Hüftprothesen: Über 90% halten 15 Jahre stabil
09.06.2026 - 15:30:21 | boerse-global.de
Degenerative Gelenkerkrankungen wie Arthrose erfordern eine immer feinere Abstimmung zwischen konservativer Behandlung, technischen Hilfsmitteln und Operationen. Aktuelle Entwicklungen und neue rechtliche Vorgaben prägen die Patientenberatung.
Knieorthesen und Barfußschuhe: Was wirklich hilft
In der nicht-operativen Therapie spielen Hilfsmittel eine zentrale Rolle. Sie sollen die Mobilität erhalten und Schmerzen reduzieren. Fachleute betonen die Bedeutung gezielter Information über Knieorthesen, die speziell zur Entlastung bei Arthrose entwickelt wurden.
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Bei der Wahl des Schuhwerks raten Experten zur Vorsicht. Die Orthopädin Mellany Galla warnt vor Barfußschuhen für bestimmte Patientengruppen. Bei bestehender Arthrose, Fußfehlstellungen oder Diabetes können diese Schuhe ohne ausreichende Dämpfung problematisch sein. Empfohlen wird eine langsame Steigerung der Tragezeit auf zunächst 30 bis 60 Minuten täglich. Treten Schmerzen auf, sollte zwingend orthopädischer Rat eingeholt werden.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) prüft derzeit den Nutzen der neuromuskulären Elektrostimulation. Stellungnahmen zum entsprechenden Vorbericht sind bis Anfang Juli 2026 möglich.
Hüftprothesen: Über 90 Prozent halten 15 Jahre
Wenn konservative Maßnahmen nicht mehr helfen, ist der Gelenkersatz die etablierte Lösung. Die Deutsche Arthrose-Hilfe beziffert die Zahl der jährlichen Hüftimplantationen auf über 200.000. Die Prognosen sind stabil: Über 90 Prozent der Prothesen sind nach 15 Jahren noch funktionsfähig, nach 20 Jahren liegt die Quote bei 80 bis 85 Prozent.
Kritisch bleibt die frühzeitige Erkennung einer Prothesenlockerung. Typische Symptome: Schmerzen im Leisten- oder Gesäßbereich bei einer Pfannenlockerung sowie Oberschenkelbeschwerden bei einer Schaftlockerung. Die Diagnose erfolgt meist per Röntgen. Fachleute raten, eine notwendige Austausch-Operation in einer erfahrenen Klinik durchführen zu lassen und den Eingriff nicht aufzuschieben. Die LVR-Klinik für Orthopädie Viersen, die jährlich rund 800 Hüftoperationen vornimmt, informiert im Juni 2026 verstärkt über diese Optionen.
Klinik-Neubau und personelle Verstärkung
Die Versorgungslandschaft ist im Umbruch. In München zieht die München Klinik Harlaching im Juni 2026 in einen Neubau am Sanatoriumsplatz. Mit rund 550 Betten gilt er als eines der größten Klinikprojekte des Jahres in Bayern und ist für rund 79.000 Patienten pro Jahr ausgelegt.
Auch im ambulanten Sektor gibt es Veränderungen: Seit Anfang Juni 2026 verstärkt Dr. Delia Deppe als Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie das Team des RVZ Südheide.
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Schwerbehinderung: Neue Regeln für Arthrose-Patienten
Für Patienten mit chronischen Schmerzen sind Änderungen der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) relevant, die bereits im Oktober 2025 in Kraft traten. Sie regeln die Erhöhung des Grades der Behinderung (GdB) bei Komorbiditäten neu.
Das Zusammenwirken von körperlichen Leiden und psychischen Belastungen führt nur dann zu einem höheren GdB, wenn die Ausprägung erheblich über das erwartbare Maß hinausgeht. Zudem ist eine eigenständige Diagnose nach dem ICD-Schlüssel erforderlich. Betroffene müssen beachten: Gegen Bescheide besteht eine Widerspruchsfrist von einem Monat.
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