Hundedemenz: Verkürzte Schrittlänge zeigt kognitiven Abbau an
26.06.2026 - 13:44:09 | boerse-global.de
Das zeigt eine neue Studie der North Carolina State University.
Forscher untersuchten das Bewegungsverhalten von 88 geriatrischen Hunden mit einem Durchschnittsalter von 12,7 Jahren. Sie setzten die Schrittlänge in Relation zur kognitiven Leistung, gemessen mit der CADES-Skala (Canine Cognitive Assessment Scale).
Der Zusammenhang ist messbar
Das Ergebnis: Steigt der CADES-Wert um 10 Punkte, verkürzt sich die Schrittlänge der Vorderbeine um etwa 1,2 Prozent. Interessant: Dieses Muster zeigt sich nur an den Vorderläufen. Die Hinterbeine verändern ihre Schrittlänge nicht signifikant.
Warum? Die Bewegung der Vordergliedmaßen steht beim Hund unter stärkerer kortikaler Kontrolle. Das Großhirn steuert sie direkter als die eher automatisierten Bewegungsabläufe der Hinterläufe.
Abgrenzung zu Arthrose und Alter
Ein zentraler Punkt der Studie: Die Verkürzung der Vorderschritte ist unabhängig vom biologischen Alter der Tiere. Auch Schmerzen wie Arthrose wurden statistisch bereinigt – der Effekt blieb bestehen.
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Die Forscher nutzten dafür unter anderem den Canine Brief Pain Inventory (CBPI). So ließen sich Schmerzfaktoren vom kognitiven Abbau trennen.
Frühwarnsystem für Tierärzte
Die isolierte Messung der Schrittlänge reicht nicht für eine Diagnose, betonen die Autoren. Aber sie bietet ein wertvolles Werkzeug für das Monitoring alternder Hunde.
Fachleute empfehlen Tierhaltern: Bei Veränderungen im Bewegungsablauf nicht nur an orthopädische Probleme denken. Auch kognitive Ursachen kommen infrage.
Eine frühzeitige Identifizierung des kognitiven Abbaus ermöglicht rechtzeitige Maßnahmen – sei es therapeutisch oder diätetisch. Das kann die Lebensqualität betroffener Hunde länger erhalten. Die Studie unterstreicht: In der Geriatrie gehören Motorik und Kognition ganzheitlich betrachtet.
