Humanoid und Nvidia: Jetson Thor bündelt zwei Bordrechner zu einem System
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas britische Robotikunternehmen Humanoid hat im Oktober 2026 seine Zusammenarbeit mit Nvidia ausgebaut. Wie aus einem Bericht vom 1. November 2026 hervorgeht, zielt die Kooperation auf die Bereitstellung einer leistungsfähigen Edge-Laufzeitumgebung für die nächste Generation humanoider Roboter ab.
Im Mittelpunkt der technologischen Architektur steht Nvidias Plattform Jetson Thor als Onboard-Rechensystem, kombiniert mit spezialisierter Software und Infrastrukturkomponenten des Chipherstellers.
Konsolidierung der Bordrechner und Latenzreduktion
Im Zuge der erweiterten Partnerschaft vollzieht Humanoid eine Umstellung seiner internen Rechnerarchitektur. Bislang genutzte zwei Onboard-Computer werden zu einem einzigen System auf Basis von Nvidia Jetson Thor zusammengeführt, ohne dass dabei Einbußen bei der Rechenkapazität entstehen.
Zusätzlich integriert Humanoid die Holoscan Sensor Bridge sowie das Holoscan SDK in seinen Technologie-Stack. Über diese Schnittstelle werden Bilddaten der Kameras direkt im Grafikprozessorspeicher abgelegt. Das Verfahren umgeht zusätzliche Kopierschritte über den Hauptprozessor, verringert die CPU-Auslastung und senkt die Übertragungslatenzen.
Als softwareseitige Basis dient Isaac OS als offenes, deterministisches Laufzeit-Framework. Die Übertragung von Sensordaten und Steuersignalen erfolgt über Multi-Gigabit-Ethernet mit einer Bandbreite von bis zu 100 Gigabit pro Sekunde. Bereits vor der aktuellen Vereinbarung nutzte das Unternehmen die Simulations- und Trainingsumgebungen Isaac Sim und Isaac Lab.
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Humanoid-CEO Artem Sokolov erklärte, dass die neue Architektur die Kernbereiche Sensorik, künstliche Intelligenz und Regelungstechnik in Echtzeit zusammenführe.
Plattformstandard für humanoide Robotiksysteme
Laut einem Branchenbericht vom 31. Oktober 2026 markiert der Schritt von Humanoid eine weitere Verfestigung von Jetson Thor als Standard-Rechensystem bei Herstellern humanoider Roboter. Das britische Unternehmen reihe sich damit als weiterer europäischer Entwickler in jene Gruppe ein, die auf Nvidias Full-Stack-Referenzarchitektur setzt.
Der Trend zur hardwareseitigen Bündelung auf dieser Plattform spiegelt sich auch in anderen Projekten wider. So stellten Agile Robots und Nvidia im Oktober 2026 die Forschungsplattform Agile ONE SN vor, deren Onboard-Rechenleistung von 800 TFLOPS im FP8-Format ebenfalls durch Jetson Thor bereitgestellt wird.
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Zudem entwickelten Fourier Intelligence und Meta im selben Monat einen gemeinsamen Prototypen namens Max, der ebenfalls auf die Recheneinheit von Nvidia zurückgreift.
Die Verlagerung rechenintensiver Prozesse direkt auf den Roboter gilt in der Branche als wesentliche Voraussetzung für praxistaugliche Systeme. Luca Verre, Group Vice President Strategy bei STMicroelectronics, betonte in diesem Zusammenhang in einem Interview im Oktober 2026, dass extrem niedrige Latenzzeiten bei physischer KI zu einer sicherheitskritischen Anforderung werden und verteilte Rechenstrukturen über die gesamte Maschine hinweg eine zentrale Rolle spielen.
