Hitze, Gesundheit

Hitze und Gesundheit: 200.000 Todesfälle in vier Jahren

25.06.2026 - 11:06:27 | boerse-global.de

WHO meldet über 200.000 Hitzetote in vier Jahren. Herz-Kreislauf-Probleme und kognitive Einschränkungen nehmen zu.

Hitzewellen in Europa: Todesfälle und Gesundheitsrisiken steigen drastisch
Hitze - Nahaufnahme einer Hand, die ein Glas Eiswasser hält, mit Kondenswasser am Glas. Im Hintergrund verschwommene, warme Raumlichteffekte. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die WHO registrierte in den vergangenen vier Jahren mehr als 200.000 hitzebedingte Todesfälle. Die Sterblichkeit stieg in den letzten zwei Jahrzehnten um rund 30 Prozent.

Besonders das Herz-Kreislauf-System leidet unter extremer Hitze. Der Körper kann dabei bis zu zwei Liter Flüssigkeit pro Stunde verlieren. Die Gefäße weiten sich, der Blutdruck sinkt – das Herz schlägt 20 bis 30 Mal pro Minute schneller. Die Folge: deutlich erhöhte Risiken für Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Wenn das Gehirn überhitzt

Auch die kognitive Leistungsfähigkeit leidet. Forscher der Technischen Universität Braunschweig zeigen: Der Körper priorisiert die Kühlung – die Blutversorgung des Gehirns lässt nach. Konzentrationsschwäche, Schwindel und Kopfschmerzen sind die Folge.

Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim untersucht zudem, ob Hitze neurobiologische Mechanismen triggert, die Aggression fördern. Erste Ergebnisse deuten auf einen Zusammenhang hin.

Trinken, kühlen, lüften – die einfachen Regeln

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Bei extremer Hitze sollten es zwei bis drei Liter Flüssigkeit täglich sein. Neben Wasser und ungesüßten Tees empfehlen Mediziner Saftschorlen und Brühen – sie gleichen den Elektrolythaushalt aus. Das Deutsche Rote Kreuz rät zu regelmäßigen Trinkpausen wie im Profisport.

Zur äußeren Kühlung haben sich bewährt:

  • Kühle Umschläge, Fußbäder oder Wassersprays senken die Körpertemperatur effektiv. Aber Vorsicht: Kühlakkus direkt auf der Haut oder ein Sprung ins eiskalte Wasser können den Kreislauf überfordern.
  • Leichte Kleidung und Bettwäsche aus Baumwolle oder Leinen verbessern die Luftzirkulation.
  • Richtig Lüften heißt: nachts und frühmorgens Fenster auf, tagsüber Rollläden runter – aber nicht komplett schließen, sonst staut sich die Hitze zwischen Fenster und Schutzpanzer.

Klimaanlagen: Fluch oder Segen?

2024 besaßen rund 19 Prozent der deutschen Haushalte eine Klimaanlage. Experten warnen jedoch vor den ökologischen Folgen. In Paris zeigte sich: Der flächendeckende Einsatz von Klimaanlagen heizt die Außentemperatur um über zwei Grad auf.

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Die bessere Alternative: bauliche Maßnahmen wie Gebäudedämmung und grüne Infrastruktur. Viele Kommunen setzen zudem auf Informationsangebote – etwa interaktive Karten, die klimatisierte Räume, Trinkbrunnen und Schattenplätze anzeigen.

Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen verzeichnen im Juni 2026 vermehrt Einlieferungen älterer Patienten mit Dehydrierung und Kreislaufproblemen. Die WHO fordert deshalb verstärkte Investitionen in klimaresiliente Gesundheitssysteme. Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt.

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