ICE-Robotervertrag: Vier Boston-Dynamics-Laufroboter für 1,3 Millionen Dollar
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 08:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE hat einen Vertrag über 1,3 Mio. US-Dollar für die Beschaffung einer Flotte vierbeiniger Laufroboter des Herstellers Boston Dynamics unterzeichnet.
Die Technologie soll künftig bei Sicherheitsprüfungen und Spezialoperationen zum Einsatz kommen. Berichte über die Beschaffungsunterlagen geben Einblick in die technischen Details des Vorhabens, die vorgesehenen Einsatzszenarien sowie die damit verbundenen Kontroversen.
Technische Ausstattung für Gefahrenlagen
Die Beschaffung umfasst vier modifizierte Laufroboter, die von dem in Connecticut ansässigen Unternehmen Radeco geliefert werden sollen. Ein zugehöriges Bundesdokument nennt einen Rahmenvertrag über bis zu fünf Einheiten.
Das Beschaffungsvolumen wird laut Medienberichten durch frühere Angaben des Senders WBUR ergänzt, wonach ICE Gesamtausgaben von 2 Mio. US-Dollar für Roboter dieses Typs ins Auge gefasst hatte. Der Stückpreis für ein Einzelfahrzeug liegt Berichten zufolge bei rund 110.000 US-Dollar.
Die unter der Bezeichnung „Cerberus“ geführten Einheiten werden von Radeco speziell für gefährliche und beengte Einsatzorte aufgerüstet. Zur Ausstattung gehören ein Roboterarm, eine Wärmebildkamera sowie Sensoren zur Erkennung von Gefahrstoffen.
Nach behördlichen Angaben können die Systeme über Distanzen von bis zu 1.500 km ferngesteuert werden und sind in der Lage, Strahlung, giftige Gaslecks sowie Explosivstoffgefahren zu detektieren. ICE wählte Radeco als alleinigen Anbieter aus, da laut der Behörde kein anderes Unternehmen die vorgegebenen technischen Kriterien vollständig erfülle.
Der Einsatz spezialisierter Laufroboter verdeutlicht, wie Robotik und KI moderne Sicherheitsstrukturen grundlegend transformieren. In diesem kostenlosen Report erfahren Sie, welche Unternehmen die Profiteure dieser neuen Industrieära sind. Robotik und KI: So erkennen Sie die Profiteure der neuen Industrieära
Einsatzfelder und Richtlinien des Herstellers
Als primäre Operationsfelder nennt ICE den Kampf gegen Kartelle, Bandenkriminalität sowie Schleuser- und Menschenhandelsnetzwerke. Die Behörde begründet den Einsatz damit, dass die Systeme eine präzise Lageeinschätzung ermöglichen sollen, bevor eigenes Personal oder unbeteiligte Personen Gefahren ausgesetzt werden.
Dem behördlichen Rahmen stehen Richtlinien des Herstellers gegenüber. Boston Dynamics wies Berichte zurück, wonach die Laufroboter Abschiebungen oder Festnahmen unterstützen sollen, und bezeichnete entsprechende Formulierungen im behördlichen Vertragswerk als branchenübliche Standardklauseln.
Das Unternehmen verbietet die Bewaffnung seiner Plattformen strikt. Bei einem Verstoß gegen diese Vorgaben droht Boston Dynamics mit dem Entzug der Betriebslizenz und dem Erlöschen der Herstellergarantie.
Während Behörden zunehmend auf technologische Unterstützung setzen, analysieren Experten die weitreichenden Auswirkungen dieses technologischen Umbruchs. Der aktuelle Gratis-Leitfaden zeigt auf, wie künstliche Intelligenz und Robotik ganze Branchen nachhaltig umkrempeln. Experten-Analyse zur Industrierevolution jetzt kostenlos herunterladen
Bedenken von Bürgerrechtsgruppen
Trotz der Herstellerbeschränkungen äußern Bürgerrechtsvertreter deutliche Sorgen vor einer potenziellen Nutzung der Technologie im Rahmen von Verhaftungen und Abschiebemaßnahmen.
Die Kritik fällt in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für das Vorgehen der Behörde: Laut einem Tracker des Magazins The American Prospect waren Einsatzkräfte von ICE und CBP seit dem aktuellen Amtsantritt direkt an mindestens 32 Todesfällen und 47 Verletzungen beteiligt; zudem verstarben 63 Menschen in Gewahrsam.
Gleichzeitig steht die staatliche Förderung des Roboterherstellers im Fokus der öffentlichen Diskussion. Boston Dynamics erhielt vom Bundesstaat Massachusetts Steuergutschriften im Umfang von 25 Mio. US-Dollar, was die Debatte um die behördliche Verwendung der Technologie zusätzlich anheizt.
