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Hims & Hers: FTC verklagt Telemedizin-Anbieter wegen Datenleck

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 06:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

US-Behörde wirft dem Telemedizin-Anbieter Hims & Hers unerlaubte Weitergabe von Patientendaten an Werbefirmen vor. Die Aktie verliert deutlich.

Hims & Hers: FTC verklagt Telemediziner wegen Datenweitergabe
Ein Laptop zeigt eine digitale medizinische Oberfläche, die Datenschutz und Telemedizin darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die US-Wettbewerbsbehörde FTC verklagt den Telemedizin-Anbieter wegen massiver Datenschutzverstöße. Auch deutsche Patienten sollten die Entwicklung genau verfolgen.

Die Federal Trade Commission (FTC) hat gemeinsam mit den Bundesstaaten Utah und Kalifornien Klage gegen den Telemedizin-Anbieter Hims & Hers Health eingereicht. Der Vorwurf wiegt schwer: Das Unternehmen soll sensible Gesundheitsdaten von Millionen Patienten ohne deren Einwilligung an Werbeplattformen wie Meta und Snap weitergegeben haben. Hinzu kommen Vorwürfe illegaler Abrechnungs- und Kündigungspraktiken.

Datenleck für Werbezwecke

Die Klage, die am 29. Juli 2026 beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens eingereicht wurde, ist der Höhepunkt einer dreijährigen Untersuchung. Die Behörden werfen dem Unternehmen vor, Tracking-Technologien eingesetzt zu haben, die persönliche Gesundheitsdaten – von spezifischen Behandlungen bis hin zu medizinischen Anliegen – an Dritte übermittelten. Dies geschah, obwohl Hims & Hers seinen rund 2,5 Millionen Kunden ausdrücklich Datenschutz versprochen hatte.

Die FTC stimmte mit 2:0 Stimmen für die Einreichung der Klage, die Verstöße gegen den FTC Act geltend macht. Besonders brisant: Die weitergegebenen Daten erlaubten es Werbeplattformen, einzelne Nutzer mit ihren konkreten medizinischen Problemen zu verknüpfen.

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Abzocke mit „Dark Patterns“

Doch damit nicht genug. Die Klage enthüllt auch fragwürdige Abrechnungspraktiken. So sollen Kunden bereits nach dem Ausfüllen eines ersten Aufnahmeformulars zur Kasse gebeten worden sein – und nicht erst, nachdem ein Arzt die Behandlung geprüft und genehmigt hatte. Den Verbrauchern blieb so keine Chance, ihre Behandlungsoptionen zu prüfen, bevor Geld floss.

Ein weiterer Vorwurf: Der Kündigungsprozess für Abonnements wurde bewusst kompliziert gestaltet. Dies verstoße gegen den Restore Online Shoppers' Confidence Act (ROSCA). Neben den Bundesklagen kommen auch zivilrechtliche Schritte nach dem Verbraucherschutzgesetz von Utah und dem kalifornischen Gesetz gegen irreführende Werbung hinzu. Auch die Staatsanwaltschaft von Los Angeles County ist beteiligt.

Aktienkurs unter Druck – Unternehmen wehrt sich

Die Börse reagierte umgehend: Nach Bekanntwerden der Klage am 29. Juli stürzte die Aktie von Hims & Hers um 12 bis 15 Prozent ab. Das Unternehmen wies die Vorwürfe umgehend zurück. Man habe während der mehrjährigen Ermittlungen umfangreiche Beweise vorgelegt. Die Klage sei ein reiner Versuch, Schlagzeilen zu produzieren. Die Datenschutzrichtlinien böten den Nutzern ausreichend Wahlmöglichkeiten.

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Bereits im Mai 2026 hatte Hims & Hers 15 Millionen US-Dollar für einen wahrscheinlichen Verlust in dieser Sache zurückgestellt. Das Unternehmen kündigte an, sich vor Gericht vehement gegen die Anschuldigungen zur Wehr zu setzen.

Für deutsche Verbraucher ist der Fall ein weiteres Warnsignal: Werden Gesundheitsdaten in den USA nicht ausreichend geschützt, könnte dies auch Auswirkungen auf internationale Datenschutzstandards haben – und die Debatte um den Schutz sensibler Patientendaten neu entfachen.

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