HUDERIA-Rahmenwerk, Europarat

HUDERIA-Rahmenwerk: Europarat verabschiedet zwei zentrale KI-Bausteine

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 20:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das CDNET beschloss Regeln zur Beteiligung Betroffener und zu Zuständigkeiten; weitere Leitlinien und Studien sind noch offen.
Ein minimalistischer, leerer Sitzungssaal mit moderner Architektur und natürlichem Lichteinfall in Straßburg. Illustration mit AI erstellt.

Der Ausschuss für Künstliche Intelligenz des Europarats (CDNET) hat am 23. Oktober 2026 zwei zentrale Bausteine des sogenannten HUDERIA-Rahmenwerks verabschiedet.

Das Gremium einigte sich auf ein standardisiertes Verfahren zur Beteiligung von Betroffenen sowie auf Empfehlungen zu Rollen und Verantwortlichkeiten innerhalb des gesamten Lebenszyklus von KI-Projekten. Die Annahme markiert einen formalen Meilenstein bei der methodischen Umsetzung internationaler Vorgaben für vertrauenswürdige Systeme.

Die beiden verabschiedeten Bausteine waren im Mandat des Ministerkomitees des Europarats als prioritäre Ergebnisse festgelegt worden, die bis Ende 2026 erarbeitet werden sollten. Das Beteiligungsverfahren soll sicherstellen, dass relevante Interessengruppen und potenziell betroffene Personen in Entwicklungs- und Implementierungsphasen systematisch einbezogen werden.

Wie die genaue und detaillierte Zuordnung von Verantwortlichkeiten in der entsprechenden Rollen-Komponente in der Praxis ausgestaltet ist, hat das CDNET bislang jedoch noch nicht öffentlich zugänglich gemacht.

Offene Vorhaben und begleitende Regulierung

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Neben den nun verabschiedeten Regelungsteilen stehen beim Fachausschuss des Europarats weitere Arbeitsergebnisse aus. Weiterhin offen sind unter anderem spezifische Leitlinien zur Beschaffung, verbindliche Interoperabilitätsklauseln für Beschaffungs- und Einsatzprozesse sowie eine umfassende Trendstudie zu Entwicklungen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz.

Der CDNET-Ausschuss fungiert zudem als begleitende Instanz für die Anwendung der Rahmenkonvention des Europarats über Künstliche Intelligenz. Deren Ziel ist es, den Schutz von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und demokratischen Grundwerten bei Entwicklung und Einsatz moderner Technologien völkerrechtlich abzusichern.

Debatte über Verzahnung mit dem EU-Rechtsrahmen

Die Verabschiedung fand im Rahmen der Plenarsitzung des CDNET-Ausschusses statt, die vom 21. bis 23. Oktober 2026 teils am Sitz des Europarats in Straßburg und teils im Online-Format abgehalten wurde. An den Beratungen nahmen 170 Personen teil; diese Kennzahl bezieht sich auf die erfasste Teilnehmerzahl der Tagung und entspricht nicht der Anzahl an stimmberechtigten Beschlussmandaten.

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Zu den Delegationen zählten auch Vertreter nationaler Behörden: So nahm die portugiesische Telekommunikations- und Regulierungsbehörde ANACOM erstmals an einer Plenarsitzung des CDNET teil. Die stellvertretende Präsidentin von ANACOM, Raquel Brízida Castro, saß während der Beratungen in Straßburg in der portugiesischen Regierungsdelegation.

Im Zuge der Sitzung forderte sie, den europäischen KI-Rechtsakt (EU AI Act) eng an der HUDERIA-Methodik auszurichten, um Risiken für Menschenrechte, Demokratie und rechtsstaatliche Prinzipien europaweit kohärent zu bewerten und einheitliche Standards zu wahren.

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