Humanoide, Roboter

Humanoide Roboter: Chinas Minth eröffnet grĂ¶ĂŸte Fabrik Europas

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 22:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Minth Group und AgiBot nehmen in Ơabac eine Roboterfabrik in Betrieb. Geplant sind zunÀchst bis zu 3.000 humanoide Einheiten pro Jahr.

Minth Group eröffnet Europas grĂ¶ĂŸte Humanoiden-Fabrik in Serbien
Eine weitlÀufige, leere Fabrikhalle mit polierten Betonböden und hohen StahltrÀgern in einer modernen ProduktionsstÀtte in Serbien. Illustration mit AI erstellt.

Die chinesische Minth Group hat am 31. August 2026 in Kooperation mit AgiBot eine ProduktionsstĂ€tte fĂŒr humanoide Roboter im serbischen Ć abac eröffnet. Nach Angaben lokaler Medienberichte handelt es sich dabei um die grĂ¶ĂŸte Fabrik dieser Art auf dem europĂ€ischen Kontinent. Das Projekt markiert einen signifikanten Ausbau der industriellen KapazitĂ€ten Serbiens im Bereich der Hochtechnologie und Automatisierung.

Produktionsziele und europÀischer Kontext

Mit der Inbetriebnahme des Werks wird Serbien zum vierten Land in Europa, das ĂŒber eine eigene Produktion humanoider Roboter verfĂŒgt, neben Deutschland, Spanien und Großbritannien. WĂ€hrend der Eröffnungsfeierlichkeiten wurde betont, dass die chinesische Muttergesellschaft bereits eine Produktion von 9.000 humanoiden Robotern vorweisen könne, wĂ€hrend europĂ€ische Wettbewerber bislang lediglich StĂŒckzahlen im Bereich einiger Hundert erreicht hĂ€tten.

Hinsichtlich der Investitionssumme und der KapazitĂ€ten liegen unterschiedliche Angaben vor. Berichte beziffern das Investitionsvolumen fĂŒr den Standort in Ć abac auf Werte zwischen 10 Millionen Euro und 20 Millionen Euro. Die anfĂ€ngliche ProduktionskapazitĂ€t wird auf 2.000 bis 3.000 Roboter pro Jahr geschĂ€tzt.

Langfristig werde eine jÀhrliche Produktion von 5.000 Einheiten angestrebt, wobei andere Planungen sogar eine Ausweitung auf bis zu 20.000 Roboter vorsehen. Flankierend zur Hardware-Produktion sei eine engmaschige Zusammenarbeit mit Rechenzentren und der Einsatz von Supercomputern vorgesehen.

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Die strategische Ausrichtung von Minth in Serbien

Minth Holdings verfolgt in Serbien eine breit angelegte Expansionsstrategie, die ĂŒber die Robotik hinausgeht. Wie der Unternehmensvertreter Ju Bo darlegte, entwickelt der Konzern aktuell drei zentrale Plattformen im Land.

Dazu gehört das Projekt „Nebeski grad“ in Sur?in, das auf einer FlĂ€che von 170 Hektar ĂŒber 2 Millionen Quadratmeter umfasst. In In?ija entsteht mit dem „Automobilski grad“ ein Zentrum fĂŒr die industrielle Fertigung, wĂ€hrend in ?uprija ein Industriepark fĂŒr Automobilkomponenten errichtet wird, der primĂ€r den europĂ€ischen Markt bedienen soll.

Das wirtschaftliche Engagement des Unternehmens in Serbien ist bereits substanziell; der erzielte Umsatz am Standort wurde zuletzt mit 471 Millionen Euro angegeben. Neben der Robotik plant Minth weitere Großprojekte, darunter eine Batteriefabrik in In?ija.

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FĂŒr dieses Vorhaben sind Investitionen von 100,5 Millionen Euro bis zu 200 Millionen Euro sowie die Schaffung von 250 ArbeitsplĂ€tzen im GesprĂ€ch. Zudem existieren PlĂ€ne fĂŒr eine gemeinsame Drohnen fabrik in Zusammenarbeit mit israelischen Partnern.

Staatliche Förderung und Marktposition

Der Ausbau der Standorte wurde in der Vergangenheit durch staatliche Mittel unterstĂŒtzt. Im Jahr 2025 erhielt Minth Automotive in Loznica Subventionen in Höhe von 22,2 Millionen Euro, wobei weitere 17,2 Millionen Euro in Aussicht gestellt wurden. FĂŒr das Werk Minth Metal Parts Balkan in Ć abac wurden vertraglich Subventionen von 11,5 Millionen Euro vereinbart.

Die Ansiedlung in Serbien erfolgt vor dem Hintergrund einer globalen Dominanz Chinas im Robotiksektor. Branchenberichten zufolge fertigte China im Jahr 2025 rund 12.800 Roboter, was einem Anteil von etwa 90 % der weltweiten Gesamtproduktion entsprach. Mit der neuen Fabrik in Ć abac versucht die Minth Group nun, diese technologische FĂŒhrungsposition auch innerhalb der europĂ€ischen Fertigungslandschaft zu festigen.

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