Honey-Skandal, PayPal-Erweiterung

Honey-Skandal: PayPal-Erweiterung verliert 7 Millionen Nutzer

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 08:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Honey verliert über sieben Millionen Nutzer nach kritischem Bericht. PayPal meldet trotz Kontroverse solide Quartalszahlen und kündigt Dividende an.

PayPal-Tochter Honey: Nutzerschwund nach Betrugsvorwürfen
Ein moderner Schreibtisch mit einem Laptop und Smartphone in einer hellen, professionellen Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die zur PayPal-Gruppe gehörende Browsererweiterung Honey verzeichnet einen massiven Einbruch ihrer Nutzerzahlen. Wie am 13. August 2026 bekannt wurde, sank die Zahl der Installationen im Chrome Web Store von ursprünglich 20 Millionen auf aktuell 13 Millionen. Dieser Rückgang von über 7 Millionen Nutzern folgt unmittelbar auf virale Vorwürfe bezüglich mutmaßlicher betrügerischer Praktiken der Plattform.

Massive Abwanderung und schwindende Rabattcodes

Der deutliche Nutzerschwund wird mit einem investigativen Bericht in Verbindung gebracht, den der YouTuber MegaLag am 11. August 2026 veröffentlichte. Die Dokumentation beleuchtet kritische Aspekte der Funktionsweise von Honey, was offenbar zu einem Vertrauensverlust bei den Anwendern führte.

Parallel zur sinkenden Nutzerbasis hat sich auch das Angebot auf der Plattform reduziert. Seit Dezember 2024 verlor Honey rund 7.000 Einzelhandelspartner; die Zahl sank von 35.000 auf 28.000.

Gleichzeitig verringerte sich die Anzahl der verfügbaren Gutscheincodes drastisch von 90.000 auf 50.000. Berichten zufolge sind von den verbliebenen Codes zudem etwa 10.000 bereits abgelaufen. Dieser Trend verdeutlicht die aktuelle Schwäche des Dienstes, der einst als führendes Werkzeug zur automatischen Suche nach Online-Rabatten galt.

Vorwurf der Provisionsmanipulation führt zu Partnerexodus

Im Zentrum der Kritik steht das sogenannte Last-Click-Attribution-Modell. Honey wird vorgeworfen, Affiliate-Einnahmen zu kapern, indem sich die Erweiterung im Moment des Kaufabschlusses als letzter Kontaktpunkt positioniert, um die Provision für sich zu beanspruchen.

PayPal reagierte auf diese Vorwürfe mit der Angabe, dass der betroffene Software-Code weniger als 0,1 % des gesamten Traffics beeinflusst habe. Bereits am 13. Januar 2026 hatte das Unternehmen ein sogenanntes „Defeat Device“ innerhalb der Software deaktiviert.

Anzeige

Wer sich mit dem Thema Online-Shopping befasst, legt meist großen Wert auf Sicherheit und den Schutz der eigenen Daten. Dieses kostenlose Startpaket zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie PayPal sicher einrichten und den Käuferschutz optimal nutzen. Bebilderte Anleitung für den perfekten Einstieg jetzt kostenlos sichern

Trotz dieser Maßnahmen distanzierten sich wichtige Partner aus dem Affiliate-Sektor bereits Anfang des Jahres von dem Dienst. Am 12. Januar 2026 beendete Rakuten die Partnerschaft mit Honey, wovon rund 2.000 Einzelhändler betroffen waren. Wenige Tage später, am 16. Januar 2026, suspendierte die Plattform Impact.com die Zusammenarbeit. Am 21. Januar 2026 setzte zudem das Netzwerk Awin sämtliche Zahlungen an Honey aus.

Juristische Auseinandersetzungen und regulatorische Anpassungen

Die Kontroverse zieht auch rechtliche und regulatorische Konsequenzen nach sich. Im Juni 2026 lehnte die US-Bezirksrichterin Beth Labson Freeman einen Antrag von PayPal ab, eine Klage von Content-Kreatoren abzuweisen. Damit ist der Weg für eine zweite geänderte Klage frei, die nun fortgeführt werden darf.

Als Reaktion auf die Vorfälle und die anhaltende Debatte aktualisierte Google am 13. August 2026 die Richtlinien im Chrome Web Store für Browsererweiterungen im Affiliate-Bereich. Auch ehemalige Partner reagieren: Rakuten startete am selben Tag ein neues System, das als direkte Antwort auf die Kontroverse um Honey gewertet wird.

PayPal-Finanzzahlen zeigen trotz Kontroverse stabiles Quartalswachstum

Ungeachtet der Turbulenzen um die Tochtergesellschaft Honey legte PayPal am 13. August 2026 solide Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Das Unternehmen erzielte einen Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 4,8 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der Gewinn pro Aktie (EPS) lag mit 1,38 US-Dollar um 0,10 US-Dollar über den Erwartungen der Analysten.

Anzeige

Während die Diskussionen um Zusatzdienste anhalten, bleibt die sichere Basis-Nutzung für viele Online-Kunden das wichtigste Kriterium. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie die App wie ein Profi bedienen und welche hilfreichen Einstellungen Sie unbedingt kennen sollten. 5 Profi-Tipps für PayPal im kostenlosen Spezialreport entdecken

Die Aktie eröffnete den Handelstag bei 59,20 US-Dollar, was einer Marktkapitalisierung von 50,64 Milliarden US-Dollar entspricht. PayPal kündigte zudem eine vierteljährliche Dividende von 0,14 US-Dollar pro Aktie an, was einer Rendite von 0,9 % entspricht.

Das Vertrauen institutioneller Anleger scheint teilweise ungebrochen: Y Intercept Hong Kong Ltd erwarb im zweiten Quartal 2026 insgesamt 75.561 PayPal-Aktien im Wort von rund 3,26 Millionen US-Dollar.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69948032 |