Hund und Gesundheit: Studie mit 3,4 Millionen zeigt geringeres Herzrisiko
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 06:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mantrailing gewinnt als anspruchsvolle Beschäftigung für Hunde zunehmend an Bedeutung. Bei dieser speziellen Trainingsform steht die feine Nase des Vierbeiners im Mittelpunkt: Der Hund verfolgt anhand eines Geruchsartikels die individuelle Spur einer bestimmten Person.
Wie Berichte über entsprechende Aktivitäten, etwa in Furth im Wald, aufzeigen, stellt die gemeinsame Fährtensuche nicht nur eine artgerechte Auslastung dar, sondern bereitet Mensch und Hund gleichermaßen Freude und stärkt das Zusammenspiel des Teams.
Ernstfall und Training: Mehrjährige Vorbereitung für die Suche
Während Mantrailing im Freizeitbereich vor allem der mentalen Auslastung dient, bildet die Methodik im Rettungswesen eine zentrale Säule bei der Vermisstensuche. Die Anforderungen an einsatzfähige Gespanne sind hoch: Eine fundierte Ausbildung zum Mantrailer beansprucht rund drei Jahre. Im Vergleich dazu erfordert die Qualifikation zum Drohnenpiloten lediglich einen 14-tägigen Kurs, wie ein Bericht vom 11. Oktober 2026 veranschaulicht.
Wie intensiv die Vorbereitung in der Praxis ausfällt, zeigt der Alltag von ehrenamtlichen Kräften. Die Hundeführerin Kristina Rid vom BRK Bad Tölz-Wolfratshausen absolviert mit ihrer Hündin Mira mindestens zwei Trainingseinheiten pro Woche. Das Team bewältigt dabei etwa 20 Einsätze pro Jahr. Dass alle Hundeführer in diesem Bereich ehrenamtlich tätig sind, unterstreicht das persönliche Engagement hinter dieser Arbeit.
Die Dringlichkeit verlässlicher Suchhunde belegen Zahlen aus der Praxis: Nach Angaben von Polizeihauptkommissar Christian Redl vom Polizeipräsidium Oberbayern-Süd verzeichnet die Dienststelle jährlich rund 2000 Suchaktionen. Davon entfallen etwa 400 Einsätze auf vermisste Personen aus Altenheimen.
Wie wichtig ein rascher Erfolg ist, zeigte sich am Mittwochabend des 7. Oktober 2026 in Kempten: Eine 70-jährige Frau war aus einer Seniorenresidenz verschwunden und konnte nach kurzer Suche dank des Rettungshundes Luca und Hundeführerin Katharina Hiltensberger wohlbehalten aufgefunden werden.
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Auch bei groß angelegten Übungen, wie einem gemeinsamen Einsatz von Polizei, Feuerwehr, Feuerwehrschule, BRK und Hundestaffeln in Geretsried, arbeiten Mensch und Tier Hand in Hand. Bei dieser Übung spürten die Teams im nördlichen Stadtgebiet sowie am Karl-Lederer-Platz acht versteckte Personen bis zum Mittag auf, unterstützt von drei Drohnen des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd vom Typ DJI Matrice 4 mit Wärmebildkameras in 120 Metern Höhe.
Positive Effekte auf Wohlbefinden und Gesundheit
Die intensive Beschäftigung mit dem Hund wirkt sich laut wissenschaftlichen Untersuchungen auch positiv auf die Halter aus. Eine Studie eines Teams um Jin Zeng, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Humanities and Social Sciences Communications, befragte 1.719 Menschen in den Metropolen Peking, Changsha, Shanghai, Shenzhen und Jinan.
Die Untersuchung, bei der Hundehalter die größte Gruppe bildeten und eine Teilstichprobe von 573 Personen an drei wöchentlichen Erhebungen teilnahm, ergab: Gemeinsam verbrachte Freizeit mit Haustieren steht in Verbindung mit einem höheren subjektiven Wohlbefinden. Dabei erwies sich neben der Mensch-Tier-Beziehung auch die Bindung an gemeinsam genutzte Orte als relevant.
Zudem belegen Daten deutliche Bewegungsvorteile: Eine britische Gemeinde-Studie mit 191 Hundehaltern und 455 Personen ohne Hund ergab, dass Halter häufiger Erholungsspaziergänge unternehmen und Bewegungsempfehlungen eher einhalten.
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Auf körperlicher Ebene dokumentierte eine Untersuchung der Universität Uppsala mit über 3,4 Millionen Teilnehmenden bei Hundebesitzern ein um 33 Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie ein um 24 Prozent reduziertes Gesamtsterberisiko.
Schwedische Forscher verweisen zudem darauf, dass der direkte Kontakt zum Hund das Stresshormon Cortisol senkt und die Ausschüttung von Oxytocin fördert. Feste Routinen im Hundealltag tragen zusätzlich dazu bei, körperlich aktiv zu bleiben und Stress abzubauen.
