Hitze-Rekorde, Rollläden

Hitze-Rekorde: Rollläden senken Raumtemperatur um 10 Grad

26.06.2026 - 11:25:03 | boerse-global.de

Rollläden, feuchte Tücher und städtische Verbote: Wie sich Deutschland gegen die Rekordhitze von bis zu 41 Grad schützt.

Hitzewelle in Deutschland: Clevere Tipps für kühle Räume ohne Klimaanlage
Hitze-Rekorde - Nahaufnahme einer modernen Gebäudefassade mit teilweise geschlossenen Außenrollläden, die die Sonne reflektieren. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während das Thermometer Rekordwerte anzeigt, suchen Städte und Bürger nach cleveren Lösungen gegen die Hitze. Die gute Nachricht: Viele Methoden kommen ganz ohne hohen Energieaufwand aus.

Rollläden runter, Temperatur runter

Ein wesentlicher Faktor für angenehme Raumtemperaturen ist der Schutz der Gebäudehülle. Rund 60 Prozent der Wohngebäude in Deutschland sind laut ROMA KG unzureichend gegen Hitze geschützt. Dabei können außenliegende Rollläden die Raumtemperatur um bis zu 10 Grad senken. Für solche Maßnahmen gibt es staatliche Förderungen von bis zu 20 Prozent.

Neben klassischen Verschattungen werden zunehmend unkonventionelle Methoden erprobt. Ein weißes Pulver für Fensterscheiben soll durch Reflexion des Sonnenlichts eine Abkühlung von bis zu 6 Grad ermöglichen. In Köln setzt die Stadt seit dem 17. Juni auf vertikal hängende weiße Tücher über Einkaufsstraßen. Wissenschaftliche Untersuchungen der Universität zu Köln zeigen: Die Temperatur sinkt vor Ort um 2 bis 5 Grad.

Einfache Hausmittel, große Wirkung

Was tun, wenn die Hitze in die Wohnung kriecht? Minimalistische Methoden helfen oft am besten. Das Besprühen von Vorhängen mit Wasser oder das Aufhängen feuchter Bettlaken senkt die Raumtemperatur spürbar. Kühlgels mit Menthol oder gekühlte Kirschkernkissen aus dem Gefrierfach wirken punktuell. Fußbäder und Wassersprays bringen schnelle Abkühlung.

Auch der Tagesablauf lässt sich anpassen. Fachleute empfehlen, die kühlen Morgenstunden für Sport zu nutzen. Leichte Kost und alkoholfreie Getränke wie Ayran oder lauwarmer Tee helfen dem Körper. Karin Faisst, kantonale Präventivmedizinerin in St. Gallen, warnt: „Allein erhöhte Flüssigkeitsaufnahme reicht bei extremer Hitze nicht aus.“ Sie rät zudem, den Sprung in zu kaltes Wasser zu vermeiden – das belastet den Kreislauf.

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Vorsicht bei Tieren und Kleinkindern

Besondere Aufmerksamkeit gilt vulnerablen Gruppen. Der Zentralverband der deutschen Heimtierbranche warnt vor Überhitzungsgefahr bei Kleintieren wie Meerschweinchen und Kaninchen – sie reagieren bereits ab 25 Grad empfindlich. Für Hundehalter empfiehlt Christin Stellmacher, Spaziergänge in die kühlen Randzeiten zu verlegen. Der aufgeheizte Asphalt kann sonst zu Pfotenverbrennungen führen.

Bei einem Hitzschlag bei Tieren helfen feuchte Handtücher – aber die Herzgegend sollte ausgespart werden. Das DRK Sachsen empfiehlt für Menschen ähnliche Erste-Hilfe-Maßnahmen: Betroffene sofort in den Schatten bringen, mit feuchten Tüchern kühlen. Bei Bewusstlosigkeit den Notruf 112 wählen.

Städte reagieren mit Verboten

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Die Kommunen stemmen sich gegen die Hitzefolgen. Dresden verhängte ein Wasserentnahmeverbot aus oberirdischen Gewässern – die Grundwasserstände liegen deutlich unter dem Monatsmittel. In Erfurt gilt ab sofort ein Grillverbot in öffentlichen Parks, das bis Ende September läuft. Auch in Berlin und Brandenburg gibt es ähnliche Verbote sowie Autobahnsperrungen wegen Straßenschäden.

Langfristig setzen Städte auf Hitzeaktionspläne. Wiesbaden und Frankfurt haben bereits Konzepte, Kassel und Gießen arbeiten noch daran. Ziel: mehr Grünflächen, das Schwammstadt-Prinzip und gezielte Aufklärung, um hitzebedingte Erkrankungen und Todesfälle zu reduzieren.

de | wissenschaft | 69631591 |