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Hide My Email: Apple-Datenleck über ein Jahr ungepatcht

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 14:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Apples iCloud+-Funktion Hide My Email schützte Nutzerdaten über ein Jahr unzureichend. Eine US-Sammelklage fordert nun Schadenersatz.

Apple: Sicherheitslücke bei Hide My Email führt zu Sammelklage
Digitales Sicherheitsschloss auf einem Smartphone-Bildschirm, symbolisiert Datenschutz und Datensicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Privatsphäre-Funktion „Hide My Email“ von Apple hat Nutzerdaten über ein Jahr lang nicht ausreichend geschützt – ein schwerer Schlag für das Vertrauen in den iCloud+-Dienst. Eine Sammelklage in den USA wirft dem Konzern vor, bekannte Sicherheitslücken viel zu spät geschlossen zu haben.

Datenleck durch Spam-Filter

Das Kernproblem: Wenn das System unerwünschte E-Mails abwies oder zurücksendete, landeten die echten E-Mail-Adressen der Nutzer in den Server-Logs. Genau das sollte „Hide My Email“ aber verhindern. Der Dienst ersetzt die echte Apple-ID-Adresse durch eine zufällig generierte, einmalige Adresse.

Sicherheitsforscher Tyler Murphy entdeckte die Schwachstelle bereits im Juni 2025 und meldete sie Apple. Doch der Konzern reagierte erst über ein Jahr später: Am 3. Juli 2026 kam ein Patch. Warum die Behebung so lange dauerte, ist bislang unklar.

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Zweifel am Patch

Doch selbst nach dem offiziellen Fix bleiben Fragen offen. Am 17. Juli 2026 – zwei Wochen nach Apples angeblichem Patch – konnten Forscher von AppleInsider die Schwachstelle erneut reproduzieren. Branchenberichten zufolge waren zudem alle „Hide My Email“-Adressen, die vor dem 7. Juli 2026 erstellt wurden, möglicherweise weiterhin angreifbar.

Damit nicht genug: Am 19. Juli 2026 entdeckte Entwickler Jeff Johnson eine separate Sicherheitslücke in der Mac-Mail-App. Dabei kann ein manipulierter „Hide My Email“-Header – genauer der X-Icloud-Hme-Eintrag – die echte Apple-ID-Adresse preisgeben, sobald der Nutzer auf eine E-Mail antwortet. Diese Lücke besteht unabhängig von der ersten Schwachstelle und betrifft selbst Nutzer, die den Dienst für die jeweilige Nachricht gar nicht aktiviert haben.

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Klage in Kalifornien eingereicht

Die anhaltenden Sicherheitsprobleme haben nun rechtliche Konsequenzen. Die Sammelklage „Anthony Alvarez gegen Apple Inc.“ (Aktenzeichen 3:26-cv-07274) liegt beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens vor. Die Kläger werfen Apple vor, die versprochenen Datenschutzfunktionen des kostenpflichtigen iCloud+-Dienstes nicht eingehalten zu haben.

Die Anwälte fordern Schadenersatz und Rückerstattungen für betroffene Nutzer. In der Klageschrift heißt es, Apple habe zwischen Juni 2025 und Juli 2026 wissentlich eine Sicherheitslücke bestehen lassen, die dem Marketingversprechen des Dienstes direkt widerspreche. „Hide My Email“ sei schließlich genau dafür entwickelt worden, persönliche Adressen vor Dritten und Spammern zu verbergen.

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