Humanoide, Roboter

Humanoide Roboter: 37 Mrd. Euro Investitionen treiben Massenproduktion an

28.05.2026 - 04:05:45 | boerse-global.de

Rekord-Investitionen von 37 Milliarden Euro und sinkende Kosten treiben die Serienproduktion humanoider Roboter weltweit voran.

Humanoide Roboter: 37 Mrd. Euro Investitionen treiben Massenproduktion an - Foto: über boerse-global.de
Humanoide Roboter: 37 Mrd. Euro Investitionen treiben Massenproduktion an - Foto: über boerse-global.de

Mehrere Hersteller und Technologie-Startups gaben zeitgleich großflächige Produktionsverträge und Werkseröffnungen bekannt. Möglich macht das ein Rekord-Investitionsvolumen von 37 Milliarden Euro in physische Künstliche Intelligenz allein im Jahr 2026. Gleichzeitig sind die Stückkosten drastisch gefallen: von rund 85.000 Euro im Jahr 2023 auf etwa 25.000 Euro im Jahr 2025.

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Autoindustrie setzt auf Roboterschwärme

Die großen Automobilkonzerne gehen von Einzeltests zur Serienintegration über. Hyundai Motor Group kündigte am Dienstag an, 25.000 elektrische Atlas-Roboter des US-Herstellers Boston Dynamics in der eigenen Fertigung einzusetzen. Der Rollout startet 2028 im Metaplant America-Werk im US-Bundesstaat Georgia. Zunächst sortieren die Roboter Teile, ab 2030 übernehmen sie auch Montageaufgaben. Hyundai war jährlich rund 30.000 Einheiten produzieren und baut dafür eine eigene Aktuatoren-Fabrik in den USA.

Auch europäische Hersteller ziehen nach. Mercedes-Benz setzt bereits in mehreren Werken auf die Apollo-Humanoiden des US-Startups Apptronik. Die Roboter arbeiten in der Endmontage, der internen Logistik und der Qualitätskontrolle. Apptronik, das insgesamt 935 Millionen Euro eingesammelt hat, will bis 2027 gemeinsam mit dem Fertigungspartner Jabil eine kommerzielle Flotte starten.

In Großbritannien schloss das Startup Humanoid am Dienstag einen sogenannten Robots-as-a-Service-Vertrag mit dem Industriezulieferer Schaeffler. Ab Dezember 2026 kommen tausende Roboter zum Einsatz. Der Deal folgt auf einen erfolgreichen Pilotversuch im März, bei dem das Modell HMND 01 die interne Logistik in einem Bosch-Werk in Deutschland übernahm.

Produktion auf Hochtouren: Roboter im 15-Minuten-Takt

Um die steigende Nachfrage zu bedienen, bauen die Hersteller ihre Kapazitäten massiv aus. EngineAI eröffnete am Dienstag eine 12.000 Quadratmeter große Smart-Factory im chinesischen Shenzhen. Das Unternehmen gibt an, dort alle 15 Minuten einen T800-Humanoiden fertigen zu können. Möglich wurde der Bau durch eine Serie-B-Finanzierungsrunde über 200 Millionen Euro im April. Der T800 kostet in der Vorbestellung rund 25.000 Euro.

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Ebenfalls am Dienstag besiegelte Humanoid eine Fertigungspartnerschaft mit Bosch. Der Technologiekonzern fungiert künftig als Auftragsfertiger für die europäische Produktion. Bosch steuert zudem Supply-Chain-Management und Kosteneffizienz bei – und prüft den Einbau eigener Sensoren und Aktuatoren in die Roboter.

Im Logistiksektor einigte sich Figure mit Catalyst Brands auf einen Großauftrag. Das Unternehmen setzt Figure-03-Roboter in einem Logistikzentrum im US-Bundesstaat Nevada für Sortier- und Verpackungsarbeiten ein. Vorausgegangen war ein 200-stündiger autonomer Ausdauertest der Hardware.

Indien und China drängen mit günstigen Modellen auf den Markt

Schwellenländer positionieren sich als Zentren für bezahlbare Industrierobotik. Das indische Startup RoboIndustries aus Bengaluru liefert seit heute seinen R-1-Humanoiden an Autowerke in Greater Noida. Der in Tamil Nadu gefertigte Roboter hat eine Akkulaufzeit von zwölf Stunden und trägt bis zu 50 Kilogramm. Der Preis liegt bei umgerechnet rund 34.000 Euro – deutlich unter dem globalen Durchschnitt.

Ein Konsortium indischer Robotik-Startups kündigte zeitgleich eine lokale Fertigungsinitiative an. Ziel sind Humanoiden zwischen 18.000 und 30.000 Euro. Das Projekt soll 1.000 Ingenieursstellen in den Bundesstaaten Karnataka und Tamil Nadu schaffen.

Aus China kommt der Luna-Humanoid von LimX Dynamics, der am Dienstag vorgestellt wurde. Mit einem Preis von rund 41.000 Euro zielt er auf Logistik und Dienstleistungssektor. Der Roboter nutzt eigene KI-Modelle, die Vision, Sprache und Aktion kombinieren. Das Unternehmen, zuletzt als Einhorn mit über einer Milliarde Euro bewertet, rechnet ab 2027 mit internationaler Verfügbarkeit. Ebenfalls in China sicherte sich Guozi Robotics einen Großauftrag im Rahmen der Strategie des Staatskonzerns State Grid, bis Jahresende 8.500 verkörperte Roboter einzusetzen.

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