Hitze am Arbeitsplatz: Leistung sinkt ab 27 Grad, Unfallrisiko ab 30
10.06.2026 - 07:40:29 | boerse-global.de
Bei hohen Temperaturen oder nach intensiven Belastungen setzen immer mehr Menschen auf Kältetherapie. Die physiologischen Vorteile sind wissenschaftlich gut belegt.
So wirkt Kälte auf den Körper
Der zentrale Effekt: Vasokonstriktion. Bei Kältereizen ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Das fördert den Rücktransport des Blutes und wirkt Schwellungen entgegen.
Klassische Methode sind kalte Wassergüsse. Die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie (DGG) empfiehlt: Immer von den Füßen in Richtung Herz gießen. Das unterstützt die Venenfunktion am effektivsten.
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Thermalwasser ab 20 Grad Quelltemperatur kann durch seine Mineralstoffe ebenfalls heilend wirken. Wärme zwischen 34 und 36 Grad regt die Abwehrzellen an. Der Wechsel zwischen Warm und Kalt trainiert die Blutgefäße – ein Abhärtungseffekt, der Kreislauf und Venensystem stärkt.
Kältekammern bei minus 150 Grad
Neben Wasseranwendungen etablieren sich High-Tech-Verfahren. Spezielle Kältekammern arbeiten mit Temperaturen bis zu minus 150 Grad Celsius. Die Behandlungen dauern nur wenige Minuten. Anbieter aus München-Trudering betonen: Eine persönliche Beratung vorab ist Pflicht.
Auch der Markt für mobile Regenerationsgeräte wächst. Neue Massagepistolen haben integrierte Wärme- und Kältefunktionen. Ein am Dienstag vorgestelltes Modell bietet drei Temperaturstufen. Die Kältefunktion dient explizit der Abschwellung von Gewebe. Die Kombination aus Massage und thermischem Reiz soll die Durchblutung fördern und Entzündungen dämpfen.
Was die Forschung sagt
Nicht jede Methode hält, was sie verspricht. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) veröffentlichte am Montag einen Vorbericht zur neuromuskulären Elektrostimulation bei venösen Beingeschwüren. Die Gutachter: Ein Nutzen ist derzeit nicht belegt. Die Datenlage sei unvollständig und widersprüchlich.
Der Goldstandard bei chronischen Venenerkrankungen bleibt die Kompressionstherapie. Medizinische Kompressionsstrümpfe mit 23 bis 32 mmHg Druck werden weiterhin als Basistherapie empfohlen. Die DGG rät, sie auch im Sommer zu tragen – notfalls in leichteren Modellen.
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Achtung: Einseitige Schwellungen oder Atemnot sind Warnsignale. Sie erfordern sofortige notärztliche Abklärung, um Thrombosen auszuschließen.
Hitze gefährdet die Leistungsfähigkeit
Die Arbeiterkammer Wien hat untersucht, wie Hitze die Arbeit beeinflusst. Ergebnis: Bereits ab 27 Grad Celsius sinkt die geistige Leistungsfähigkeit. Ab 30 Grad steigt das Unfallrisiko signifikant.
Städte wie Osnabrück und Konstanz testen daher Nebelkühlung im öffentlichen Raum. Die Systeme verbrauchen etwa 1,26 Liter Wasser pro Minute. Sie senken die gefühlte Temperatur um bis zu zehn Grad. Solche Maßnahmen ergänzen die individuelle Kälteanwendung – und werden immer wichtiger. In Teilen Südeuropas wurden im Frühjahr bereits Temperaturen über 40 Grad gemessen.
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