HospiBot, Modulare

HospiBot: Modulare Klinikroboter drei Jahre lang in vier HĂ€usern erprobt

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das deutsch-dĂ€nische Forschungsvorhaben entwickelte Klinikroboter und einen Leitfaden fĂŒr Sicherheit, Datenschutz und weitere Praxisanforderungen.
Ein heller, moderner Krankenhausflur mit glĂ€nzenden Böden und weißem Interieur ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Ein grenzĂŒberschreitendes Forschungskonsortium aus DĂ€nemark und Deutschland hat im Rahmen des Projekts HospiBot ein modulares Robotersystem fĂŒr den Einsatz im Klinikalltag entwickelt. Die Technologie wurde ĂŒber einen Zeitraum von drei Jahren in vier KrankenhĂ€usern in beiden LĂ€ndern erprobt.

Finanziert wurde das Vorhaben mit einer Förderung von rund 1,68 Millionen Euro aus dem europÀischen Interreg-Programm Deutschland-DÀnemark. Die offizielle Projektlaufzeit endete Ende August 2026.

An der Initiative waren neben der Syddansk Universitet Odense und der UniversitĂ€t zu LĂŒbeck auch das UniversitĂ€tsklinikum Schleswig-Holstein in LĂŒbeck, die Hochschule fĂŒr Angewandte Wissenschaften Kiel sowie das Fraunhofer-Institut fĂŒr Individualisierte und Zellbasierte Medizintechnik IMTE beteiligt.

Projektleiter Oskar Palinko von der Syddansk Universitet erklĂ€rte rĂŒckblickend, das Team habe ĂŒber drei Jahre hinweg grenzĂŒberschreitend geforscht, entwickelt und praktische Tests vorgenommen.

Drei Aufsatzmodule fĂŒr unterschiedliche Aufgabenbereiche

Das System setzt auf einer autonom fahrenden Grundplattform auf, die je nach Bedarf mit drei unterschiedlichen Modulen bestĂŒckt werden kann. FĂŒr den Service- und Kommunikationsbereich dient das Modul HuGo, ein humanoider Roboteraufsatz. Dieser ĂŒbernimmt den Empfang von Besuchern, weist Wege, begleitet Personen zu Stationen und beantwortet Orientierungsfragen.

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Seit Mitte 2024 wurde dieses Modul in der Kinderklinik des UniversitĂ€tsklinikums Odense erprobt, wo es unter anderem personalisierte Geschichten fĂŒr junge Patienten prĂ€sentierte.

Das zweite Modul namens Tele ist als TeleprĂ€senz- und Sicherheitsroboter konzipiert. Es wurde fĂŒr nĂ€chtliche KontrollgĂ€nge ausgerĂŒstet und nutzt WĂ€rmebild- sowie Radarsensoren, um hilfsbedĂŒrftige Personen unter Einhaltung des Datenschutzes zu erkennen.

Im Bedarfsfall löst das System eine Alarmierung aus und stellt eine Bild- und Tonverbindung zum Pflegepersonal her. ErgĂ€nzend dazu steht eine autonome Transportbox zur VerfĂŒgung. Diese ist fĂŒr den Transport kleinerer GĂŒter wie Laborproben, Befunde oder Medikamente vorgesehen und lĂ€sst sich ausschließlich von autorisierten BeschĂ€ftigten öffnen.

Sprachtraining und regulatorische Richtlinien

Neben der Kernplattform untersuchten die beteiligten Einrichtungen weitere Einsatzmöglichkeiten robotischer Systeme im Klinikkontext. An der Fachhochschule Kiel wurde gemeinsam mit dem UniversitĂ€tsklinikum Schleswig-Holstein ein KI-gestĂŒtzter robotischer Sprachtrainer erprobt. Dieser basiert auf dem sozialen Roboter Furhat und soll internationale PflegekrĂ€fte bei der DurchfĂŒhrung von AnamnesegesprĂ€chen unterstĂŒtzen. Erste Praxistests verliefen nach Angaben der Projektbeteiligten vielversprechend.

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Zugleich betonten die Projektverantwortlichen die Grenzen des Systems: HospiBot ĂŒbernimmt weder pflegerische noch medizinische Aufgaben. Diagnostische TĂ€tigkeiten und zwischenmenschliche Empathie bleiben dem menschlichen Personal vorbehalten. Zudem handelt es sich bei den GerĂ€ten vorwiegend um Forschungs- und Demonstrationssysteme; ein konkreter Entlastungseffekt auf das Klinikpersonal wurde im Projektverlauf nicht systematisch quantifiziert.

Um den Schritt von der Forschung in die Praxis zu erleichtern, erarbeitete das Fraunhofer IMTE Handlungsempfehlungen sowie einen regulatorischen Leitfaden. Dieser adressiert zentrale Anforderungen an Produktsicherheit, Maschinensicherheit, Arbeitsschutz, Hygiene und Brandschutz. Ebenso deckt das Konzept Vorgaben zu Datenschutz, Cybersicherheit, Risikomanagement sowie zur Einstufung als Medizinprodukt ab.

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