iCloud+ Hide My Email: 13 Monate Sicherheitslücke trotz Patch
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 17:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Jahr lang konnten Angreifer die echten E-Mail-Adressen von iCloud+-Nutzern auslesen – trotz des „Hide My Email"-Schutzes. Apple hat das Leck nun gestopft, aber die Panne hat ein Nachspiel.
Der Sicherheitsvorfall wirft ein Schlaglicht auf die iCloud+-Funktion „Hide My Email", die eigentlich die wahre Adresse der Nutzer verschleiern soll. Ein Forscher entdeckte das Problem bereits im Juni 2025. Die finale Reparatur erfolgte erst am 3. Juli 2026 – nach über einem Jahr der Gefährdung.
Die Chronologie einer Sicherheitspanne
Der Sicherheitsforscher Tyler Murphy meldete die Schwachstelle am 11. Juni 2025 an Apple. Das Problem: In sogenannten Bounce-Benachrichtigungen – also automatischen Fehlermeldungen bei unzustellbaren E-Mails – wurde die echte Adresse der Nutzer preisgegeben. Die Funktion, die zufällige Weiterleitungsadressen generiert, wurde damit in bestimmten Szenarien ausgehebelt.
Apple unternahm mehrere Anläufe zur Behebung. Ein erster Patch im März 2026 und ein weiterer am 30. Juni 2026 erwiesen sich als unzureichend. Erst nach erneuter Berichterstattung von 404 Media und wachsendem öffentlichem Druck gelang der endgültige Fix.
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Zweifel an der Wirksamkeit – und eine Klage
Doch selbst nach dem Patch vom 3. Juli blieben Fragen offen. Am 17. Juli 2026 gelang es Testern von AppleInsider, die Schwachstelle erneut auszunutzen – zwei Wochen nach Apples angeblicher Reparatur.
Die Konsequenz ließ nicht lange auf sich warten: Am 15. Juli 2026 reichten Betroffene eine Sammelklage mit dem Titel Alvarez v. Apple ein. Sie fordern Schadenersatz und Rückerstattungen. Der Vorwurf: Apple habe die versprochenen Datenschutzfunktionen für zahlende iCloud+-Kunden nicht geliefert. Analysten schätzen, dass Millionen von Nutzern betroffen sein könnten, die auf den Dienst vertrauten, um ihre Kontaktdaten vor Werbetreibenden und Spammern zu schützen.
Was das für iCloud+-Nutzer bedeutet
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Der aktuellen Patch schließt die Lücke in den Protokollen, in denen die echten Adressen sichtbar wurden. Doch Experten warnen: Alle „Hide My Email"-Aliase, die vor dem 7. Juli 2026 erstellt wurden, könnten bereits kompromittiert sein. Externe Mailserver haben die echten Adressen möglicherweise protokolliert.
Datenschützer üben scharfe Kritik an Apples Reaktionszeit. Die Spanne von der ersten Meldung im Juni 2025 bis zum funktionierenden Patch im Juli 2026 – über 13 Monate – wirft Fragen auf. Wie ernst nimmt der Konzern die Sicherheit seiner zahlenden Kunden? Der Fall zeigt: Selbst bei einem Milliardenunternehmen mit Datenschutz als Markenkern kann es lange dauern, bis Versprechen eingelöst werden.
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