Humanoid-Finanzierung, Europas

Humanoid-Finanzierung: Europas erster Robotik-Unicorn mit 1,35 Mrd. Dollar

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Humanoid sichert sich 152 Millionen US-Dollar und erreicht mit 1,35 Milliarden Bewertung den Unicorn-Status als erster europäischer Spezialist für humanoide Roboter.

Humanoid: 152 Mio. USD Series A für humanoide Roboter
Ein hochmoderner humanoider Roboterarm bei der Arbeit in einer industriellen Produktionsumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Robotik-Unternehmen Humanoid hat am 24. Juli 2026 den Abschluss einer Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 152 Millionen US-Dollar bekannt gegeben. Mit einer Post-Money-Bewertung von 1,35 Milliarden US-Dollar steigt das Unternehmen zum ersten europäischen „Unicorn“ auf, das sich ausschließlich auf die Entwicklung humanoider Roboter konzentriert.

Kapital für die Skalierung und technologische Weiterentwicklung

Die aktuelle Finanzierungsrunde wurde von Prime Movers Lab angeführt. Zu den weiteren Investoren zählen namhafte Industrieakteure und Risikokapitalgeber wie Schaeffler, Bosch, Fubon Financial Holding Venture Capital sowie Aglaé Ventures. Durch die neue Kapitalzufuhr erhöht sich die gesamte Finanzierungssumme von Humanoid auf 270 Millionen US-Dollar.

Das im Jahr 2024 von Artem Sokolov gegründete Unternehmen beschäftigt mittlerweile über 250 Mitarbeiter an Standorten in London, Boston, Vancouver und San Diego. Die frischen Mittel sollen dazu verwendet werden, die Entwicklung der nächsten Robotergeneration voranzutreiben und die kommerzielle Bereitstellung zu beschleunigen. Für das vierte Quartal 2026 ist der Start einer Beta-Phase geplant. Zudem plant das Unternehmen die Massenproduktion von radgestützten Robotern und den weiteren Ausbau seiner KI-Plattform KinetIQ.

Strategische Partnerschaften und industrielle Anwendung

Humanoid verfolgt eine Strategie enger Kooperationen mit etablierten Technologie- und Industriekonzernen. Zu den bestehenden Partnern gehören unter anderem SAP, NVIDIA, Bosch und Siemens. Eine besonders weitreichende Vereinbarung wurde mit Schaeffler getroffen: Der Automobil- und Industriezulieferer hat einen verbindlichen Vertrag über die Abnahme von mehreren tausend Robotereinheiten bis zum Jahr 2032 unterzeichnet.

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Der operative Einsatz dieser Systeme soll schrittweise erfolgen. Erste Implementierungen sind für den Zeitraum zwischen Dezember 2026 und Juni 2027 an den Schaeffler-Standorten in Herzogenaurach und Schweinfurt vorgesehen. Eine wesentliche Rolle in der Lieferkette übernimmt zudem Bosch, das für Humanoid als Auftragsfertiger fungiert.

Die Praxistauglichkeit der Systeme wurde bereits in Pilotprojekten erprobt. In einem Werk von Siemens absolvierte ein Roboter eine achtstündige Schicht, in der er durchschnittlich 60 Behälter pro Stunde bewegte. Dabei wurde eine Erfolgsquote von über 90 Prozent erzielt.

Technologische Spezifikationen und Markttrends

Im Zentrum der aktuellen Entwicklung steht der radgestützte Roboter HMND 01 Alpha. Das System weist eine Höhe von 220 Zentimetern auf und erreicht eine Geschwindigkeit von 7,2 Kilometern pro Stunde. Die Nutzlast wird mit 15 Kilogramm angegeben, wobei der Roboter über 29 Freiheitsgrade verfügt. Die Rechenleistung basiert auf dem NVIDIA Jetson Thor Modul, das 800 TOPS (Tera Operations Per Second) liefert.

Die Steuerung erfolgt über die KinetIQ-KI-Plattform, die auf einem vierstufigen Framework basiert:
* System 0: Ganzkörpersteuerung (Whole-body control)
* System 1: Vision-Language-Action-Modell (VLA)
* System 2: Exekutive Steuerung
* System 3: Flottenmanagement-Ebene

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Die Entscheidung für radgestützte Systeme folgt aktuellen Marktprognosen. Marktforscher von IDC erwarten für radgestützte humanoide Roboter eine jährliche Wachstumsrate (CAGR) von etwa 120 Prozent. Im Vergleich dazu wird für zweibeinige humanoide Roboter ein Wachstum von rund 95 Prozent prognostiziert. Humanoid setzt mit der Massenproduktion seiner radgestützten Modelle auf dieses dynamische Marktsegment, um die Effizienz in industriellen Logistik- und Fertigungsprozessen zu steigern.

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