Austria, Gefälschte

ID Austria: Gefälschte Nachrichten verursachen knapp 500.000 Euro Schaden

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 21:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Initiative bündelt rund 60 Partner; 2026 summierten sich Phishing-Schäden in Österreich bis September auf etwa 19 Millionen Euro.

Österreich startet dritte Phishing-Kampagne bei hohen Betrugsverlusten
Ein minimalistischer, moderner Flur in einem österreichischen Sicherheitsgebäude mit klaren architektonischen Linien. Illustration mit AI erstellt.

In Österreich ist die dritte bundesweite Kampagne unter dem Motto #10TageGegenPhishing angelaufen. An der Initiative beteiligen sich rund 60 Partner, darunter 25 Banken. Das Vorhaben knüpft an eine 2023 gegründete Plattform gegen Phishing an, die dieselbe Zahl an Stakeholdern vereint.

Bisherige Maßnahmen der Initiative erreichten bereits rund 75 Prozent der Bankkundinnen und Bankkunden im Land, während Begleitvideos der Reihe „Phishen Impossible“ auf rund 30 Millionen Aufrufe kamen.

Millionenschäden durch manipulierte Zahlungen

Hintergrund der Aufklärungsarbeit sind anhaltend hohe Fallzahlen und finanzielle Verluste. Laut dem österreichischen Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2025 rund 7.000 Phishing-Fälle registriert, die einen Schaden von etwa 22 Millionen Euro verursachten.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 verzeichnete die Behörde bereits rund 5.000 Phishing-Fälle mit einer Schadenssumme von etwa 19 Millionen Euro.

Zu den auffälligen Betrugswellen zählte im Frühjahr 2026 eine Kampagne rund um die ID Austria: Gefälschte SMS und E-Mails zielten auf rund 300.000 zeitnah auslaufende Zertifikate ab; dabei entstanden knapp 500.000 Euro Schaden bei rund 100 Opfern.

Ergänzende Daten der Oesterreichischen Nationalbank verdeutlichen das Ausmaß im Zahlungsverkehr. Laut OeNB war im Jahr 2025 etwa eine von 16.000 Zahlungen betrügerisch, was einem Schaden von rund 115 Millionen Euro entsprach. Dies betraf 0,006 Prozent von mehr als 5,6 Milliarden Zahlungen oder umgerechnet rund 350.000 Transaktionen.

Bei 83 Prozent der erfassten Schadensfälle wurden die Betroffenen dazu gebracht, die Überweisungen selbst auszulösen. Die Meldeplattform Watchlist Internet verzeichnete für Österreich im laufenden Jahr 2026 bereits 20.000 Eingaben.

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Als infrastrukturelle Gegenmaßnahme wurden Cybercrime-Trainingscenter in Oberösterreich, Kärnten und dem Burgenland eingerichtet; eine weitere Einrichtung in Tirol ist in Planung, während die übrigen Bundesländer 2027 folgen sollen.

Grenzüberschreitende Aufklärung und globale Bedrohungslage

Ähnliche Schritte werden zeitgleich im Nachbarland vorbereitet. Am 10. Oktober 2026 startet in Deutschland die branchenübergreifende Kampagne „Machen wir Phishen Impossible!“, die rund einen Monat lang über Betrugsmaschen informieren soll.

Getragen wird die deutsche Aktion von Institutionen und Unternehmen aus Finanzwirtschaft, Telekommunikation, Handel sowie der öffentlichen Hand, unter der Schirmherrschaft von Bundesbank und Bundesfinanzministerium. Laut Deutscher Bundesbank summierten sich betrügerische Zahlungsvorgänge im Jahr 2025 auf rund 1,8 Millionen Fälle mit mehr als 580 Millionen Euro Schaden im gesamten Zahlungsverkehr.

Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, wies darauf hin, dass Cyberkriminelle zunehmend künstliche Intelligenz für gezielte Nachrichten sowie für gefälschte Stimmen, Bilder und Videos einsetzen. Gleichzeitig helfe Technologie den Instituten bei der Erkennung auffälliger Transaktionen. Herkenhoff riet dazu, bei unerwarteten Nachrichten, Zahlungsaufforderungen oder Links innezuhalten und den Vorgang genau zu prüfen.

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Das Ausmaß der Bedrohung betrifft den gesamten digitalen Kommunikationsverkehr. Wie AV-TEST anlässlich des Cybersecurity Awareness Month mitteilte, werden weltweit täglich etwa 390 Milliarden E-Mails versendet, von denen knapp die Hälfte Spam darstellt. Schätzungsweise drei bis fünf Prozent dieser unerwünschten Sendungen – bis zu neun Milliarden täglich – sind Phishing-Mails.

Microsoft wiederum erfasste im ersten Quartal 2026 rund 8,3 Milliarden E-Mail-basierte Phishing-Bedrohungen. Eine AV-ATLAS-Auswertung von 10.000 Spam-Mails ergab zudem, dass üblicherweise über 60 Prozent der Nachrichten einen gefährlichen Link und 30 Prozent einen schädlichen Anhang enthalten.

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de | wissenschaft | 70283553 |