Hitze, Deutschland

Hitze kostet Deutschland 131 Milliarden bis 2030

31.05.2026 - 00:33:25 | boerse-global.de

Extreme Hitze könnte Deutschland bis 2030 wirtschaftlich 131 Milliarden Dollar kosten, so eine neue Allianz Trade Studie.

Hitze kostet Deutschland 131 Milliarden bis 2030 - Foto: über boerse-global.de
Hitze kostet Deutschland 131 Milliarden bis 2030 - Foto: über boerse-global.de

Das zeigt eine neue Studie des Kreditversicherers Allianz Trade. Die wirtschaftlichen Folgen sind massiv – und der Profisport bekommt die Grenzen der Belastbarkeit bereits heute zu spüren.

Produktivität sinkt ab 30 Grad

Die Analyse ist eindeutig: Steigt das Thermometer über 30 Grad Celsius, fällt die Arbeitsproduktivität um durchschnittlich drei Prozent pro zusätzlichem Grad. Gleichzeitig steigen die Energiekosten um geschätzte 1,2 Prozent pro Grad über dieser Marke. Die Einbußen beim Bruttoinlandsprodukt könnten laut Studie bis zu drei Prozent erreichen.

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Im europäischen Vergleich liegt Deutschland im Mittelfeld. Doch die Warnungen sind deutlich: Das Land sei unzureichend vorbereitet. Noch härter trifft es Frankreich. Die dortige Zentralbank rechnet für das laufende Jahr mit BIP-Verlusten von bis zu 7,4 Prozent durch extreme Wetterereignisse. In der französischen Landwirtschaft drohen Ernteeinbußen beim Getreide von rund zehn Prozent.

Sportler kämpfen mit der Hitze

Die French Open in Paris wurden Ende Mai zum Härtetest für die Athleten. Bei Temperaturen von bis zu 32 Grad schied Novak Djokovic überraschend aus – nach einer Führung in zwei Sätzen gegen den 19-jährigen João Fonseca. Beobachter machten die physischen Probleme des 39-Jährigen bei rund 30 Grad dafür verantwortlich.

Auch die Weltranglistenerste Jannik Sinner berichtete nach seinem unerwarteten Aus in der zweiten Runde von Schwindelgefühlen und Energielosigkeit. Noch extremer waren die Bedingungen bei der Superbike-WM im spanischen Aragon. Am 29. Mai erreichten die Asphalttemperaturen dort 54 Grad bei einer Lufttemperatur von 36 Grad.

Kühlung und Prävention als Strategie

Der Sportmediziner Tim Meyer von der Universität des Saarlandes empfiehlt Methoden wie Pre-Cooling mit Kühlwesten oder kalten Getränken. Trainingseinheiten sollten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden. Kopfschmerzen, Schwindel und Krämpfe gelten als ernstzunehmende Warnsignale für Überhitzung.

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Städte und Gemeinden ziehen nach. In Wien öffnen ab dem 1. Juni 34 betreute Kühlräume in 20 Bezirken. Der Landkreis Ludwigsburg bietet eine digitale „Cool-Map“ mit kühlen Orten an. Mecklenburg-Vorpommern kündigte den Aufbau eines Hitzeschutz-Netzwerks an, um Senioren, Kinder und chronisch Kranke zu schützen.

Wasserknappheit verschärft die Lage

Die Hitze hat auch Folgen für die Wasserversorgung. In Städten wie Jülich und Bad Oeynhausen wurde bereits im Mai zum Wassersparen aufgerufen. Experten des Umweltbundesamtes warnen vor zunehmenden Nutzungskonflikten und sinkenden Grundwasserspiegeln. Die nationale Wasserstrategie sei dringender denn je.

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