Hühnersuppe, Erkältung

Hühnersuppe gegen Erkältung: Studien zeigen bis zu 2,5 Tage schnellere Erholung

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Studien zeigen begrenzten Erkältungsschutz durch Vitamine, während Honig und Hühnersuppe Beschwerden lindern können.
Frische rote Paprika und Zitrusfrüchte auf einer hölzernen Arbeitsfläche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem Beginn der kühleren Jahreszeit begünstigen sinkende Temperaturen, der vermehrte Aufenthalt in geschlossenen Räumen und trockene Heizungsluft die Ausbreitung von Atemwegsinfekten. Eine wissenschaftliche Einordnung durch eine Ärztin der Charité sowie aktuelle Auswertungen medizinischer Fachgesellschaften zeigen, welche der traditionell empfohlenen Hausmittel Symptome lindern können und wo gängige Erkältungsmythen an ihre Grenzen stoßen.

Vitamin C und Nahrungsergänzungsmittel im Faktencheck

Zu den am weitesten verbreiteten Annahmen gehört die schützende Wirkung hochdosierter Vitamine. Eine Cochrane-Auswertung verdeutlicht jedoch, dass eine regelmäßige Einnahme von Vitamin C das Auftreten von Erkältungen in der Allgemeinbevölkerung nicht verhindert.

Zwar verkürzt eine prophylaktische Gabe die Krankheitsdauer bei Erwachsenen um rund 8 Prozent und bei Kindern um 14 Prozent, eine Einnahme erst nach Beginn der Symptome zeigt jedoch keine konsistente Verkürzung. Eine Cochrane-Übersicht von 29 Studien mit über 11.000 Probanden beziffert den Zeitgewinn bei vorbeugender Einnahme im Schnitt auf etwa einen halben Tag.

Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2023 mit zehn randomisierten Doppelblindstudien ergab zudem, dass bei mindestens einem Gramm Vitamin C pro Tag der Schweregrad schwerer Symptome im Schnitt um 15 Prozent gegenüber Placebo sank, während bei leichten Symptomen kein signifikanter Effekt messbar war. Lediglich bei Extremsportlern und militärischem Personal unter Kälteexposition halbierte sich das Erkrankungsrisiko.

Die physiologische Tagesnorm liegt bei 45 bis 90 Milligramm, während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) 95 bis 110 Milligramm täglich empfiehlt.

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Dieser Bedarf lässt sich bereits mit 100 Gramm roter Paprika oder über Zitrusfrüchte, Kohl und Kartoffeln decken; ein echter Mangel betrifft in Industrieländern unter 4 Prozent der Bevölkerung. Dosen von über 1000 Milligramm pro Tag bergen Risiken für Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Durchfall sowie Nierensteine.

Auch für Vitamin D belegt eine Meta-Analyse von 18 randomisierten kontrollierten Studien mit 3648 Teilnehmenden keinen klinisch relevanten Nutzen bei bestehender Erkältung. Eine aktualisierte Meta-Analyse mit 64.086 Personen aus 46 Studien wies zudem keinen statistisch signifikanten Schutz vor einer Infektion nach.

Pflanzliche Mittel und warme Speisen in der Forschung

Andere Hausmittel weisen hingegen nachweisbare Effekte auf das Wohlbefinden auf. Die Scharfstoffe der Ingwerwurzel sowie ätherische Öle wirken entzündungshemmend und wärmend.

Eine Untersuchung von Fertigprodukten im Rahmen des Formats „BUY BETTER“ von ARD und SWR zeigte jedoch erhebliche Unterschiede bei kommerziellen Ingwer-Shots: Die Fläschchen kosten zwischen 1,29 und 2,49 Euro und bestehen zu 57 bis 78 Prozent aus Fruchtsaft.

Der Ingwergehalt reichte von 9,5 Prozent bei Voelkel Original bis zu 34 Prozent bei Bangs Apfel-Zitrone, während die Literpreise von 8,60 Euro bei Bio-Eigenmarken bis zu 41,50 Euro bei Markenherstellern reichten. Als Alternative wird die Zubereitung von frischem Ingwertee empfohlen.

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Für Honig ergab eine Auswertung von sechs Studien mit 899 Kindern zwischen einem und 18 Jahren eine Linderung des Hustens und eine Verbesserung des Nachtschlafs. Wegen des Risikos von Säuglingsbotulismus darf Honig jedoch nicht an Kinder unter einem Jahr verabreicht werden.

Bei Knoblauch zeigte eine Cochrane-Studie mit 146 Teilnehmenden über zwölf Wochen einen Rückgang von 65 auf 24 Erkältungsepisoden unter Einnahme eines Präparats; für rohen Knoblauch oder Zwiebeln fehlt dagegen eine breite Studienbasis. Fachstellen warnen ausdrücklich davor, Zwiebel- oder Knoblauchsaft in die Nase einzubringen.

Klassische Hühnersuppe liefert Nährstoffe wie Zink und Eisen. Eine systematische Übersichtsarbeit der University of the West of Scotland identifizierte vier hochwertige Studien mit 342 Teilnehmern: Suppenesser erholten sich in einer Untersuchung bis zu 2,5 Tage schneller, wobei die Entzündungsmarker IL-6 und TNF-? geringer ausfielen.

Krankheitsverlauf und Grenzen der Selbstmedikation

Erkältungen werden von über 30 Erregern, vor allem Rhinoviren, ausgelöst und heilen in der Regel nach einer bis zwei Wochen aus, während Husten bis zu acht Wochen anhalten kann. Abschwellende Nasensprays mit Wirkstoffen wie Xylometazolin oder Oximetazolin sollten wegen Gewöhnungseffekten maximal eine Woche verwendet werden.

Hausärzte betonen, dass eine ausgewogene Kost, Bewegung und ausreichend Schlaf die wirksamste Basis bilden; Hausmittel dienen vor allem der Linderung von Beschwerden, ersetzen bei schweren Verläufen jedoch keine ärztliche Abklärung.

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