Hitzeschutz, App

Hitzeschutz: App navigiert Senioren in 80 Städten zu Schatten

28.05.2026 - 04:30:11 | boerse-global.de

HeiGIT launcht Schatten-Routen-App für 80 deutsche Städte. Kommunen starten Hitzeschutz-Programme und Senioren-Projekte gegen soziale Isolation.

Hitzeschutz: App navigiert Senioren in 80 Städten zu Schatten - Foto: über boerse-global.de
Hitzeschutz: App navigiert Senioren in 80 Städten zu Schatten - Foto: über boerse-global.de

Eine neuartige App lenkt Fußgänger in 80 deutschen Städten auf kühle, schattige Routen. Gleichzeitig starten bundesweit Hitzeschutz-Programme für ältere Menschen.

Das Heidelberger Institut für Geoinformationstechnologie (HeiGIT) hat am 26. Mai eine spezielle „Schatten-Navigation“ veröffentlicht. Entwickelt von Julian Psotta und gefördert durch die Klaus-Tschira-Stiftung, deckt die Plattform alle deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern ab – in allen 16 Bundesländern. Das System berechnet Routen, die direkte Sonneneinstrahlung minimieren. Städte können zudem eigene Temperaturdaten integrieren, um die Genauigkeit zu erhöhen.

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Rekordhitze im Mai

Der Start der Plattform fällt mitten in eine außergewöhnliche Hitzephase. Am 26. Mai erreichte Oldenburg Temperaturen zwischen 30 und 32 Grad – der erste heiße Tag des Jahres in der Region. Ein „Heat Dome“ beeinflusst seit dem 27. Mai das deutsche Wetter. In Regensburg wurde mit 33,2 Grad ein Mai-Rekord gemessen. Meteorologen erwarten bis zu 34 Grad bis Monatsende. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat in einigen Gebieten die höchste Waldbrandwarnstufe 5 ausgerufen.

Aufklärung vor Ort: „Heißt es, heißt es lernen“

Die Kommunen reagieren mit gezielten Bildungsangeboten für Senioren. In Abensberg organisierte das Landratsamt Kelheim am 27. Mai ein Hitzeschutz-Seminar. Weitere Termine folgen: Am 22. Juni hält Dr. Raj Chakupurakal, Leiter des Koblenzer Gesundheitsamts, einen Vortrag über richtiges Verhalten bei Hitze.

Für den 11. Juni ist in Kirchheimbolanden ein bundesweiter „Hitze-Aktionstag“ geplant. Mediziner, Ernährungswissenschaftler und Meteorologen informieren über Mythen zur Medikamentenlagerung, Ernährungsempfehlungen und Hautkrebsprävention. Höhepunkt: eine Wärmebildkamera-Tour durch den Schlossgarten, die zeigt, wie sich Hitze in städtischen Grünflächen verteilt.

Kölner Erfolgsmodell: Prävention zu Hause

In Köln setzt man auf Langzeiterfolg: Seit zehn Jahren läuft das Programm präventiver Hausbesuche. Die Stadt kontaktiert alle 75-Jährigen und bietet kostenlose Beratungen an – mit einer Erinnerung mit 80. Über 18.000 Bürger haben das Angebot genutzt, allein im vergangenen Jahr fanden mehr als 1.000 Einzelberatungen statt.

Gemeinsam gegen Einsamkeit

Neben Hitzeschutz starten Regionen neue Projekte gegen soziale Isolation. In Cottbus wurde am 27. Mai die Initiative „Miteinander fürs Miteinander“ vorgestellt. Senioren können sich als Lese- oder Mathe-Paten in Schulen und Kitas engagieren.

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Bewegung bleibt zentral: Die FAU Erlangen-Nürnberg fördert mit dem Projekt „Gestalt“ (Gehen, Spielen, Tanzen als lebenslange Aktivitäten) die Demenzprävention durch Bewegung. Geplante Aktivitäten:

  • Geselligkeit: Spiele- und Musiknachmittag in Stadtbergen (29. Mai), Jass-Kartennachmittag in Rotkreuz (1. Juni)
  • Kultur: Interaktive Lesung in Mainz-Weisenau (29. Mai)
  • Fitness: Hatha-Yoga-Kurs für Über-60-Jährige in Groß-Gerau (ab 2. Juni, sieben Einheiten)

In Hohenroda ehrte die Gemeinde kürzlich ihre ältesten Einwohner: Luise Pfaff (94) und Albert Deiß (96) wurden als älteste Teilnehmer unter rund 160 Gästen ausgezeichnet.

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