 von 14 FĂ€llen erfolgreich, was einer Erfolgsquote von 93% entspricht.
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Neben der EffektivitÀt erwies sich die Methodik im untersuchten Kollektiv auch als sicher: WÀhrend und nach den Eingriffen traten keine Komplikationen auf. Dies ist insbesondere bei Eingriffen im Bereich des AV-Knotens von Bedeutung, da dort prinzipiell das Risiko von Leitungsblockaden besteht.
Vor dem Hintergrund dieser Resultate stuften die an der Studie beteiligten Forscher das angewandte Verfahren als potenziellen Paradigmenwechsel ein. Die dreidimensionale Darstellung der Erregungsausbreitung erlaube es, von empirischen StandardansĂ€tzen abzurĂŒcken und stattdessen eine patientenindividuelle, exakt kartierte Therapiestrategie zu verfolgen. Dies könne kĂŒnftig dazu beitragen, Behandlungszeiten zu verkĂŒrzen und Wiederholungseingriffe bei komplexen Arrhythmien zu vermeiden.
