Hongkong verbietet OTP: 306 Millionen Dollar Phishing-SchÀden
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 15:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Statt vier Ziffern sind kĂŒnftig mindestens sechs fĂŒr Soft-OTP-Verfahren Pflicht.
VietinBank zieht nach
Mitte Juli passt die vietnamesische VietinBank ihre Sicherheitsarchitektur an. Grund sind neue Vorgaben der Staatsbank von Vietnam. Kunden mĂŒssen ihre Soft-OTP-PIN von vier auf sechs Ziffern verlĂ€ngern.
Das Rundschreiben 50/2024/TT-NHNN schreibt strengere Identifikationsmerkmale fĂŒr den digitalen Zahlungsverkehr vor. Die neue PIN muss mindestens sechs Zeichen lang sein. Zudem gilt eine zeitliche Begrenzung: Die initiale GĂŒltigkeit betrĂ€gt 30 Tage, maximal zwölf Monate darf eine PIN genutzt werden. Danach ist ein Wechsel zwingend.
Hongkong geht weiter
Der Trend zu strengeren Authentifizierungsmethoden ist international. Die Wertpapier- und Futures-Kommission (SFC) in Hongkong verbietet OTP-basierte Logins fĂŒr Krypto-Plattformen und Online-Broker komplett. Anbieter mĂŒssen innerhalb eines Jahres auf Passkeys, registrierte EndgerĂ€te oder Hardware-SicherheitsschlĂŒssel umstellen.
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Der Grund: massive Phishing-SchÀden. Im ersten Quartal 2026 entstanden in Hongkong Verluste von 306 Millionen US-Dollar durch diese Betrugsmasche. Die Aufsichtsbehörde macht deutlich: Bei unzureichenden Kontrollen haften GeschÀftsleitungen persönlich.
Sparkassen stellen um
Auch in Deutschland Ă€ndern sich die Identifikationsmethoden. Die Sparkassen haben den S-ID-Check eingestellt. Kunden mĂŒssen auf aktuelle Verfahren umsteigen, um Kartenzahlungen und Online-Transaktionen weiter abzusichern. Die Alternativen werden derzeit kommuniziert.
Neue Betrugswelle
Parallel warnen Banken vor einer neuen Welle von Betrugsversuchen. Die OTP Bank berichtet von Anrufen, bei denen sich TĂ€ter als Bankmitarbeiter ausgeben. Sie fordern Kunden auf, Fernzugriffssoftware zu installieren oder Bildschirme freizugeben. Das Institut betont: Offizielle Stellen fragen nie nach PINs oder fordern zur Installation solcher Software auf.
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Im Saarland warnen die Behörden vor Schockanrufen und falschen Polizeibeamten. Im Landkreis Saarlouis kam es bereits zur Ăbergabe von WertgegenstĂ€nden im fĂŒnfstelligen Bereich. Experten raten: Geben Sie sensible Bankdaten, Einmalpasswörter oder PINs niemals am Telefon, per Kurznachricht oder auf ungesicherten Websites preis.
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