IAB-Studie, Jobabbau

IAB-Studie zu KI: Kein flächendeckender Jobabbau, aber Rückgang bei Jungen

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 09:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
IAB-Daten zeigen unterschiedliche Beschäftigungstrends nach Alter; Konjunktur und Branchenstruktur erklären den Rückgang bei Jüngeren mit.
Ein minimalistischer, leerer Arbeitsraum mit polierten Betonböden und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Entgegen weit verbreiteten Befürchtungen vor einem raschen Arbeitsplatzabbau durch generative Künstliche Intelligenz zeigt sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt bislang kein flächendeckender Beschäftigungseinbruch in stark exponierten Tätigkeitsfeldern.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung im IAB-Forum, über die human-in-the-loop.de am 3. November 2026 berichtete. In Teilen dieser Berufsfelder ist seit 2022 sogar ein spürbares Beschäftigungswachstum zu verzeichnen.

Deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen

Die Untersuchung, die sich auf rund 22,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte mit Datenstand Dezember 2025 stützt und am 13. Oktober 2026 vom Personalblatt aufgegriffen wurde, offenbart dabei eine ausgeprägte Spaltung nach Alterskohorten.

Bei Beschäftigten mittleren und höheren Alters verzeichneten Berufe mit hoher KI-Exposition ein überdurchschnittliches Plus. So lag das Beschäftigungswachstum bei den 30- bis 39-Jährigen um fast 6 Prozentpunkte über dem Wert in weniger exponierten Berufsbildern. Bei den 40- bis 64-Jährigen betrug der Zuwachs rund 5 Prozentpunkte mehr als in Vergleichsberufen.

Anzeige

Wer sich mit dem Thema befasst, erkennt schnell, dass technologische Umbrüche nicht nur Risiken, sondern auch enorme Entwicklungschancen für erfahrene Fachkräfte bieten. Dieser kostenlose Praxisleitfaden liefert konkrete Maßnahmen, die moderne Führungskräfte sofort im Alltag umsetzen können. So entwickeln Sie Ihr Team gezielt weiter – ohne teure Berater

Anders stellt sich die Situation bei Berufseinsteigern dar. Für die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen ermittelte das IAB einen Rückgang von 1,2 Prozentpunkten im Vergleich zu weniger exponierten Tätigkeiten.

Im Zeitraum von 2022 bis 2025 ging die Zahl der jüngeren Beschäftigten in stark exponierten Tätigkeiten um 3,8 Prozent zurück, während sie in den übrigen Berufsfeldern um 2,6 Prozent sank.

Konjunktur und Branchenfaktoren als Treiber

Die Analyse macht deutlich, dass dieser Rückgang nicht primär der Einführung von KI zugeschrieben werden kann. In konjunkturell schwachen Bereichen sank die Beschäftigung junger Menschen um 4,2 Prozent und damit mehr als doppelt so stark wie der rein rechnerische KI-Effekt.

Als alternative Erklärungsansätze für die schwächere Entwicklung bei Jüngeren verweist die Studie auf die generelle Wirtschaftsschwäche sowie die Eignung vieler Tätigkeiten für das Homeoffice.

Anzeige

Die Integration neuer Technologien stellt Unternehmen vor rechtliche Herausforderungen, die über die reine Personalplanung hinausgehen. Ein gratis Download enthüllt die entscheidenden Faktoren der Mitarbeiterentwicklung – inklusive Checkliste. Was unterscheidet wirklich erfolgreiche Teamleitungen von allen anderen?

Den größten negativen Zusammenhang stellten die Forscher bei Personen unter 30 Jahren im nicht-akademischen Segment sowie im verarbeitenden Gewerbe fest. Für das Verarbeitende Gewerbe ergab sich im Jahr 2025 ein signifikant negativer Zusammenhang von rund 6 Prozent je Standardabweichung höherer Exposition.

IAB-Vizedirektorin Melanie Arntz erklärte hierzu, dass eine höhere Betroffenheit durch Technologien keineswegs zwingend mit einer schwächeren Arbeitsplatzentwicklung einhergehen müsse. Um die vielschichtigen Mechanismen hinter der Verschiebung bei Nachwuchskräften genauer aufzuschlüsseln, sei jedoch weitere empirische Forschung erforderlich.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70449342 |