IgG4-Erkrankung, Obexelimab

IgG4-Erkrankung: Obexelimab erreicht 73% Schubfreiheit

04.06.2026 - 00:09:20 | boerse-global.de

Neue klinische Daten zu IgG4-Erkrankungen, Lupus und Sjögren-Syndrom deuten auf Therapieumbrüche hin. FcRn-Blocker zeigen vielversprechende Ergebnisse.

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Neue klinische Daten von führenden Biotech-Unternehmen versprechen Durchbrüche bei IgG4-Erkrankungen, Lupus und Sjögren-Syndrom.

Der diesjährige EULAR-Kongress in London, der vom 3. bis 6. Juni stattfand, hat eindrucksvoll gezeigt: Die Behandlung seltener Autoimmunerkrankungen steht vor einem Umbruch. Im Fokus stehen vor allem zielgerichtete Biologika und sogenannte FcRn-Blocker, die das Potenzial haben, den Krankheitsverlauf grundlegend zu verändern.

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IgG4-Erkrankung: Zwei vielversprechende Kandidaten

Besonders weit fortgeschritten ist die Forschung bei der IgG4-assoziierten Erkrankung (IgG4-RD), einer fibro-entzündlichen Autoimmunerkrankung. Zenas BioPharma präsentierte Ergebnisse der Phase-3-Studie INDIGO mit dem Wirkstoff Obexelimab. Das Medikament erreichte den primären Endpunkt: eine 56-prozentige Reduktion des Risikos für Krankheitsschübe im Vergleich zu Placebo. Nach 52 Wochen blieben 73,2 Prozent der Behandelten schubfrei – in der Placebogruppe waren es nur 45,4 Prozent. Die Daten, zeitgleich im New England Journal of Medicine veröffentlicht, untermauern den im Mai 2026 bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereichten Zulassungsantrag.

Doch Zenas hat Konkurrenz. Amgen stellte Daten aus der Phase-3-Studie MITIGATE zu UPLIZNA (Inebilizumab) vor. In einer Kohorte von 56 Patienten, die die Behandlung fortsetzten, lag die Schubrate bei null Prozent. Besonders beeindruckend: 71,4 Prozent der Teilnehmer erreichten eine komplette Remission – ohne Krankheitsschübe und ohne Kortison.

FcRn-Blocker: Neue Hoffnung bei Sjögren und Myositis

Therapien, die den neonatalen Fc-Rezeptor (FcRn) blockieren, zeigen zunehmend Erfolge bei Erkrankungen mit hohem medizinischem Bedarf. Argenx präsentierte Langzeitdaten zu Efgartigimod (VYVGART) aus den Studien ALKIVIA+ und RHO+. In der Myositis-Studie ALKIVIA+ erreichten 37,5 Prozent der kontinuierlich behandelten Patienten nach 52 Wochen eine deutliche Verbesserung. Für das Sjögren-Syndrom zeigte die RHO+-Studie eine stabile Krankheitskontrolle mit einem medianen ClinESSDAI-Score von 2,5 nach 72 Wochen.

Die Spannung steigt: Argenx erwartet Phase-3-Ergebnisse für Myositis bereits im dritten Quartal 2026, für das Sjögren-Syndrom frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027.

Auch Johnson & Johnson mischt vorne mit. Biomarker-Analysen der Phase-2-Studie DAHLIAS zu Nipocalimab bei Sjögren-Patienten zeigten: Bei Probanden mit hohen Autoantikörper-Spiegeln lag die Ansprechrate bei 62,5 Prozent – deutlich über den 51,9 Prozent der Gesamtstudienpopulation. Der Wirkstoff hat von der FDA sowohl den Breakthrough Therapy- als auch den Fast-Track-Status erhalten.

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Lupus: Proof-of-Concept für FcRn-Blockade

Beim systemischen Lupus erythematodes (SLE) lieferte Johnson & Johnson mit der Phase-2-Studie JASMINE zu Nipocalimab einen wichtigen Beleg. Nach 24 Wochen erreichten 53,5 Prozent der Patienten ein SRI-4-Ansprechen, verglichen mit 46,7 Prozent in der Placegroup. Nach 52 Wochen lag die Ansprechrate bei 53,6 Prozent, und 37,5 Prozent erreichten einen niedrigen Krankheitsaktivitätsstatus (LLDAS). Diese Ergebnisse gelten als Proof-of-Concept für diesen Therapieansatz bei SLE und stützen die laufende Phase-3-Studie GARDENIA.

Novartis präsentierte ebenfalls Daten aus der Immunologie-Pipeline, darunter die NEPTUNUS-Verlängerungsstudie zu Ianalumab bei SLE und Sjögren-Syndrom mit Beobachtungen über bis zu 108 Wochen. Zudem gab es erste Daten zur CAR-T-Zell-Therapie Rapcabtagene Autoleucel bei refraktärer Myositis und systemischer Sklerose.

Chronische Entzündungen: Neue Hoffnung bei Colitis ulcerosa

Im Bereich der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen meldete Abivax Ergebnisse der Phase-3-Erhaltungsstudie ABTECT zu Obefazimod bei Colitis ulcerosa. Nach 44 Wochen lagen die klinischen Remissionsraten bei 50,8 Prozent für die 25-mg-Dosis und 51,3 Prozent für die 50-mg-Dosis – ein deutlicher Unterschied zu den 10,4 Prozent in der Placebogruppe. Abivax plant, noch Ende 2026 einen Zulassungsantrag bei der FDA einzureichen.

Ergänzend bestätigten Real-World-Daten von Amgen zu TAVNEOS (Avacopan) bei ANCA-assoziierter Vaskulitis die Wirksamkeit und Sicherheit des Medikaments. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial, klinische Ziele zu erreichen und gleichzeitig den Kortisonverbrauch zu reduzieren. Novartis verwies zudem auf die REPLENISH-Studie, die derzeit größte globale Phase-3-Studie zur Polymyalgia rheumatica mit Secukinumab.

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