Humanoide Roboter: China Post sortiert 1.200 Pakete pro Stunde
01.06.2026 - 13:24:35 | boerse-global.deIm April 2026 legten die Online-Verkäufe im Jahresvergleich um 20,6 Prozent zu – und übertrafen damit das Wachstum der gesamten Industrieautomatisierung. Grund sind steigende Produktionskapazitäten heimischer Hersteller und eine wachsende internationale Nachfrage nach flexiblen Robotiklösungen.
Unitree Technology: Börsengang und Milliarden-Erlöse
Am heutigen Montag durchlief Unitree Technology die IPO-Prüfung für die STAR-Market-Notierung. Das Unternehmen lieferte 2025 weltweit die meisten humanoiden Roboter aus – über 5.500 Einheiten. Nun will Unitree rund 4,2 Milliarden Yuan (etwa 620 Millionen Euro) einsammeln, um die Weiterentwicklung voranzutreiben.
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Die Finanzzahlen spiegeln das rasante Wachstum wider: Der Umsatz stieg von 1,59 Milliarden Yuan (2023) auf 3,93 Milliarden Yuan (2024) und erreichte 2025 satte 16,99 Milliarden Yuan. Humanoide Roboter sind inzwischen der Haupttreiber – ihr Anteil am Umsatz kletterte von unter zwei Prozent (2023) auf über 50 Prozent (2025).
Partnerschaft mit Nvidia und neues Erlebniszentrum
Unitree gab zudem eine Zusammenarbeit mit Nvidia bekannt. Gemeinsam präsentieren sie den H2 Plus, ein Referenzdesign für humanoide Roboter, das auf der Nvidia-Isaac-GR00T-Plattform und Jetson-Thor-Hardware basiert. Das System richtet sich an Forschungseinrichtungen wie Stanford und die ETH Zürich – der Verkaufsstart ist für 2026 geplant.
Bereits am 31. Mai eröffnete Unitree sein erstes asiatisches Erlebniszentrum in Shanghai. Die Preisspanne der ausgestellten Modelle reicht vom Go2 für 9.000 Yuan bis zum G1 für rund 90.000 Yuan.
Logistik-Roboter im Einsatz: 1.200 Pakete pro Stunde
Humanoide Roboter verlassen zunehmend die Forschungslabore. Die China Post Group setzt sie nun im Logistikzentrum Jianggao in Guangzhou ein. Die Roboter sortieren bis zu 1.200 Pakete pro Stunde – und arbeiten Seite an Seite mit fahrerlosen Gabelstaplern und Roboterarmen. In Spitzenzeiten bewältigt die Anlage bis zu zehn Millionen Sendungen.
Auch die Exporte industrieller Roboter erreichten im April einen Meilenstein: 25.000 Einheiten wurden ausgeliefert – ein Anstieg von fast 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf der World Intelligence Expo in Tianjin (28. bis 31. Mai) berichteten Aussteller von steigendem Interesse aus Südostasien, dem Nahen Osten und Lateinamerika.
Ein weiterer Meilenstein: AgiBot lieferte im März 2026 als erstes Unternehmen weltweit 10.000 general-purpose embodied robots aus.
Politik und globale Konkurrenz
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Die chinesische Regierung hat die verkörperte Intelligenz (embodied intelligence) als Zukunftsindustrie im 15. Fünfjahresplan verankert. Bereits im Februar 2026 veröffentlichte das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) den ersten nationalen Standard für humanoide Roboter – eine einheitliche technische Grundlage für die Branche.
Das rasante Tempo bleibt international nicht unbemerkt. Im März 2026 brachten US-Abgeordnete einen Gesetzesentwurf ein, der Bundesbehörden den Kauf chinesischer Humanoid-Roboter verbieten soll. Doch Analysten von Barclays sehen China weiterhin in einer Schlüsselrolle: Bis 2035 könnten bis zu 24 Millionen humanoide Roboter im Land im Einsatz sein – genug, um rund 60 Prozent des prognostizierten Arbeitskräfterückgangs auszugleichen.
Die Investitionen in den heimischen Robotiksektor bleiben hoch: 434 Finanzierungsrunden mit einem Gesamtvolumen von 74,6 Milliarden Yuan wurden bis Ende Mai 2026 registriert. Branchenkenner auf der World Intelligence Expo betonten: Der Sektor bewegt sich weg von der Konzeptphase – hin zu Kommerzialisierung, Lieferfähigkeit und technischer Zuverlässigkeit.
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