Hyundai kauft Boston Dynamics: 335-Millionen-Deal für Roboter-Expansion
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 19:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hyundai, Mitsubishi und europäische Hersteller treiben den Einsatz von menschenähnlichen Robotern in der Fertigung massiv voran. Die Branche bereitet sich auf eine neue Ära der „Physical AI“ vor.
Hyundai übernimmt Boston Dynamics vollständig
Der südkoreanische Hyundai-Konzern schaltet einen Gang höher. Bei einem KI-Gipfel in San Francisco skizzierte Konzernchef Euisun Chung am 24. Juli 2026 die Vision eines umfassenden Wandels: Vom Autobauer zum „Physical AI“-Unternehmen. Die Strategie reicht von intelligenten Einzelgeräten über KI-gesteuerte Fabriken bis hin zu vernetzten Stadtsystemen.
Ein zentraler Schritt: Hyundai übernimmt die restlichen Anteile an Boston Dynamics von SoftBank. Der Deal liegt bei umgerechnet rund 335 Millionen Euro. Damit wird Boston Dynamics eine hundertprozentige Tochter – bewertet mit knapp 3,4 Milliarden Euro.
Konkret plant Hyundai den Bau einer eigenen Roboterfabrik in den USA. Ab 2028 sollen dort jährlich 30.000 Einheiten vom Band laufen. Der humanoide Roboter Atlas von Boston Dynamics kommt noch im selben Jahr im Hyundai-Werk Metaplant America in Georgia zum Einsatz. Zunächst übernimmt er einfache Aufgaben wie die Teilebereitstellung. Ab 2030 soll er dann komplette Baugruppen montieren.
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Die Rechenleistung dafür liefert Nvidia: Über 50.000 Blackwell-GPUs sollen KI-Training und digitale Zwillinge der Fertigung ermöglichen. Zudem arbeitet Hyundai mit Google DeepMind an autonomen Fähigkeiten für die Roboter und baut gemeinsam mit Waymo autonome Ioniq-5-Modelle im US-Werk.
Mitsubishi setzt auf japanische Eigenentwicklung
Auch in Japan nimmt die Entwicklung Fahrt auf. Mitsubishi Motors hat eine Partnerschaft mit dem Startup Highlanders Inc. geschlossen, das aus der Universität Tokio hervorgegangen ist. Ziel ist die Massenproduktion humanoider Roboter. Bis Ende 2027 sollen monatlich 1.000 Einheiten gefertigt werden.
Die Roboter kommen zunächst in der Motorenfertigung im Mitsubishi-Werk Kyoto zum Einsatz. Dort sammeln die Maschinen Betriebsdaten, um ihre Leistung unter realen Bedingungen zu verbessern. Mitsubishi-CEO Takao Kato sieht sein Unternehmen als Vorreiter für die Massenproduktion humanoider Roboter in Japan. Highlanders-Chef Hiroya Masuoka betont die Bedeutung eigener Entwicklungen, um im globalen Wettlauf um Physical AI mithalten zu können. Die Roboter bestehen aus japanischen Komponenten – ein strategischer Vorteil für stabile Lieferketten.
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Milliardeninvestitionen und europäische Forschung
Die Automatisierungswelle erfordert gewaltige Investitionen. Hyundai hat umgerechnet rund 6,4 Milliarden Euro für das KI-Tal Saemangeum zugesagt. Weitere 30 Milliarden Euro fließen in den nächsten zehn Jahren in die südkoreanische Region Yeongnam. Im Silicon Valley baut der Konzern eine eigene Einheit auf, um Spezialisten für autonomes Fahren und Robotik zu rekrutieren.
In Europa übernimmt das BMW-Werk Landshut eine Schlüsselrolle. Dort entsteht Software für KI-gestützte Robotik – von Bewegungsplanung über Simulation bis zu offenen Softwareplattformen für die Bauteilfertigung. Die Arbeit ergänzt Pilotprojekte in Leipzig und Spartanburg. Beteiligt sind das Startup Athenyx Robotics und die Hochschule Landshut.
Renault setzt derweil auf einen eigenen Ansatz. Im Werk Douai arbeitet der anthropomorphe Roboter Calvin. Er übernimmt schwere, monotone Tätigkeiten wie den Reifentransport. Seine Fehlerquote: nur ein bis zwei Fehler pro tausend Aufgaben. Ein Beispiel dafür, wie Hersteller in bestehenden Werken körperlich belastende Arbeiten robotisieren.
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