Humanoide Roboter: China stellt 57 Prozent der erfassten Zulieferer
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 12:01 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine detaillierte Bestandsaufnahme von UBS Research zur industriellen Wertschöpfung humanoider Roboter verdeutlicht die geplante Struktur künftiger Serienfertigungen.
Die Analyse erfasst 87 Zulieferer über sechs Hardware- und Rechenebenen hinweg mit insgesamt 88 Einträgen. Dabei zeigt sich eine ausgeprägte geografische Konzentration: Chinesische Hersteller besetzen 50 der 87 erfassten Positionen, was einem Anteil von 57 Prozent entspricht. Das Unternehmen Leadshine ist dabei etwa in den Segmenten für Roboterhände und Gelenkaktuatoren vertreten.
Starke Präsenz bei Komplettsystemen, Batterien und Aktuatoren
Unter den 24 in der Kartierung erfassten Herstellern von Komplettrobotern stammen 13 aus China, darunter Unitree, AgiBot und UBTECH. Dem stehen 11 ausländische Entwickler gegenüber, zu denen Tesla und Boston Dynamics gehören. Für das Jahr 2025 verzeichneten Unitree und AgiBot jeweils ein Volumen von rund 5.000 Einheiten.
Auf der Ebene der Aktuatoren zählt die Erhebung 20 Einträge, von denen 12 auf chinesische Firmen entfallen. Im Bereich der Präzisionsgetriebe dominieren unterdessen Harmonic Drive und Nabtesco mit einem gemeinsamen Marktanteil von über 60 Prozent. Diese Baugruppen besitzen ein erhebliches wirtschaftliches Gewicht: Gelenkmodule machen nach Branchenangaben mehr als 50 Prozent der gesamten Herstellungskosten eines humanoiden Roboters aus.
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Im Batteriesegment identifiziert die Analyse zehn Akteure, von denen sieben ihren Sitz in China haben, darunter CATL, EVE und Sunwoda. Die verbauten Batteriepakete weisen typischerweise Kapazitäten zwischen 1,5 und 2,5 Kilowattstunden auf und unterstützen Entladeraten von mehr als 3C.
Gleichgewicht bei Recheneinheiten und Sensorik
Die Sensorik- und Wahrnehmungsebene umfasst 13 erfasste Kamera- und Sensorzulieferer, von denen sieben aus China kommen, darunter Hesai, RoboSense und Sunny Optical.
Auf der Ebene der zentralen Recheneinheiten besteht ein rechnerisches Gleichgewicht: Fünf ausländischen Halbleiterkonzernen – Nvidia, Qualcomm, AMD, Intel und Physical Intelligence – stehen fünf chinesische Anbieter gegenüber, namentlich Horizon, Cambricon, Black Sesame, Rockchip sowie Huawei Ascend.
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Für High-End-Humanoide kalkuliert UBS die Halbleiter-Materialkosten auf 1.400 bis 2.000 US-Dollar pro Einheit, wovon rund 500 US-Dollar allein auf den Hauptprozessor entfallen.
Prognosen und Hürden der Serienfertigung
Die UBS-Projektionen gehen von einer weltweiten Produktion von 30.000 humanoiden Robotern im Jahr 2026 aus, nachdem das Volumen im Jahr 2025 bei 18.600 Einheiten lag. Bis zum Jahr 2050 wird ein Anstieg auf jährlich 86 Millionen Einheiten prognostiziert.
Gleichzeitig verweisen Brancheneinschätzungen auf erhebliche Hürden bei der praktischen Skalierung. Bis 2028 dürften Schätzungen zufolge weniger als 100 Unternehmen über reine Machbarkeitsnachweise hinauskommen und weniger als 20 Entwickler eine echte Serienfertigung erreichen.
Prototypen bewegen sich aktuell in einem Kostenrahmen von 150.000 bis 500.000 US-Dollar pro Einheit, was die Notwendigkeit einer kosteneffizienten Zuliefererkette unterstreicht.
