Humanoide, Roboter

Humanoide Roboter: China verkauft 12.868 Einheiten – USA nur 450

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 08:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Chinesische Hersteller verkauften 2025 fast 13.000 Roboter, US-Firmen nur 450. BMW setzt auf Figure 03.

China dominiert humanoide Roboter: USA verlieren den Anschluss
Humanoider Roboter mit leuchtenden Augen an einem FlieĂźband in einer modernen, hellen Fabrik. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Ein aktueller Bericht des Information Technology & Innovation Foundation (ITIF) zeigt, dass chinesische Hersteller im Jahr 2025 rund 12.868 Einheiten verkauften, während US-Unternehmen auf lediglich 450 Stück kamen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der chinesische Marktführer Unitree setzte allein 5.500 Roboter ab, AgiBot weitere 5.168. Zum Vergleich: Die gesamte US-Konkurrenz mit Figure AI, Agility und Tesla brachte es gemeinsam auf knapp 450 Einheiten. Weltweit entfielen 97 Prozent aller Auslieferungen auf China – insgesamt rund 19.000 Einheiten, verteilt auf über 150 heimische Unternehmen.

Warum China die Nase vorn hat

Der ITIF-Bericht macht deutlich: Chinas Vorsprung ist kein Zufall. Massive staatliche Subventionen treiben die Branche an, während den USA eine umfassende nationale Robotik-Strategie fehlt. Fehlende politische Weichenstellungen könnten sich hierzulande als echtes Hindernis erweisen – denn humanoide Roboter gelten als Schlüsseltechnologie für die Industrie der Zukunft.

BMW setzt auf Roboter-Pioniere

Die Automobilindustrie dient als wichtigstes Testfeld für den Einsatz humanoider Roboter. BMW hat am Standort Spartanburg in South Carolina die nächste Generation der Figure-03-Roboter in Betrieb genommen. Sie übernehmen Logistikaufgaben und die Teilebereitstellung. Der Vorgänger Figure 02 hatte zuvor über zehn Monate hinweg 30.000 BMW X3-Modelle unterstützt – durch das Einsetzen von Blechteilen und den Transport von mehr als 90.000 Komponenten.

Der neue Figure 03 ist 1,73 Meter groß, wiegt 61 Kilogramm und ist für die Massenproduktion ausgelegt. Mit einer Laufzeit von fünf Stunden, kabellosem Laden und Tastsensoren ausgestattet, erledigt er bislang einfache Aufgaben. BMW betont jedoch: Die vollständige Integration in die Produktionslinien bleibt ein langfristiges Ziel.

Xiaomi überzeugt mit hoher Zuverlässigkeit

Auch der chinesische Elektronikkonzern Xiaomi meldet Fortschritte. Nach einem viermonatigen Test in einem Elektroauto-Werk erreichten die humanoiden Roboter eine Betriebsrate von 98 Prozent. Sie sortierten Mittelkonsolen und falteten Containerverpackungen. Zum Vergleich: Die anfängliche Erfolgsquote lag bei 90,2 Prozent. Es handelt sich um einen der ersten dokumentierten Fälle, in denen Roboter über lange Schichten hinweg flexible Bauteile sortieren.

Anzeige

Während chinesische Hersteller 12.868 humanoide Roboter auslieferten und BMW die Figure-03-Flotte hochfährt, bleibt die Frage: Welche Bauform passt zu Ihrem Betrieb? Der Energieverbrauch zweibeiniger Roboter liegt bei 50 Prozent – rollende Alternativen kommen auf nur fünf Prozent. Unser Report liefert die Entscheidungsgrundlage. Jetzt kostenlosen Robotik-Strategie-Report anfordern

Streit um die richtige Bauform

In der Branche tobt eine grundsätzliche Debatte: Sind zweibeinige Roboter wirklich die beste Lösung für Fabrikhallen? Ronnie Vuine von Micropsi Industries beziffert den Energieverbrauch von Beinen auf 50 Prozent des Gesamtbedarfs – Räder hingegen kämen auf nur fünf Prozent. Das dürfte so manchen Hersteller zum Umdenken bewegen.

Mehrere Unternehmen haben bereits reagiert und setzen auf rollende Alternativen:

  • Robot.com brachte im Juni 2026 den R-noid auf den Markt, der in acht bis zwölf Wochen in KĂĽchen und Lagern einsatzbereit ist.
  • Techman Robot präsentierte auf der Nvidia GTC 2026 den TM Xplore I – einen rollenden Humanoiden mit KI fĂĽr die Halbleiter- und Elektronikmontage.
  • UBTech stellte den Cruzr Y1 vor, einen Industrieroboter mit omnidirektionalen Rädern und zwei Armen.

Milliarden-Investitionen und Massenproduktion in Sicht

Die großen Player sichern sich strategisch ab. Hyundai Motor Group übernahm die restlichen 9,65 Prozent an Boston Dynamics von SoftBank – für 325 Millionen Euro. Nach einem spektakulären Auftritt des elektrischen Atlas-Roboters bei der FIFA-Weltmeisterschaft am 5. Juli 2026 plant Hyundai, bis 2028 rund 25.000 Einheiten in seinem Georgia-Megawerk einzusetzen.

Mitsubishi Motors und das Startup Highlanders unterzeichneten eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung humanoider Roboter. Die Massenproduktion soll Anfang 2027 in Mitsubishis Kyoto-Werk anlaufen.

Anzeige

Die USA haben keine nationale Robotik-Strategie – aber Ihr Unternehmen kann trotzdem vorne bleiben. Während Unitree und AgiBot den Massenmarkt erobern, zeigt unser Report, wie Sie mit den richtigen Förderprogrammen und Bauformen Ihre Produktion zukunftssicher machen. Strategie-Report jetzt sichern

Im Finanzsektor investiert Ant Group 73,58 Millionen Euro in Zeroth – die zwölfte Beteiligung des Konzerns im Humanoiden-Sektor seit 2025. STMicroelectronics beteiligt sich an Oversonic Robotics, um die RoBee-Plattform voranzutreiben, die bereits für den Fabrikeinsatz zertifiziert ist. Und Unitree erhielt grünes Licht für einen Börsengang im Wert von rund 619 Millionen Euro.

Die Zeichen stehen auf Kommerzialisierung – und der Wettlauf um die Vorherrschaft in der Robotik hat gerade erst richtig begonnen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69771251 |