Hospiz-Kurse, Praktische

Hospiz-Kurse ab Oktober: Praktische Schulungen fĂŒr Angehörige

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 15:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Schulungen stĂ€rken Angehörige, wĂ€hrend Studien ergĂ€nzende Methoden prĂŒfen und VerbĂ€nde mehr ambulante Kinderhospizangebote verlangen.

Hospiz- und Pflegeangebote: Neue Kurse, Studien und Reformideen
Ein ruhiger, sonnendurchfluteter Raum mit einem Sessel vor einem Fenster mit Blick in einen friedlichen Garten. Illustration mit AI erstellt.

Die Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase sowie die UnterstĂŒtzung ihrer Angehörigen erfordern fundiertes Wissen, praktische Fertigkeiten und verlĂ€ssliche Hilfsstrukturen.

Eine Reihe von Initiativen, Fortbildungen und wissenschaftlichen Untersuchungen beleuchtet derzeit die unterschiedlichen Facetten dieses Bereichs – von praktischen Kursformaten ĂŒber psychosoziale Hilfen bis hin zu komplementĂ€ren AnsĂ€tzen zur Linderung von Belastungssymptomen.

Praktische Schulungen und Hilfen fĂŒr Angehörige

Um Angehörigen und Interessierten konkrete Handlungssicherheit im hÀuslichen Umfeld zu vermitteln, bieten Hospiz- und Pflegeeinrichtungen gezielte Schulungsformate an.

Am 14. Oktober 2026 veranstaltet das Michaelis Hospiz Hildesheim einen kostenlosen „Letzte Hilfe Kurs fĂŒr Erwachsene“ unter Leitung von Michael Helmke und Thomas Borgaes, der die Pflegedienstleitung der Palliativstation am St. Bernward Krankenhaus innehat. Der vierstĂŒndige Kurs ist auf maximal zwölf Teilnehmende begrenzt.

ErgĂ€nzende Fertigkeiten fĂŒr die hĂ€usliche Pflege vermittelt zudem ein Kinaesthetics-Kurs fĂŒr pflegende Angehörige im Seniorenwohnen am Nussbaumpark in Ursensollen, der am 9. und 23. Oktober sowie am 10. und 24. Oktober 2026 stattfindet.

Auf die Vermittlung ehrenamtlicher UnterstĂŒtzung setzt derweil SPES VIVA: Bei einem Informationsabend am 30. September 2026 in Ostercappeln wird ein von November 2026 bis Juni 2027 geplanter Vorbereitungskurs zur ehrenamtlichen Sterbebegleitung vorgestellt.

Ebenso rĂŒckt die Qualifizierung fĂŒr alltĂ€gliche Entlastungen in den Fokus. So startet der Caritasverband Emsdetten-Greven gemeinsam mit der FamilienbildungsstĂ€tte Steinfurt am 9. Oktober 2026 eine bis zum 11. Dezember laufende Kursreihe zur Ausbildung als Alltagsbegleiter.

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Speziell geschultes Personal wird auch in Ausnahmesituationen benötigt: Der Caritasverband Emsdetten-Greven bietet eine dreitÀgige Fortbildung zur Trauerbegleitung nach Suizid in Coesfeld an.

Laut Angaben des Verbands sterben in Deutschland jĂ€hrlich mehr als 10.000 erwachsene Menschen durch Suizid – fast doppelt so viele wie durch VerkehrsunfĂ€lle –, womit rund 80.000 Angehörige unmittelbar betroffen sind. Zudem sterben tĂ€glich drei Kinder oder Jugendliche durch Suizid.

Information, Vernetzung und Versorgungsstrukturen

Neben Qualifizierungsmaßnahmen kommt regionalen Informations- und Beratungsnetzwerken eine zentrale Funktion zu. Am 8. Oktober 2026 richtet das Marienhaus Klinikum Eifel in Bitburg einen Infotag zum Welthospiztag 2026 unter dem Motto „So bunt wie das Leben“ aus, bei dem sich lokale Akteure wie PflegestĂŒtzpunkte, spezialisierte ambulante Palliativversorgungsteams und FachverbĂ€nde auf einem Markt der Möglichkeiten prĂ€sentieren.

In Passau wiederum stellt eine Veranstaltung am 13. Oktober 2026 mit einem Vortrag von Prof. Berend Feddersen den neuen Wegweiser der Hospiz- und Palliativversorgung fĂŒr Freyung-Grafenau und Passau vor.

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Auf systemischer Ebene verweisen VerbĂ€nde zugleich auf verbleibende VersorgungslĂŒcken. Der Bundesverband Kinderhospiz (BVKH), der Deutsche Kinderhospizverein (DKHV) und der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) fordern anlĂ€sslich des Weltkindertags am 20. September 2026 einen deutlichen Ausbau ambulanter Strukturen.

Zwar gelte Deutschland bei stationĂ€ren Kinder- und Jugendhospizen als bedarfsgerecht versorgt, jedoch leben rund 100.000 Kinder und Jugendliche mit einer lebensverkĂŒrzenden Erkrankung, die zumeist ĂŒber Jahre im hĂ€uslichen Umfeld betreut werden.

Begleitende Methoden und gesundheitspolitische AnsÀtze

Zur Linderung der Belastung schwer erkrankter Personen werden vermehrt auch komplementĂ€re und psychosoziale Verfahren untersucht. Laut einem Bericht vom 17. September 2026 zeigte eine Studie der UniversitĂ€t Calgary mit fast 600 Krebspatienten, dass ein elfwöchiges Training in Tai-Chi beziehungsweise Qigong sowie eine neunwöchige achtsamkeitsbasierte Rehabilitation Symptome wie MĂŒdigkeit, Schmerzen und Schlafprobleme spĂŒrbar lindern können.

Strukturell schlĂ€gt das Kuratorium Deutsche Altershilfe in einem Positionspapier vor, im Rahmen des Pflegeneuordnungsgesetzes einen Rechtsanspruch auf fachliche Pflegebegleitung zu etablieren. Zur Debatte steht dabei unter anderem die PrĂŒfung einer jĂ€hrlichen Pauschale von 146 Euro pro hĂ€uslich versorgter pflegebedĂŒrftiger Person, wobei eine Umsetzung nach Empfehlung der Autoren nicht vor dem 1. Januar 2029 erfolgen sollte.

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