HörgerÀte-Revolution, Implantate

HörgerÀte-Revolution: Implantate unsichtbar, Apps mehrsprachig

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 06:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Von unsichtbaren Implantaten bis zu Auracast im Kino: Die HörgerĂ€te-Branche zeigt neue Technologien fĂŒr mehr LebensqualitĂ€t.

HörgerÀte-Branche im Wandel: Implantate, Auracast und smarte Helfer
Nahaufnahme eines modernen Cochlea-Implantats, das diskret am Ohr sitzt, mit verschwommenen digitalen Klangwellen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Implantate werden kleiner, AlltagsgerÀte smarter und öffentliche RÀume barrierefreier.

25 Jahre Cochlea-Implantate in WĂŒrzburg

Das UniversitĂ€tsklinikum WĂŒrzburg (UKW) blickt auf eine beeindruckende Bilanz. In 25 Jahren fĂŒhrten die Ärzte dort ĂŒber 3.500 Cochlea-Implantationen (CI) durch. Das 2009 gegrĂŒndete Comprehensive Hearing Center (CHC) unterstreicht die Bedeutung spezialisierter Zentren.

Anfang Juli wurde die HNO-Klinik fĂŒr ihre 15-jĂ€hrige UnterstĂŒtzung der CI-Selbsthilfe geehrt. Organisationen wie die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft (DCIG) ĂŒberreichten am 1. Juli eine Urkunde. Solche Kooperationen sind entscheidend fĂŒr die langfristige Rehabilitation von CI-TrĂ€gern.

Wenn das HörgerÀt unsichtbar wird

Das vollimplantierbare System CARINA setzt neue MaßstĂ€be. Es verschwindet komplett unter der Haut – Ă€ußerlich unsichtbar. Das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg setzt es bereits ein. Geeignet ist das System fĂŒr Patienten ab 14 Jahren mit mittleren bis höchstgradigen Hörverlusten. Schwimmen oder Sport? Kein Problem ohne externe Komponenten.

Auch klassische In-Ohr-HörgerĂ€te (IdO) entwickeln sich weiter. Das Modell Phonak Virto R Infinio zeigt den aktuellen Stand: wiederaufladbar, mit Bluetooth, individuell gefertigt. Der Preis liegt zwischen 2.500 und 4.500 Euro pro Paar. Krankenkassen schießen bis zu 1.500 Euro zu. Experten weisen jedoch auf Schwachstellen hin: den Okklusionseffekt (Verschlusseffekt) und fehlende Powerbanks in den Ladeetuis.

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Kino fĂŒr alle: Auracast hĂ€lt Einzug

Seit Januar 2026 macht das Scala Kino in LĂŒneburg vor, wie Barrierefreiheit geht. Es streamt als erstes deutsches Kino Audio-Signale per Auracast direkt auf kompatible Hörsysteme von ReSound oder Beltone. Die Resonanz ist so positiv, dass ein Ausbau auf alle SĂ€le geplant ist. Auracast gilt in der Branche als Gamechanger fĂŒr öffentliche RĂ€ume.

Parallel dazu wĂ€chst das Angebot digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA). Die „Meine Tinnitus App“ – dauerhaft vom Bundesinstitut fĂŒr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen – spricht seit dem 8. Juli auch Englisch und TĂŒrkisch. Studien belegen eine signifikante Senkung der Tinnitus-Belastung nach zehn Wochen Nutzung. Die Kosten ĂŒbernehmen in der Regel die gesetzlichen Krankenkassen.

Wenn Kopfhörer zu Hörhilfen werden

Die Grenze zwischen Medizinprodukt und Unterhaltungselektronik verschwimmt. Seit dem 7. Juli ist der Nothing Ear (3a) auf dem Markt. FĂŒr 99 Euro bietet er aktive GerĂ€uschunterdrĂŒckung (ANC) bis 45 Dezibel und hochauflösende Codecs wie LDAC.

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Und Samsung? Branchenbeobachter haben in Software-Anwendungen Hinweise auf ein Produkt namens „Galaxy Able“ gefunden. Spekulationen zufolge handelt es sich um ein Open-Ear-Design mit Knochenschall-Technologie. Eine offizielle Vorstellung wird fĂŒr Ende Juli erwartet. Klar ist: Technologien zur Klangoptimierung und zum Gehörschutz erobern den Massenmarkt.

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