Hook, Banking-Trojaner

Hook v3: Banking-Trojaner mit 107 Remote-Befehlen entdeckt

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 23:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher warnen vor Hook v3, einem Android-Banking-Trojaner mit 107 Remote-Befehlen, NFC-Overlays und Lockscreen-Bypass. Die Malware wird über GitHub verbreitet und verwischt die Grenzen zu Spyware und Ransomware.

Hook v3: Neuer Android-Banking-Trojaner mit erweiterten Fernzugriffs-Funktionen entdeckt
Ein Smartphone liegt auf einem dunklen Schreibtisch, dessen Display einen subtilen, digitalen Störeffekt zeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher von Zimperium zLabs haben eine neue, technologisch fortgeschrittene Version des bekannten Banking-Trojaners Hook identifiziert. Die als Hook v3 bezeichnete Variante zielt speziell auf das Android-Betriebssystem ab und verfügt über erheblich erweiterte Fähigkeiten zur Fernsteuerung infizierter Endgeräte. Die Entdeckung verdeutlicht den Trend zu immer komplexeren Schadprogrammen, die verschiedene Angriffsvektoren in einer einzigen Software bündeln.

Die technische Analyse der Experten von Zimperium zLabs zeigt, dass Hook v3 insgesamt über 107 Remote-Befehle verfügt. Damit wurde der Funktionsumfang im Vergleich zu früheren Versionen signifikant ausgebaut, da allein 38 dieser Befehle neu in der aktuellen Variante implementiert wurden.

Zu den neuen Fähigkeiten gehören unter anderem Ransomware-Overlays sowie NFC-Overlays. Letztere ermöglichen es Angreifern potenziell, Daten aus kontaktlosen Bezahlvorgängen zu manipulieren oder abzugreifen.

Darüber hinaus ist die Malware nun in der Lage, die Bildschirmsperre von Android-Geräten zu umgehen (Lockscreen-Bypass). Die Sicherheitsforscher identifizierten zudem den Einsatz von transparenten Overlays und die Möglichkeit zum Echtzeit-Streaming des Bildschirminhalts.

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Diese Funktionen erlauben es den Hintermännern, Aktivitäten auf dem Gerät nahezu ohne Wissen des Nutzers zu verfolgen und sensible Informationen während der Eingabe abzufangen. Ein ungewöhnlicher Aspekt der Verbreitung ist der Fundort des Schadcodes: Die Verteilung der neuen Hook-Variante erfolgt nach Erkenntnissen der Forscher über die Entwicklerplattform GitHub.

Nico Chiaraviglio, Chief Scientist bei Zimperium, kommentierte die Entwicklung der Schadsoftware dahingehend, dass Hook v3 die Grenze zwischen klassischen Banking-Trojanern, Spyware und Ransomware zunehmend verwische. Diese Hybridisierung mache die Malware zu einer vielseitigen Bedrohung, die weit über den bloßen Diebstahl von Online-Banking-Zugangsdaten hinausgehe.

Die Entdeckung der neuen Hook-Variante ist Teil des aktuellen 2026 Banking Heist Report von Zimperium, der die globale Bedrohungslage im Finanzsektor untersucht. Der Bericht führt derzeit 34 aktive Malware-Familien auf, die weltweit insgesamt 1.243 Finanzinstitute in 90 Ländern angreifen.

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Die Intensität der Angriffe auf mobile Plattformen hat dabei deutlich zugenommen. So stieg die Anzahl der über Android-Malware durchgeführten Transaktionen im Vergleich zum Vorjahr um 67 %.

Besonders in den USA zeigt sich eine Verschärfung der Situation. Während im Jahr 2023 noch 109 Banking-Apps als Angriffsziele identifiziert wurden, stieg diese Zahl im laufenden Zeitraum auf 162 betroffene Anwendungen.

Innerhalb dieser Angriffe nehmen neben Hook vor allem die Malware-Familien TsarBot und CopyBara eine marktbeherrschende Stellung ein. Die Experten warnen, dass die Kombination aus Fernsteuerungsfunktionen und Ransomware-Elementen die Verteidigung für Banken und Kunden zunehmend erschwert.

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