Hypertonie-PrĂ€vention: NĂŒsse und Vollkorn gleich wirksam gegen Bluthochdruck
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 16:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine umfassende Metaanalyse, die im Sommer 2026 im British Journal of Nutrition veröffentlicht wurde, liefert neue Erkenntnisse ĂŒber den Zusammenhang zwischen dem Konsum von NĂŒssen und der Entwicklung von Bluthochdruck. Auf Basis der Daten von 143.000 Teilnehmenden stellten Forschende fest, dass ein regelmĂ€Ăiger Verzehr von NĂŒssen das Risiko fĂŒr Hypertonie signifikant senken kann.
Metaanalyse zum Einfluss des Nussverzehrs
An der Untersuchung waren Forschende der Organisation Plant-Based Health Professionals UK sowie des Imperial College London beteiligt. Die Auswertung der Daten von 143.000 Personen, unter denen sich 20.665 Betroffene mit Hypertonie befanden, ergab eine durchschnittliche Senkung des Bluthochdruck-Risikos um etwa 16 % bei regelmĂ€Ăigem Nusskonsum.
Dabei wiesen die Ergebnisse auf eine spezifische Dosis-Wirkungs-Beziehung hin. Den Berechnungen zufolge sank das Risiko bei einer tĂ€glichen Menge von 28 g NĂŒssen um 20 %. Ein tĂ€glicher Verzehr von 30 g â was etwa einer Handvoll entspricht â reduzierte das Risiko gegenĂŒber einem vollstĂ€ndigen Verzicht sogar um 26 %.
Mengen, die ĂŒber diese 30 g pro Tag hinausgingen, fĂŒhrten laut der Analyse zu keinem messbaren zusĂ€tzlichen Nutzen. Die Autoren der Beobachtungsstudie wiesen jedoch darauf hin, dass eine direkte KausalitĂ€t damit noch nicht vollstĂ€ndig bewiesen sei.
Vergleich verschiedener Lebensmittelgruppen
Im Kontext derselben Untersuchung wurden auch andere Nahrungsmittel auf ihr Potenzial zur Risikosenkung geprĂŒft. WĂ€hrend Vollkornprodukte mit einer Reduktion von ebenfalls ca. 26 % einen Ă€hnlich starken Effekt wie NĂŒsse erzielten, lag der Wert bei Sojaprodukten bei 19 % und bei HĂŒlsenfrĂŒchten bei 16 %. Ein tĂ€glicher Konsum von 800 g Obst und GemĂŒse senkte das Risiko laut den Daten um 11 %.
ZusĂ€tzlich zeigt eine im Jahr 2025 veröffentlichte Ăbersichtsarbeit, dass auch Leinsamen einen positiven Einfluss auf den Blutdruck haben können, wobei ErnĂ€hrungsexperten hier den Verzehr in gemahlener Form empfehlen.
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FĂŒr die GefĂ€Ăfunktion können zudem Kakaoflavanole förderlich sein. Die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt hierfĂŒr eine Menge von 200 mg tĂ€glich als Grundlage fĂŒr einen möglichen Effekt, was je nach Produkt in etwa 10 g Schokolade enthalten sein kann.
Die Rolle von MikronÀhrstoffen und Pflanzenextrakten
Neben der allgemeinen ErnĂ€hrung rĂŒcken spezifische Inhaltsstoffe wie Magnesium und Knoblauchextrakte in den Fokus der PrĂ€vention. Nach Angaben der Gesellschaft fĂŒr Magnesiumforschung können 10 bis 20 mmol Magnesium tĂ€glich (entspricht etwa 360 mg) den diastolischen Blutdruck um durchschnittlich 10 mmHg senken.
Eine Zufuhr von 368 mg ĂŒber drei Monate wirkte sich positiv auf beide Blutdruckwerte aus. Experten raten bei Bluthochdruck zu einer tĂ€glichen Aufnahme von 300 bis 600 mg.
Metaanalysen zu Knoblauch, insbesondere zu gereiftem Extrakt, deuten darauf hin, dass dieser den systolischen Wert um 5 bis 10 mmHg und den diastolischen um 3 bis 8 mmHg reduzieren kann. Fachleute betonen jedoch, dass solche natĂŒrlichen Extrakte keinen Ersatz fĂŒr Herzmedikamente darstellen und bei Ăberdosierung zu Wechselwirkungen mit BlutverdĂŒnnern fĂŒhren können.
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Risikofaktoren und Altersbesonderheiten
Bluthochdruck, definiert durch Werte von ĂŒber 140 mmHg systolisch und 90 mmHg diastolisch, ist in Industrienationen fĂŒr fast 40 % der kardiovaskulĂ€ren SterbefĂ€lle verantwortlich.
Die PrĂ€valenz steigt mit dem Alter massiv an: WĂ€hrend in der Altersgruppe der 40- bis 49-JĂ€hrigen etwa 20 bis 25 % betroffen sind, liegt der Anteil bei den ĂŒber 70-JĂ€hrigen bei 75 %.
Ein wesentlicher Risikofaktor bleibt die Salzaufnahme. WĂ€hrend fĂŒr Erwachsene maximal 5 bis 6 g pro Tag empfohlen werden, liegt der tatsĂ€chliche Konsum in Deutschland bei Frauen bei ca. 8,4 g und bei MĂ€nnern bei ca. 10,0 g tĂ€glich. Ein GroĂteil dieser Menge stammt aus industriell verarbeiteten Lebensmitteln.
Besondere Vorsicht ist bei der Behandlung im hohen Alter geboten. Eine Studie der CharitĂ© zeigt, dass ĂŒber 80-JĂ€hrige mit einem dauerhaft niedrigen Blutdruck von unter 140/90 mmHg ein um rund 40 % höheres Sterberisiko aufwiesen.
In dieser Altersgruppe gilt ein Wort zwischen 140 und 160 mmHg oft erst als behandlungsbedĂŒrftiger Grenzwert. Generell wird zur Blutdrucksenkung neben der ErnĂ€hrung auch regelmĂ€Ăige Bewegung empfohlen, die den Druck um 5 bis 9 mmHg senken kann.
