Huawei Tau-Gesetz: Neue Chip-Architektur soll 55% mehr Dichte bringen
08.06.2026 - 05:27:44 | boerse-global.de
Interne Disziplin: Wenn das falsche GerÀt zum Problem wird
Huawei verlangt von seinen Mitarbeitern absolute LoyalitĂ€t zur Marke â und das bis ins kleinste Detail. Ein Vorfall aus dem Dezember 2018 zeigt, wie ernst es dem Konzern damit ist: Zwei Angestellte wurden bestraft, nachdem ein offizieller Huawei-Account auf Twitter einen NeujahrsgruĂ mit dem Hinweis "Twitter for iPhone" veröffentlicht hatte.
Die Konsequenzen waren drastisch. Beide Mitarbeiter wurden herabgestuft, ihr Gehalt um umgerechnet rund 670 Euro monatlich gekĂŒrzt. Der zustĂ€ndige Digital-Marketing-Direktor erhielt zudem eine zwölfmonatige Gehaltssperre. Ein klares Signal: Bei Huawei zĂ€hlt jedes Detail der MarkenreprĂ€sentation.
Das Tau-Gesetz: Moores Law neu gedacht
Im Juni 2026 prĂ€sentierte Huawei-Chefarchitekt He Tingbo in Shanghai einen neuen Ansatz fĂŒr die Chip-Entwicklung: das Tau-Gesetz (? Law). Statt einfach immer mehr Transistoren auf einen Chip zu packen, konzentriert sich das Konzept auf die Reduzierung von Signalverzögerungen.
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HerzstĂŒck ist die sogenannte "LogicFolding"-Architektur, die auf 3D-Stapeltechnologie setzt. Das Ziel: Bis 2031 eine 55 Prozent höhere Chipdichte erreichen und mit modernsten Fertigungsstandards mithalten können.
Doch Experten bleiben skeptisch. Der gröĂte Hemmschuh: Seit 2019 darf Huawei keine EUV-Lithografieanlagen vom niederlĂ€ndischen Hersteller ASML importieren. Ohne diese Maschinen, so die EinschĂ€tzung von Branchenkennern, werde der Konzern auch 2031 noch sechs bis acht Jahre hinter der Weltspitze zurĂŒckliegen.
Sicherheitsupdates fĂŒr HarmonyOS und EMUI
WĂ€hrend die Chip-Strategie auf die Zukunft zielt, kĂŒmmert sich Huawei um die Gegenwart. Am 6. Juni 2026 veröffentlichte das Unternehmen Sicherheitsbulletins fĂŒr seine Betriebssysteme HarmonyOS und EMUI.
Die Updates schlieĂen mehrere SicherheitslĂŒcken, darunter eine als kritisch eingestufte Schwachstelle in der SMS-App (CVE-2026-41972). Zudem wurden Berechtigungsprobleme behoben und Patches von Drittanbietern integriert â etwa fĂŒr die Schwachstellen CVE-2026-0073, CVE-2025-57052 und CVE-2026-31789.
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Rechtsstreit und Marktposition in China
Der Wettbewerb zwischen Huawei und Apple spielt sich zunehmend auch vor Gericht ab. Am heutigen Montag verhandelt das Shanghaier Gericht fĂŒr geistiges Eigentum den Kartellrechtsfall "Tian gegen Apple". KlĂ€ger werfen dem US-Konzern Missbrauch seiner Marktmacht vor.
Bereits im MĂ€rz 2026 hatte Apple unter dem Druck der chinesischen Regulierungsbehörden seine Provisionen im App Store gesenkt: von 30 auf 25 Prozent fĂŒr Standard-Apps, von 15 auf 12 Prozent fĂŒr kleine Unternehmen.
Trotz dieser ZugestĂ€ndnisse bleibt Apple stark: Im MĂ€rz 2026 fĂŒhrte das Unternehmen die Smartphone-MĂ€rkte in China, Deutschland und GroĂbritannien an. Huawei hingegen dominiert mit seinen Flaggschiff-GerĂ€ten den sĂŒdkoreanischen Markt â mit einem Anteil von 43 Prozent.
