Hörforschung in Göttingen: Neues Institut erhÀlt 38,3 Millionen Euro
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie UniversitĂ€tsmedizin Göttingen (UMG) erweitert ihre Forschungsinfrastruktur fĂŒr Hör- und Neurowissenschaften. Am Standort Robert-Koch-StraĂe 8 in Göttingen erfolgte die Grundsteinlegung fĂŒr das neue Institut fĂŒr Auditorische Neurowissenschaften (IAN). Mit dem Bauvorhaben bĂŒndelt die Einrichtung ihre wissenschaftlichen AktivitĂ€ten zur Entwicklung neuartiger Therapien gegen Hörverlust und neurologische EinschrĂ€nkungen.
Millioneninvestition ĂŒber Sondervermögen des Bundes
FĂŒr die Errichtung des InstitutsgebĂ€udes sind nach Angaben des Landes Niedersachsen rund 38,3 Mio. Euro eingeplant. Die finanziellen Mittel stammen aus einem Sondervermögen des Bundes und werden ĂŒber das Land Niedersachsen fĂŒr das Projekt weitergegeben.
Der Zeitplan fĂŒr das Bauvorhaben steht fest: Die Fertigstellung des Neubaus ist nach Angaben der UMG bis Ende 2028 geplant. Die Aufnahme des regulĂ€ren Forschungsbetriebs und der Bezug der RĂ€umlichkeiten sollen im Jahr 2029 beginnen. Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) betonte anlĂ€sslich der Grundsteinlegung die zentrale Bedeutung der Hörforschung fĂŒr den Wissenschaftsstandort.
Fokus auf Optogenetik und gentherapeutische AnsÀtze
Die inhaltliche Ausrichtung des IAN umfasst die Erforschung der Grundlagen des Hörens, gentherapeutische Verfahren sowie die Entwicklung neuer Medizinprodukte. Das Institut arbeitet dabei eng mit dem EKFZ OT (Optogenetische Therapien) zusammen. Ein ĂŒbergeordnetes Ziel der Einrichtung besteht darin, Verfahren der Optogenetik schrittweise in die therapeutische Anwendung am Menschen zu ĂŒberfĂŒhren.
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Zu den zentralen Projekten zÀhlt die Entwicklung eines optogenetischen Cochlea-Implantats. Unter der Leitung des IAN-Direktors und LeibnizpreistrÀgers Prof. Dr. Tobias Moser steht dabei das Prinzip des Hörens mit Licht im Mittelpunkt.
Anstelle rein elektrischer Signale nutzt dieses Verfahren Lichtimpulse, um den Hörnerv gezielt anzusteuern. Der wissenschaftliche Hintergrund der Optogenetik gewann zuletzt durch die Zuerkennung des Medizin-Nobelpreises 2026 an zwei deutsche Forscher und einen US-Amerikaner weiter an internationaler Aufmerksamkeit.
InterdisziplinÀre Forschung gegen Sinnes- und NervenschÀdigungen
Neben den Arbeiten an Implantaten widmet sich der Standort laut Mitteilungen der UMG auch der Gentherapie zur direkten Wiederherstellung des Gehörs. Die interdisziplinĂ€r angelegten Projekte sollen zudem therapeutische Perspektiven ĂŒber das Hören hinaus eröffnen: Die zugrundeliegenden Mechanismen werden erforscht, um kĂŒnftig auch BehandlungsansĂ€tze bei Taubheit, Blindheit, MagenlĂ€hmung sowie motorischen EinschrĂ€nkungen zu verbessern. Hauptaugenmerk der UniversitĂ€tsmedizin bleibt dabei das Ziel, Menschen mit Hörverlust ein prĂ€ziseres und besseres Hören zu ermöglichen.
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