Hochschulen: 27 Organisationen erhalten Vielfalt-Zertifikat
Veröffentlicht: 24.06.2026 um 09:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Sie setzen auf Zertifizierungen, Förderprogramme und internationale Projekte. Doch die politische Debatte ĂŒber die Wirksamkeit dieser MaĂnahmen wird lauter.
27 Organisationen ausgezeichnet
Am 18. Juni 2026 wurden in Berlin insgesamt 27 Organisationen mit Zertifikaten fĂŒr Vielfalt ausgezeichnet. Die Auszeichnungen âaudit beruf&vielfaltâ und âaudit hochschule&vielfaltâ bestĂ€tigen eine strategische Verankerung von DiversitĂ€t. Sie gelten fĂŒr drei Jahre.
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Auch die familiengerechte Ausrichtung etablierter Institutionen wurde bestĂ€tigt. Die UniversitĂ€t Mannheim erhielt am selben Tag die BestĂ€tigung ihres Zertifikats â sie fĂŒhrt die Auszeichnung bereits seit 2006. Die Frankfurt University of Applied Sciences wurde zum achten Mal zertifiziert. Die Hochschule engagiert sich seit 2004 fĂŒr die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie.
Förderung von Wissenschaftlerinnen
Neben strukturellen Anpassungen setzen Hochschulen auf individuelle Förderung. An der UniversitĂ€t MĂŒnster schlossen am 11. Juni 2026 insgesamt 16 Doktorandinnen die vierte Kohorte des Programms âDurchstartenâ ab. Das Programm unterstĂŒtzt Frauen beim Ăbergang in die Promotionsphase und auf ihrem Karriereweg. Bewerbungen fĂŒr die fĂŒnfte Kohorte sind bis zum 7. Juli 2026 möglich.
Die akademische Auseinandersetzung mit Geschlechterfragen wird ebenfalls gewĂŒrdigt. Die UniversitĂ€t Bonn gab am 23. Juni 2026 die PreistrĂ€gerinnen des âGender Studies Prize 2025â bekannt. Ausgezeichnet wurden Martha Bingeler, Lucie SchĂŒssler und Dr. Lisa Tenderini fĂŒr ihre Abschlussarbeiten. Parallel dazu erhielt Dr. Lisa Tenderini den Maria von Linden-Preis â gemeinsam mit Schwester Jakoba Zöll und Juniorprofessorin Elena Reckzeh.
Kritik an der Exzellenzstrategie
Die Verbindung von Gleichstellungszielen mit staatlicher Forschungsförderung bleibt umstritten. Ein Bericht vom 23. Juni 2026 bewertete die deutsche Exzellenzstrategie kritisch: Die hohen Anforderungen an Diversity und Gleichstellung sowie die damit verbundene BĂŒrokratie stĂŒnden der Herausbildung internationaler SpitzenuniversitĂ€ten teilweise entgegen. Kritiker bemĂ€ngelten eine fehlende ökonomische Effizienz.
Auf politischer Ebene wurden im Juni 2026 verschiedene Richtungsentscheidungen getroffen. Das Bundesministerium fĂŒr Frauen, Wissenschaft und Forschung veröffentlichte am 22. Juni 2026 strategische Weichenstellungen fĂŒr die Hochschulen der Zukunft. In der Schweiz debattierte der Luzerner Kantonsrat ĂŒber einen Gleichstellungsbericht fĂŒr die Jahre 2026 bis 2030. Der Rat nahm den Bericht mit 105 zu 2 Stimmen an. Linke Parteien kritisierten die MaĂnahmen als wenig prioritĂ€r oder mutlos. BĂŒrgerliche Parteien lobten die Fortschritte.
Internationale Kooperationen und Aktionstage
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Ein weiterer Fokus liegt auf internationaler Vernetzung. An der UniversitĂ€t ZĂŒrich startete unter der Leitung von Tabea HĂ€ssler ein Kick-off-Workshop fĂŒr ein globales Projekt zur Gesundheit von LGBTIQ+-Personen. 130 Forschende aus ĂŒber 70 LĂ€ndern sind beteiligt. Das Projekt untersucht Faktoren wie Diskriminierung, rechtliche Anerkennung und soziale UnterstĂŒtzung. Der Workshop lĂ€uft vom 23. bis 26. Juni 2026.
Hochschulen nutzen zudem Aktionstage fĂŒr mehr Bewusstsein. Im Mai 2026 beteiligten sich sieben Hochschulen aus Ostwestfalen-Lippe am zweiten âUNI DIV DAY OWLâ. Die Deutsche Sporthochschule Köln kĂŒndigte fĂŒr den 29. Juni bis 5. Juli 2026 eine Woche der Vielfalt an. Geplant sind unter anderem Podiumsdiskussionen zum VerhĂ€ltnis von Geschlecht und Sport.
In der Schweiz forderte die zweite Zuger Inklusive Landsgemeinde am 22. Juni 2026 verstĂ€rkte Anstrengungen fĂŒr berufliche Inklusion. Gefordert werden finanzielle Anreize fĂŒr Arbeitgeber und eine Vorbildfunktion der öffentlichen Hand bei der Stellenbesetzung.
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